Zeitung in der Grunschule

Peter Blum ist der „singende König von Waldbrunn“

Was macht eigentlich ein Bürgermeister? Und denkt der den ganzen Tag nur an seine Arbeit? Die Viertklässler der Grundschule Hausen fanden es heraus.

„Ich singe für mein Leben gern und habe früher auch in einer Band gespielt.“ Mit dieser Aussage überrascht der Bürgermeister von Waldbrunn, Peter Blum, die ZING-Reporter der Klasse 4 aus Hausen, als sie ihn nach seinen Hobbys fragen. Aber nicht nur musikalisch ist Peter Blum. Nein, er mag noch vieles mehr. Seine Lieblingsbeschäftigung ist zurzeit aber sein kleiner Sohn Anton, mit dem er besonders gern seine Freizeit verbringt.

Dies und mehr erfahren die Jungen und Mädchen, als sie am großen Tisch des Besprechungsraumes im Waldbrunner Rathaus am Ortsrand von Fussingen sitzen und ihr Interview mit dem Bürgermeister führen. Die Stühle sind gut gepolstert und die Stimmung ist ziemlich locker. Es riecht ein bisschen wie beim Zahnarzt, findet Celine. An den Wänden stehen Schränke mit vielen wichtigen Aktenordnern. Stolz trägt jeder ZING-Reporter seinen Reporterausweis um den Hals und ist mit Reporterblock und Stift ausgerüstet, um die Antworten von Peter Blum aufzuschreiben. „Kann man sagen, dass Sie so etwas wie der König von Waldbrunn sind?“, fragt Emily. Peter Blum lacht. „Nein, nein! Ein König ist ja ein Chef mit Krone, der auf seine Bevölkerung herunterschaut und befiehlt. Bei mir ist das ganz anders: Ich wurde demokratisch gewählt und bin nur der Chef der Verwaltung. Die Entscheidungen treffen die Politiker in den Parlamentssitzungen. Ich als Bürgermeister sorge nur dafür, dass dann alles auch so umgesetzt wird wie es beschlossen wurde.“

Lina will wissen: „Ist Bürgermeister eigentlich Ihr Traumberuf?“ „Das ist eine gute Frage.“ Peter Blum überlegt. Dann erzählt er, dass er in seinem Beruf als Bürgermeister glücklich ist, weil seine Arbeit sehr interessant ist. Peter Blum findet den Beruf aber auch anstrengend, und er hat viel Verantwortung. David notiert die Antwort des Bürgermeisters auf seine Frage, was dem Rathauschef am Leben als Bürgermeister besonders wichtig ist: Das ist der Kontakt zu den Waldbrunner Bürgern. Peter Blum freut sich immer, wenn die Leute zu ihm ins Rathaus kommen.

Mohammed schreibt auf, welche Aufgaben der Waldbrunner Bürgermeister so hat: Er versucht, die Probleme der Menschen in Waldbrunn gemeinsam mit seinen Mitarbeitern zu lösen. Peter Blum beantwortet Bürgeranfragen und hat viele Außentermine. Als Chef der Verwaltung muss er auch darauf achten, wie viel Geld für welche Angelegenheiten in Waldbrunn ausgegeben wird. Lange Schreibarbeiten am Büroschreibtisch mag Peter Blum nicht so gerne, notiert sich Reporter Nils auf seinem Block.

Die Nachwuchsreporterin Marie befragt den Bürgermeister zu einem ganz aktuellen Thema: „Was halten Sie denn von den geplanten Windrädern in der Nähe von Hausen?“ Peter Blum antwortet, dass er die Nutzung von Windkraft grundsätzlich gut findet, auch weil die Gemeinde dafür Geld einnehmen kann. Allerdings ist er etwas skeptisch, weil die Windräder im Waldgebiet gebaut werden sollen.

Selma will wissen: „Macht Ihr Kopf auch mal Pause oder denken Sie immer an Ihre Aufgabe als Bürgermeister, wenn Sie durch Waldbrunn laufen?“ „Ja, immer“, antwortet der Rathauschef spontan und stellt die Gegenfrage: „Ist es bei euch denn anders? Denkt ihr etwa nicht immer an die Schule?“ „Nein!“ Die Kinder lachen laut.

Dann kommen sie zu einer Sache, die ihnen besonders wichtig ist: Auf dem Hausener Spielplatz sind ihrer Ansicht nach zu wenig Spielgeräte aufgestellt, die auch für größere Kinder wie sie geeignet sind. „Können Sie da was machen?“, fragen die Reporter. Peter Blum überlegt. Dann schlägt er vor, dass die Klasse 4 ihm diesen Wunsch nochmal in einem Brief schriftlich mitteilt. Den wird er dann mit dem Hausener Ortsvorsteher Rüdiger Zeiler und den Leuten vom Bauhof besprechen. „Vielleicht lässt sich da ja was machen. Welche Spielgeräte hättet ihr denn am liebsten?“, fragt der Bürgermeister. Aufgeregt äußern die Kinder ihre Wünsche: Toll wären eine Rutsche, ein großes Klettergerüst und eine Seilbahn.

Das Interview dauert nun schon recht lange, und einige Reporter werden langsam müde. Aber Max will noch wissen, ob die Gemeinde Waldbrunn für die Viertklässler auch in diesem Schuljahr wieder den Steinzeit-Projekttag mit dem Mobilen Landschaftsmuseum von Holger Rittweger bezahlen wird. „Ich gehe davon aus, dass das klappen wird,“ ist die Antwort.

Zuletzt ist noch ein Fototermin angesagt. Die Reporter brauchen für ihren Bericht schließlich auch ein Bild des Rathauschefs. Als der Bürgermeister aufsteht, fällt den Kindern auf, dass an einer Wand des Besprechungsraums ein lustiges Männchen zu sehen ist. Peter Blum lacht: „Das Männchen besteht aus Magneten, die wir hier bei Besprechungen immer zum Aufhängen von Plakaten benutzen. Irgendwann habe ich daraus mal diese Figur gebaut.“ Das gefällt den Nachwuchsreportern und so wird auch das Magnetmännchen gleich auf einem Foto festgehalten.

Als sich die Mädchen und Jungen der Hausener Grundschule vor dem Rathaus von Peter Blum verabschieden und sich auf den Rückweg zur Schule machen, planen sie schon ihre nächste Aufgabe: das Schreiben des „Spielplatz-Wunsch-Briefs“ an den Bürgermeister!

Die ZING-Reporter der vierten Klasse von der Grundschule Hausen sind: Veronika Fesler, Sandro Nackowitsch, Leon Kneifl, Luis Höhler, Celine Weissmann, Dustin Weigand, Nils Reuter, Laurenz Fasel, Mohammed Moussa, David Schick, Marie Kornet, Selma Seelbach, Lina Hering, Maximilian Schmidt, Emily Busch und Klassenlehrerin Simone Guth.

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