Kita-Leiterin Nicole John, Stellvertreterin Claudia Lauterbach, Erzieherin Anna Mies und Pfarrer Eckehard Brandt haben trotz der schwierigen Situation bisher alles im Griff.
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Kita-Leiterin Nicole John, Stellvertreterin Claudia Lauterbach, Erzieherin Anna Mies und Pfarrer Eckehard Brandt haben trotz der schwierigen Situation bisher alles im Griff.

Im Westerwald wird es eng im Kinderegarten

Notgruppen kommen an ihre Grenzen

Evangelische Kitas sind auch in Corona-Zeiten weiter für Kinder und Eltern da

Westerwald -Die Kinder der Wiesengruppe der Evangelischen Kindertagesstätte Westerburg sind zufrieden. Der Bauwagen und das zugehörige große Spielgelände gegenüber dem Kindergarten bieten alles, was sie zum Spielen brauchen. Und der Betreuungsschlüssel ist prima. Zwei Erzieherinnen bilden ein Team mit nur zehn Kindern - Vorschrift in Corona-Zeiten.

Aber personell und räumlich ist die Kita inzwischen an ihren Grenzen angelangt, berichtet Leiterin Nicole John. "Wir haben wieder über 50 Kinder hier und mehr als 60 können wir nicht betreuen, das ist fast die Hälfte der üblichen 122 Kinder." Um die gesetzlichen Hygienestandards zu gewährleisten, sind drei Gruppen im Haus untergebracht, eine auf dem Waldgelände der Kita und die neugegründete Wiesengruppe beim Bauwagen.

Gestartet waren die Erzieherinnen mit vier Kindern. Da war zunächst die Verunsicherung auf allen Seiten groß und die Regeln, welche Eltern unterstützt werden können, waren noch strenger. Inzwischen ist wieder eine gewisse Routine eingekehrt, auch wenn immer noch neue Informationen durch wöchentliche Videokonferenzen mit allen Mitarbeiterinnen geteilt werden müssen, berichtet John.

Mit Schleuse

und Maske

Der organisatorische Aufwand ist hoch. Beim Abholen und Bringen der Kinder müssen Eltern und Erzieherinnen sich an einer Art Schleuse begegnen und Masken tragen. In der direkten Betreuung der Kinder gibt es keine Maskenpflicht. Die Mahlzeiten der Kinder finden direkt in den Gruppen statt, um Kontakt zwischen den Gruppen zu vermeiden. "Würde eine Person erkranken, müssten so nur die anderen Gruppenmitglieder in Quarantäne und nicht die ganze Kita", erläutert Nicole John.

Auch die Erzieherinnen, die zu Risikogruppen gehören und zu Hause bleiben müssen, sind in die Abläufe weiter eingebunden. Sie kümmern sich im Homeoffice um die Qualitätsentwicklung, Arbeit an Schutz- und Partizipationskonzepten, Portfolios und andere Kita-Projekte.

Pfarrer Eckehard Brandt von der Evangelischen Kirchengemeinde, als Träger der Kita, ist voll des Lobes über die umsichtige Führung der Kita unter diesen schwierigen Bedingungen: "Kita-Leitung und Team haben von Anfang an vollen Einsatz gezeigt. Ich bin begeistern über die klasse Arbeit, die hier geleistet wird." Die steigenden Bedarfe der Eltern für die Notgruppen machen jedoch auch Brandt Sorgen.

Ähnliche Erfahrungen

in den Einrichtungen

Auch die anderen Evangelischen Kindertagesstätten im Dekanat Westerwald machen ähnliche Erfahrungen mit steigenden Kinderzahlen. Julia Altgeld, stellvertretenden Leiterin der Kita Glückskind in Freirachdorf, konnte von Beginn an eine Notgruppe anbieten. "Aktuell besuchen ein gutes Drittel der Kinder tageweise die Einrichtung, so dass wir bislang eine Notgruppe mit etwa acht Kindern täglich betreuen. Normalerweise haben wir 28 Kinder." Regina Blankenhagen, Leiterin der Kita Kinder Garten Eden in Gemünden, bietet Notbetreuung seit dem 20. April an. "Zunächst wurde nur ein Kind betreut, die Zahlen steigen aber mit jeder Woche. Jetzt haben wir schon zwei Notgruppen. Die Kinder können während der ganzen Öffnungszeit (7.15 bis 16.30 Uhr, freitags bis 14.30 Uhr) und an allen Tagen kommen."

Auch Vera Tinney von der Evangelischen Kita Mogendorf verzeichnet eine steigende Tendenz. Eine dritte Gruppe und vielleicht bald eine vierte Gruppe müssen eingerichtet werden, sagt sie.

Kathrin Wingender, Leiterin der Kita Regenbogen in Emmerichenhain berichtet, dass ihre Mitarbeiterinnen nun fast alle wieder vor Ort sein müssen, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Sie bedauert, dass es keine schöne Abschiedszeit oder gemeinsame Aktionen für die Vorschulkinder realisieren lässt. Für die Familien, die weiterhin keinen regulären Kita-Besuch nutzen können, gibt es weiterhin Alternativangebote, um Kindern und Eltern diese Phase zu erleichtern. "Wir verschicken jede Woche eine Familienpost, in dieser befinden sich ein Elternbrief, ein Kinderbrief und verschiedene Beschäftigungsangebote aus den unterschiedlichsten Bereichen (beispielsweise Rezepte, Spiele oder auch Entspannungsangebote). Dazu bieten wir eine Bastel-Drive Inn vor dem Kindergarten an, diesen nutzen die Familien sehr rege. Eine Ideensammlung an Beschäftigungen hängt am Eingangsbereich zusätzlich aus." red

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