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Angelo Kelly lebt mit seiner Frau Kira und seinen fünf Kindern in Irland.

Interview mit Angelo Kelly

Die neue Kelly Family

Mit ihrer Weihnachts-Tournee machen Angelo Kelly und seine Familie am 14. Dezember in Limburg Station. NNP-Redakteurin Sarah Bernhard sprach mit dem Musiker, der mit der Kelly Family einst Stadien füllte, über das Geheimnis seiner langen Liebe zu seiner Frau, Star Wars und sein Verhältnis zu den Backstreet Boys.

NNP: Herr Kelly, schön, Sie am Telefon zu haben. Sie waren meine erste große Liebe, deswegen bin ich ein bisschen nervös.

ANGELO KELLY: Kein Problem. Als Kind war ich ein riesen Star-Wars-Fan, wenn ich jetzt Harrison Ford treffen würde, wäre ich plötzlich auch wieder wie mit zehn. Das ist ganz normal.

NNP: Sie waren mal Star-Wars-Fan? Auf welcher Seite der Macht standen Sie?

KELLY: Ich konnte mich nie entscheiden, ob ich Han Solo oder Luke Skywalker lieber mag. Im neuesten Film haben sie Han Solo ja getötet, das war brutal. Meine Kids, die mittlerweile auch Star-Wars-infiziert sind, haben ganz geschockt geguckt und wollen den Film jetzt nicht nochmal sehen.

NNP: Die Kelly Family soll früher mit Gift bedroht worden sein. Wenn Sie jetzt mit Ihrer Familie auf Tournee sind, haben Sie Angst um Ihre Kinder?

KELLY: Nein, ich glaube, der Erfolg, den wir in den 1990ern hatten, war einzigartig. Das war die gleiche Liga wie die Beatles oder Michael Jackson, und da wird’s gefährlich. In der Größenordnung jetzt gibt es diese Manie nicht.

NNP: Damals spielten Sie vor 250 000 Menschen, die Halle in Limburg hat um die 1000 Plätze. Was ist schöner?

KELLY: In den 1990ern haben wir Unglaubliches erleben dürfen. Aber als ich mich später als Solokünstler durchsetzen musste, habe ich auch ganz kleine Konzerte gespielt, deshalb ist 1000 Plätze schon toll. Es kommt aber sowieso immer auf die Show an: Wenn es intimer sein soll, so wie bei uns als Familie, ist kleiner schön, ein Popkonzert mit Lichtshow funktioniert nur in einer großen Halle.

NNP: Sie treten zusammen mit Ihrer Frau Kira und ihren fünf Kindern auf. Sollen es auch mal zwölf werden wie damals bei der Kelly Family?

KELLY: Nein, das wollen wir nicht. Werden wir auch nicht schaffen. Wir sind ja schon überrascht, dass wir fünf Kinder haben.

NNP: Also normalerweise merkt man doch, wenn man Kinder zeugt.

KELLY: Na klar. Aber ich meine, wenn man uns vor zehn Jahren gefragt hätte, dann hätten wir das nicht gedacht. Wir wollten schon immer viele Kinder, aber bei jedem Kind haben wir uns überlegt, ob wir uns das noch zumuten, weil sehr viel Kraft, Energie und auch Fürsorge nötig ist. Fünf ist toll, aber ich denke, jetzt ist Schluss.

NNP: Ich habe ja erst jetzt herausgefunden, dass ich niemals eine Chance hatte, weil Sie schon mit neun Jahren in Ihre Frau verliebt waren. Gibt es einen Trick, wie Sie Ihre Beziehung so lange erhalten haben?

KELLY: Ich hatte nicht so viele Partnerschaften, dass ich genau wüsste, wie es richtig geht. Aber ich denke, am meisten hat uns geholfen, dass wir uns viele Jahre kannten. Wir waren schon früh ganz eng befreundet, sodass die bösen Überraschungen nach ein paar Jahren ausblieben.

NNP: Zu welchen ihrer Geschwister haben Sie noch besonders viel Kontakt?

KELLY: Das ändert sich ständig. Wir sind zwölf Geschwister, das bedeutet zwölf verschiedene Beziehungen, die man aufrecht erhalten muss. Das ist nicht immer leicht, weil wenn man überall verstreut ist, muss man telefonieren, mailen, sich extra mal treffen, und das ist Aufwand. Aber mit Maite, Joey und Jimmy verstehe ich mich am besten. Wir sehen uns regelmäßig und reden sehr viel. Mit einer ganzen Reihe habe ich immer wieder Kontakt, mit ein, zwei nur ganz selten.

NNP: Es gibt ja viele verrückte Geschichten über die Kelly Family. Welches ist Ihrer Meinung nach die verrückteste?

KELLY: Wahrscheinlich mein ganzes Leben. Aber es gibt so Highlights, die besonders bizarr sind. Zum Beispiel, als wir mal von einer Tour zurück auf unser Hausboot kamen, und auf dem Klo saß ein Fan und probierte gerade die Hose von Paddy an.

NNP: Oh. Was haben Sie gemacht?

KELLY: Das Mädchen wurde raus-eskortiert. Sie war noch sehr jung, da wollten wir nicht die Polizei rufen. Aber es gab auch verrückt schöne Erlebnisse. Zum Beispiel haben wir mal auf der Straße gespielt, als uns noch keiner kannte, und dann hat uns Bruce Springsteen angesprochen. Der hat an diesem Tag in Paris das Stadion gefüllt, aber wir kannten ihn eben auch nicht. Seitdem besuchen wir alle vier, fünf Jahre ein Konzert und treffen ihn auch immer backstage. Solche Momente machen die Welt klein.

NNP: Wenn Sie einen Brief an Gott schreiben würden, was würde drinstehen?

KELLY: Danke, dass du mich geschaffen hast. Danke für alles, was du mir geschenkt hast, meine Familie, Gesundheit. Bitte verzeih mir all meine schlechten Taten und bleib bei mir.

NNP: Und an den Teufel?

KELLY: Dem würd ich keinen Brief schicken.

NNP: Und an Ihr 13-jähriges Ich?

KELLY: Oh Gott, das ist übel. (überlegt) Ich könnte dir ganz viel raten und dir vorschlagen, Dinge anders zu machen, aber du würdest sowieso nicht drauf hören, also mach weiter so und wir sehen uns.

NNP: Dabei fällt mir ein: Haben Sie die Backstreet Boys eigentlich auch so gehasst wie wir Fans damals?

KELLY: Nein, wir haben sie oft bei Shows gesehen, die waren supernett. Außer der Nick, der war am Anfang ein bisschen arrogant. Später gab sich das dann aber auch. Ich werde nie vergessen, wir waren mal im gleichen Studio und Nick hat in der Cafeteria einen Schokoriegel ausgepackt. Da kommt seine Managerin, reißt ihm den Schokoriegel aus der Hand und brüllt: Bist du bescheuert, du weißt, dass du das nicht essen darfst, davon kriegst du Pickel! Da habe ich dann gemerkt, wie gut es mir geht.

Die Irish-Christmas-Weihnachtsshow von Angelo Kelly und seiner Familie am 14. Dezember in der Stadthalle beginnt um 19 Uhr. Die Kellys interpretieren alte Weihnachtsklassiker auf irische Art. Sie werden von vier Musikern unter anderem auf der irischen Fidel, der Mandoline und dem Dudelsack begleitet. Karten gibt es in der Ticket-zentrale der Stadthalle Limburg.

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