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Symbolbild

Attraktiv für Bürger bleiben

Kommunalpolitik will neues Baugebiet erschließen

Um attraktiv für die Bürger zu bleiben, möchten die Kommunalpolitiker ein neues Baugebiet erschließen. Über das wie haben die Parteien unterschiedliche Meinungen. Zwei Varianten sind im Gespräch, ein Gebiet liegt in Fussingen, das andere in Lahr. 

Es gibt zwei mögliche Baugebiete in Waldbrunn, welche weiter erschlossen werden können. Hierbei handelt es sich um das Baugebiet „Hinter dem Dorfe II“ im Ortsteil Fussingen sowie um das Gebiet „Breitwiese“ im Ortsteil Lahr. Die Flächen befinden sich derzeit im Besitz der Hessischen Landesgesellschaft HLG, die sich dann um die Erschließung und Vermarktung kümmern soll. Dafür erhebt die HLG eine jährliche Gebühr von der Gemeinde Waldbrunn.

Die Zusammenarbeit mit der HLG ist eine kostengünstige Möglichkeit zur Entwicklung der Kommune: Der Vorteil besteht darin, dass die Gemeinde die Erschließung sowie die Einrichtung von Straßen und Anschlüssen nicht vorfinanzieren muss. Da dennoch jährlich Kosten für die Gemeinde aufkommen, stand nun die Frage im Raum, ob nicht ein Baugebiet durch die Gemeinde zurückgekauft werden und diese sich selbst um die Erschließung und Vermarktung kümmern sollte. Dafür stellte die Kommune Mittel in Höhe von 700 000 Euro in den Haushaltsentwurf ein, um das Baugebiet in Fussingen zurück zu kaufen und eigenständig zu entwickeln.

Für und Wider

CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Erler sieht dies kritisch. Er sprach sich gegen den Ankauf und die Bearbeitung in Eigenregie durch die Kommune aus. Er regten an, die 700 000 Euro vielmehr als Puffer einzuplanen, damit Geld für ernstere Themen vorhanden ist, wenn es gebraucht wird. Zudem sei er sich sicher, dass die Gemeinde im kommenden Jahr einen Puffer für außerordentliche Ausgaben benötigen werde, so Erler. Zudem sei die Verwaltung im nächsten Jahr bereits mit diversen Projekten wie den Straßen beschäftigt. Dies binde Kapazitäten, die bei einer Erschließung eines Baugebiets in Eigenregie eventuell fehlen würden.

Marc Eisenkopf, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste, bevorzugt es hingegen, die Kosten an die Hesslische Landgesellschaft einzusparen. Er stellte die Frage in den Raum, ob es langfristig nicht günstiger sei, wenn die Kommunen sich selbst um die Flächen kümmere. Dabei sieht er die Planungsaufgaben nicht unbedingt nur bei der Verwaltung angesiedelt, sondern er regte an, ein Ingenieurbüro hinzuzuziehen.

Nach Austausch der Argumente stimmten die Gemeindevertreter im Haupt- und Finanz- sowie Bauausschuss mehrheitlich für den Verbleib der Baugebiete bei der HLG und Beauftragung dieser für die Erschließung.

Die Ausschüsse geben die Empfehlung an die Gemeindevertretung weiter, den Ansatz von 700 000 Euro im Haushaltsentwurf zu streichen. Eine endgültige Entscheidung wird die Waldbrunner Gemeindevertretung treffen.

Heike Lachnit

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