1. Startseite
  2. Region
  3. Limburg-Weilburg

St. Nikolaus erstrahlt wieder im alten Glanz

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Klaus-Dieter Häring

Kommentare

Unvollendete Kunst in der alten Elbtaler Nikolauskirche: Sie zu erhalten, war Ziel der jetzt vollendeten Sanierung.
Unvollendete Kunst in der alten Elbtaler Nikolauskirche: Sie zu erhalten, war Ziel der jetzt vollendeten Sanierung. © Klaus-Dieter Häring

Für die Pfarrgemeinde Elbtal ist der kommende 1. Mai ein großer Termin im Veranstaltungskalender. Dann wird nach mehrjähriger Sanierung und Restaurierung die alte Nikolauskirche wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Fast eine Million Euro sind in diese Arbeiten geflossen.

Der Festtag zur Wiedereröffnung der alten Kirche St. Nikolaus beginnt am morgigen Freitag um 10 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst, der von Abt Andreas Range aus Marienstatt zelebriert wird.

Musikalisch wird er vom neuen Projektchor der Pfarrgemeinde mitgestaltet. Im Anschluss daran sind alle Gottesdienstbesucher zu einem Empfang eingeladen, der bei schönem Wetter auf dem Parkplatz vor der alten Kirche, bei schlechtem Wetter im Dorfgemeinschaftshaus stattfindet. Des Weiteren wird eine kleine Fotoausstellung vorbereitet, welche die wichtigsten Aspekte der Sanierungsarbeiten dokumentiert. Um 14 Uhr erläutert Professor Dr. Matthias Kloft Geschichte und Bedeutung des alten Gotteshauses sowie die Restaurierung.

Zu Recht kann man bei der alten Nikolauskirche von einem Kleinod reden. Das Gebäude mit seinen Malereien und Schnitzereien im Innenbereich gehört zu den schönsten Kirchen aus der Zeit der Romanik im Kreis Limburg-Weilburg. Bei der zeitlichen Einordnung des Alters der Kirche sind sich die Experten uneins. „Man kann davon ausgehen, dass die Kirche Ende des 12. Jahrhunderts entstanden ist“.

Holz aus dem Jahr 1380

Weitere interessante Daten kommen von Pastoralreferent Michael Schönberger. Die Kanzel stammt demach aus dem Jahr 1734, in das Jahr 1702 wird die Nordempore datiert, der Dachreiter stammt aus dem Jahr 1715, das älteste Holz im Dach wird dem Jahr 1380 zugeschrieben und der Fachwerkaufsatz stammt aus dem Jahr 1788.

Aufsteigende Feuchtigkeit in den Wänden drohten vor fünf Jahren, die alte Handwerkskunst zu zerstören. Als Erstes mussten deshalb der in den 1960er Jahren eingebaute Betonfußboden und der moderne Putz entfernt werden. Der Putz verhinderte, wie Fachleute heute wissen, dass aus den unteren Mauerschichten aufsteigendes Wasser direkt wieder verdunstete.

Um die gesamte Kirche herum wurde ausgeschachtet, um die Außenmauer zu belüften. Die Außenseite bekam einen neuen Putz. Dabei achteten die Facharbeiter darauf, dass die mittelalterlichen und neuzeitlichen Putze bewahrt werden, um dem ganzen Ensemble ein einheitliches Bild zu geben. „Diesen mittelalterlichen Außenputz gibt es nur noch an der Berger Kirche“, erzählt Michael Schönberger.

Das Gebäude weist außerdem im Außenbereich wertvolle bauzeitliche Fugenritzen auf, die an einer Außenwand in einer Art Schaubild bewahrt wurden. Der neu aufgetragene Putz soll helfen, die Feuchtigkeit aus dem Gebäude herauszutransportieren.

Auch im Innenraum wurden großzügige Restaurationsarbeiten durchgeführt. Die Arbeiter sicherten die Malereien im Chorbereich, von denen einige einst unvollendet blieben. An einigen Stellen blieben bis heute nur Skizzen. Auch das Holz mit den Schnitzereien wurde komplett überarbeitet. Die Fachleute entfernten farbliche Fassungen und trugen Leinöl auf.

Eine moderne Anlage kontrolliert nun die Luftfeuchtigkeit im Inneren und öffnet bei Bedarf sogar automatisch die Fenster. Geplant sind nun in der Kirche, die nur im Winter geschlossen bleibt, Totengottesdienste, im Sommer Sonntagsgottesdienste, regelmäßig Wortgottesdienste „aber auch Ausstellungen“ wie Pastoralreferent Michael Schönberger erzählt. kdh

Auch interessant

Kommentare