Neuer Windpark bei Montabaur

Die Ortsgemeinden Girod, Großholbach, Heilberscheid und Nomborn haben mit dem Energieversorger EnBW AG aus Stuttgart einen Gestattungsvertrag zum Bau und zum Betrieb von Windenergieanlagen unterzeichnet. Von 2019 an sollen sich auf den Eisenbachhöhen in der Verbandsgemeinde Montabaur bis zu sechs Windräder drehen. Eine Informationsveranstaltung für die Bürger ist am kommenden Montag in Girod.

Nahezu einstimmig haben die vier Ortsgemeinderäte aus Girod, Großholbach, Heilberscheid und Nomborn in ihrer gemeinsamen Sitzung dem Gestattungsvertrag zur Errichtung und zum Betrieb von Windrädern auf den Eisenbachhöhen zugestimmt. Die Fläche liegt auf den Gemarkungen der vier Ortsgemeinden und ist seit 2011 im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Montabaur als Konzentrationsfläche zur Windenergienutzung ausgewiesen. Jetzt unterzeichneten die Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Herbst (Girod), Michael Kohlhaas (Großholbach), Markus Thomé (Heilberscheid) und Patrick Brach (Nomborn) sowie Madeleine Unger und Christian Bauer von der EnBW AG aus Stuttgart den Vertrag. Bürgermeister Edmund Schaaf von der Verbandsgemeinde Montabaur hatte mit seinem Team aus der Bauverwaltung Pate gestanden für den Vertrag.

In den folgenden Monaten stehen verschiedene Untersuchungen an, bei denen im Hinblick auf den Naturschutz geprüft wird, welche Vögel, Fledermäuse oder andere geschützte Arten in dem Gebiet vorkommen. Die Gutachten sind bereits beauftragt. Details dazu werden Anfang April mit der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises abgestimmt, weil diese nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz für die Genehmigung von Windenergieanlagen zuständig ist. Parallel dazu wird EnBW die Standortplanung sowie die Planungen für Kabeltrasse und Zuwegung weiter voranbringen. EnBW betreibt bereits seit 2001 drei Windenergieanlagen im südöstlich gelegenen Eppenrod.

Weiterhin wurde in dem Vertrag vereinbart, dass es in Absprache mit den Ortsgemeinden eine Beteiligungsmöglichkeit für Bürger am Windpark geben soll. Auch der Rückbau der Anlagen nach einer Betriebsdauer von bis zu 30 Jahren wurde festgeschrieben.

Bereits im Jahr 2012 hatten die vier Eisenbachgemeinden einen gemeinsamen Vertrag zur Windenergie unterzeichnet. In dem „Solidarpakt Windenergie“ vereinbarten sie, die infrage kommenden Flächen gemeinsam zu verpachten. Außerdem wurde festgelegt, nach welchem Schlüssel und welchen Kriterien die Einnahmen, Ausgaben und Risiken unter den Ortsgemeinden verteilt werden. „Es war sinnvoll, dass wir diese Dinge einvernehmlich geklärt hatten, ehe wir einen möglichen Betreiber für den Windpark gesucht haben“, sagte Schaaf.

Um die Bürger auf dem Laufenden zu halten, wurden bereits zwei gemeinsame Einwohnerversammlungen geplant, bei denen neben den vier Ortsbürgermeistern sowohl Vertreter von EnBW als auch das Team der Bauverwaltung über den jeweils aktuellen Stand der Planungen informieren: Der erste Termin ist für Montag, 14. März, 19 Uhr, in der Sporthalle Girod festgesetzt. Ein weiterer Termin ist für die zweite Jahreshälfte 2016 vorgesehen und wird noch konkret bekannt gegeben.

(nnp)

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