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Die Parteien läuten die heiße Wahlkampfphase ein

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Am 28. Oktober ist großer Wahltag im Landkreis Limburg-Weilburg: Die Bürger sind zur Landrats- und zur Landtagswahl aufgerufen. Wir haben die Parteien gefragt, wie sie sich darauf vorbereiten.

Es nicht zu übersehen: Die Parteien haben die heiße Wahlkampfphase eingeläutet. Seit ein paar Tagen hängen die meisten Plakate, die Bewerber um Landratsamt und Landtagsmandate sind fünf Wochen vor dem großen Wahltag aber auch persönlich noch präsenter.

Michael Köberle (CDU) und Jörg Sauer (SPD) sind schon seit Wochen fleißig unterwegs. Die beiden aussichtsreichsten Landratskandidaten wollen bis zum 28. Oktober alle Ortsteile im Kreis besucht und mit möglichst vielen Menschen gesprochen haben.

Die Landtagsabgeordneten und -kandidaten Joachim Veyhelmann und Andreas Hofmeister (CDU) und Tobias Eckert (SPD) sowie Viktoria Spiegelberg-Kamens (SPD), die erstmals in den Landtag will, tauchen ebenfalls fast überall auf, wo sie von vielen Bürgern gesehen werden und auf sich aufmerksam machen können. Die beiden liberalen Kandidaten Marion Schardt-Sauer (Landtag) und Dr. Klaus Valeske (Landrat) stehen ihnen kaum nach. Die Mitbewerber von der AfD und den Linken halten sich in der Öffentlichkeit dagegen (noch?) völlig zurück; die Freien Wähler sind schon aus dem Rennen. Bendel steht zwar noch auf dem Stimmzettel, weil er die Kandidatur für den Chefposten im Kreishaus nicht mehr zurückziehen konnte. Er führt jedoch keinen Wahlkampf, und für bei der Landtagswahl tritt die FWG diesmal nicht an.

Die Grünen haben auf unsere Bitte nach Informationen nicht reagiert.

Alle Parteien setzen nach eigenen Angaben vor allem auf den persönlichen Dialog. Die CDU auch bei Bürgersprechstunden und Gesprächsrunden, die SPD bei „Vor-Ort-Terminen mit Fachleuten und Mandatsträgern“, die FDP unter anderem bei Firmenbesuchen. Auf die konkrete Frage dieser Zeitung nach den Wahlkampfkosten hat keine Partei konkret geantwortet. Der finanzielle Aufwand sei in etwa so hoch wie bei vorangegangenen Wahlen, heißt es von der SPD. Die FDP nennt einen niedrigen fünfstelligen, die AfD einen mittleren vierstelligen Betrag. „Über Geld lohnt sich nicht zu reden“, teilt die Linke mit. „Wir sind (noch) ein finanziell und personell schwacher Kreisverband.“

Neu ist der Versuch, über soziale Medien andere Wählergruppen zu erreichen. SPD-Mann Tobias Eckert setzt sich bereits seit Wochen sehr professionell mit Videos auf Facebook in Szene; die anderen werden bald folgen. „Wir nutzen die Möglichkeiten der Online-Kommunikation (Homepage, Facebook, WhatsApp), um eine große Reichweite für unsere Botschaften zu erzielen und Netzwerke aufzubauen. In der Wähleransprache gewinnt das Format Video zunehmend an Bedeutung“, schreibt etwa Marion Schardt-Sauer. „Selbstverständlich nutzen wir auch die sozialen Medien wie Facebook und Instagram“, teilt CDU-Kreisgeschäftsführer Tarek Cinar mit.

Auf dem Programm von CDU und SPD stehen auch Hausbesuche, und alle Parteien wollen auf Info-Ständen für sich werben. Dabei wollen sie neben Flyern und Kugelschreibern kleine Geschenke verteilen, die die Freundschaft erhalten beziehungsweise einleiten sollen. . . Die CDU hat Flaschenöffner, Einkaufswagen-Chips und Buntstifte parat, bei den Freidemokraten ist der „FDP-Schwamm“ laut Schardt-Sauer der „absolute Renner“, die Linke hat Brillenputztücher im Angebot.

Mit Prognosen halten sich fast alle zurück. „Die Wahlziele sind klar“, so die CDU. Volker Bouffier soll Ministerpräsident bleiben und Michael Köberle Landrat werden. „Wir setzen auf Sieg“, verkündet die SPD.

Die FDP will „überall zweistellig“ werden.Die Linke hat ein viel größeres Ziel: „Uns wird es gelingen, die Welt zu retten“.

(hei)

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