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Diese Aufnahme vom Juli 2016 zeigt das Parkbad in Limburg aus der Vogelperspektive.

Schwimmbad

Parkbad wird teurer: Ausschuss genehmigt höhere Eintrittspreise

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Die Einzeltickets im Parkbad erhöhen sich in der kommenden Freibad-Saison um 50 Cent. Das empfiehlt der Haupt- und Finanzausschuss den Stadtverordneten, die darüber am 17. Dezember abstimmen werden. Die vom Limburger Magistrat vorgeschlagene Preiserhöhung für Zehnerkarten fällt dagegen etwas niedriger aus. Außerdem wird ein günstiger Abendtarif eingeführt.

Vielleicht können ehrenamtlich tätige Bürger demnächst kostenfrei das Parkbad besuchen. Die FDP-Fraktion schlägt das vor. Die Verwaltung soll nach einem Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses prüfen, ob und wie sich das umsetzen lässt und vor der Freibad-Saison, die im Mai beginnt, einen Vorschlag machen. Bislang genießen dieses Privileg nur Einsatzkräfte der Limburger Feuerwehren.

Sicher ist hingegen, dass der Eintritt im Parkbad teurer wird. Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt den Stadtverordneten mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP folgende Preiserhöhungen, die von 2019 an gültig wären und die Grüne und Linke ablehnen:

  Einzelkarte für Erwachsene: 3,50 Euro statt bislang drei Euro;

  Einzelkarte Kinder und Jugendliche (sechs bis 17 Jahre): zwei Euro statt 1,50 Euro;

  Zehnerkarte Erwachsene: 30 Euro statt 25 Euro;

  Zehnerkarte Jugendliche: 17 Euro statt zwölf Euro;

Die Preiserhöhung der Zehnerkarten fällt auf Vorschlag der SPD-Fraktion geringer aus. Nach dem Willen des Magistrats sollten Erwachsene vom nächsten Jahr an 32 Euro und Kinder und Jugendliche 18 Euro zahlen. SPD-Fraktionschef Peter Rompf hatte sich darüber gewundert, denn zehn Mal 50 Cent mehr pro Einzelkarte ergebe für ihn eine Preiserhöhung um fünf Euro für die Zehnerkarte, aber nicht eine um sieben Euro (Erwachsene) und sechs Euro (Kinder und Jugendliche).

Ebenfalls teurer werden die Saisonkarten: Erwachsene zahlen 2019 70 Euro statt 60 Euro, Kinder und Jugendliche 38 Euro statt 33 Euro. Am Preis für die Familienkarte ändert sich hingegen nichts.

Preise „angepasst“

Die Verwaltung begründete die Preiserhöhungen mit den schon jetzt höheren Preisen in Nachbarbädern und dem Wunsch, sich diesen Preisen „anzupassen“. In der zurückliegenden Limburger Freibad-Saison waren knapp 870 Zehnerkarten für Erwachsene und knapp 400 Zehnerkarten für Kinder und Jugendliche verkauft worden.

Auf Anregung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Christopher Dietz wird 2019 ein vergünstigter Tarif für Abend-Schwimmer eingeführt: Von 18 Uhr an zahlen Erwachsene dann nur noch zwei Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche 1,50 Euro. Auch dem stimmte der Ausschuss mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP zu.

So richtig überzeugt von diesem neuen Tarif scheint die Verwaltung allerdings nicht zu sein: Einen solchen Tarif habe die Verwaltung in der Vergangenheit schon deshalb nicht vorgeschlagen, weil die Eintrittsgebühren „als sozialverträglich zu bezeichnen sind“, heißt es in einer Stellungnahme. Wer berufstätig sei und erst abends ins Freibad könne, dürfte in der Lage sein, auch die höheren Eintrittsgelder zu zahlen. Durch einen Abendtarif würde sich außerdem die Einnahmesituation des defizitären Freibads verschlechtern. In den Jahren 2014 bis 2017 betrug der durchschnittliche jährliche Fehlbetrag 810 000 Euro.

Keine Mehrheit fand der Antrag der Linken, auch Kindern und Jugendlichen freien Eintritt zu ermöglichen; bislang profitieren davon nur Kinder im Alter bis einschließlich fünf Jahren. CDU, SPD und FDP stimmten dagegen, die Grünen enthielten sich.

Der Vorschlag der FDP, ehrenamtlich Tätigen freien Eintritt ins Parkbad zu gewähren, der nun von der Verwaltung geprüft wird, sorgte allerdings für einiges Stirnrunzeln – bei der Verwaltung und einigen Stadtverordneten. Der SPD-Stadtverordnete Jens Fluck fragte nach einer Eingrenzung und wollte wissen, ob damit alle Ehrenamtlichen gemeint seien, wie zum Beispiel auch passive Vereinsmitglieder, oder nur Vorstandsmitglieder.

Ehrenamts-Card

Die FDP-Fraktionschefin Marion Schardt-Sauer ließ diese Frage offen. Das sei nun mal der politische Wille der Liberalen; wie das umgesetzt werden könne, müsse schon die Verwaltung klären. Der Stadtverordnete Dr. Sebastian Schaub (Grüne) gab zu bedenken, es gebe mehr Ehrenamtliche als sich die FDP vorstelle, auch wenn der Vorschlag grundsätzlich gut sei.

Auch der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) zeigte sich verwundert: „Wie sollen wir das kontrollieren?“, fragte er. Feuerwehrleute hätten einen Dienstausweis, um nachzuweisen, dass sie kostenlos ins Freibad dürfen (als Anerkennung für ihren wertvollen Dienst).

Der SPD-Stadtverordnete Gerhard Voss, zugleich Vorsitzender des Sängerkreises Limburg, zückte schließlich seine Ehrenamts-Card, die ihm der Landkreis ausgestellt habe. Die berechtige zum Beispiel vielerorts zu einem ermäßigten Eintrittspreis im Landkreis. Besitzer dieser Ehrenamts-Card zahlen schon jetzt im Parkbad Limburg den Eintrittspreis für Kinder und Jugendliche.

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