Endlich wieder verletzungsfrei, möchte Nils Gehrke in der kommenden Saison wieder angreifen.
+
Endlich wieder verletzungsfrei, möchte Nils Gehrke in der kommenden Saison wieder angreifen.

Motocrossfahrer

Nils Gehrke: Mit Vollgas in die Karriere

  • VonRolf-Peter Kahl
    schließen

Mit sechs Jahren bereits absolvierte Nils Gehrke aus Kaltenholzhausen sein erstes Motocross-Rennen. Heute gehört der 23-Jährige zur deutschen Elite.

Wer träumt nicht davon, als Jugendlicher mit einem schnellen Moped über Rennstrecken zu heizen? Nils Gehrke aus Kaltenholzhausen war gerade fünf Jahre alt, als er im Garten der Eltern mit einer „Baby 50“ mit gut 40 Sachen seine ersten Fahrten absolvierte. In einem Alter, in dem andere Kinder dem Dreirad entwachsen sind und ihre ersten Fahrversuche auf einem Rad mit Stützrädern machen.

Nur wenig später bestritt Nils (2000) auf der Naturrennstrecke des MSC Kaltenholzhausen beim Hessencup sein erstes offizielles Rennen. Der Jungspund fuhr gut – und er fuhr immer besser. Mit acht Jahren wurde er auf einer 65-ccm-Maschine Hessenmeister und ging in seiner Altersklasse auch bei der DM an die Startrampen. Immer öfter ließ er seine Konkurrenten Staub und Schlamm fressen.

„Große Leidenschaft“

„Motocross ist meine große Leidenschaft“, sagt Nils, der noch einen älteren Bruder hat. Sieht man auf den Werdegang des heute 23-jährigen Motorradfreaks, wurde ihm diese Leidenschaft buchstäblich in die Wiege gelegt. Denn der Name Gehrke war schon in den 80er- und 90er-Jahren nicht nur in der heimischen Region eng mit dem Motocross-Sport verbunden. Nils’ Vater Frank Gehrke rangierte lange Zeit in diesem Sport unter den ersten zehn Fahrern im Land, bis er seine aktive Zeit 2002 beendete.

Von Anfang an hat der Senior seinen Sprössling in hohem Maße unterstützt und gefördert – bis heute. Und da zumindest alle männlichen Familienmitglieder der Gehrkes, Vater Frank, Bruder Phil, Cousin Sam oder die Onkel Thorsten, Jörg und Mike alle schon mal auf einer Maschine gesessen haben, gehört Motocross immer wieder auch zu den Tagesthemen im heimischen Heizungsbauunternehmen in Kaltenholzhausen. Neben Blut pulsieren auch etliche Liter Benzin in den Adern des „Gehrke-Clans“. Ein tolles Umfeld für Nils, der sich in Absprache mit dem Vater seit seinem Abitur als Profifahrer versucht und zudem im heimischen Unternehmen derzeit eine Lehre als Anlagenmechaniker absolviert.

Aktuell sind der ADAC Youngster Cup und die Deutsche Meisterschaft MX2 die sportliche Heimat von Nils. Unterstützt wird er vom AB-Racing Team Suzuki Reinecke in Holler. Drei Fahrer gehen für das Team an den Start – ein Tscheche, ein Slowake und eben Nils. Seine bisher größten Erfolge: Top-Ten-Platzierungen bei den Deutschen Meisterschaften in den vergangenen drei Jahren. Bei den internationalen Deutschen rangierte Nils im vergangenen Jahr unter den ersten 20. In diesem Jahr war Nils fast sieben Monate verletzt und hat deshalb etliche der 15 Saisonrennen absagen müssen. Angst hat Nils bei seinen Fahrten übrigens nicht. Dass trotzdem immer etwas passieren kann, zeigen die Verletzungen, die ihn in seinen jungen Jahren schon ereilten. Drei Kreuzbandrisse, einmal die Elle und zwei Schulterbrüche zwangen ihn immer wieder zu Pausen.

Enormer Trainingsfleiß

Um höherklassig zu fahren und dort auch erfolgreich zu sein, erfordert nach Aussage von Nils enormen Trainingsfleiß. Und so trainiert er mit seinen zwei Maschinen (eine stellt das Racing Team, eine besitzt er privat) bis zu dreimal die Woche auf unterschiedlichen Strecken. Am letzten Wochenende fuhr er zum Beispiel mehrere Einheiten mit Motocross-Kollegen aus Apolda auf deren Strecke in Thüringen. Doch nicht nur das Training mit der Maschine ist wichtig. Grundvoraussetzung für den Erfolg ist die körperliche Fitness. „Ich muss mich im Kraftraum und durch Ausdauertraining, beispielsweise Joggen fit halten, denn die Rennen sind ganz schön kraftraubend“, berichtete der junge Motorsportler. Hinzu kommen neuerdings monatliche Sitzungen mit einem Mentalcoach.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare