Pilzsensation an den Lahnhängen

Unter Pilzkennern und Fachleuten ist das eine Sensation: Der sehr seltene Linden-Kelchbecherling wurde erstmals im Lahntal nachgewiesen, wahrscheinlich sogar einmalig in Rheinland-Pfalz.

Unter Pilzkennern und Fachleuten ist das eine Sensation: Der sehr seltene Linden-Kelchbecherling wurde erstmals im Lahntal nachgewiesen, wahrscheinlich sogar einmalig in Rheinland-Pfalz. Erstmals entdeckt wurden die scharlachroten Pilze bei einer Wanderung zwischen Fachingen und Laurenburg, das war im Februar 2014. Sie wuchsen auf Totholz an einem steilen Lahnhang. Doch auch jetzt wachsen sie an der gleichen Stelle.

Der ehemalige Polizeibeamte Rüttger Schrörs (Wasenbach) nahm die Fahndung in dieser Sache auf und stieß in einem Artenfinder-Portal auf den Namen des Pilzes und auf den Pilzsachverständigen Helmut Kolar aus Koblenz. Der kam an die Lahn, um sich die Pilze an Ort und Stelle anzusehen. Der Pilzsachverständige untersuchte die Proben mikroskopisch und stellte fest, dass ein Ascus (Fortpflanzungsorgan der Schlauchpilze) die für den Linden-Becherling typische Zahl von acht Sporen aufweist. Die Sporen wiederum zeigen zwei große Tropfen an den Polen, was sie von den Sporen anderer Kelchbecherlinge unterscheidet. Somit steht fest, dass es sich bei den in den Lahnbergen gefundenen Prachtbecherlingen um die seltensten dieser Art, nämlich um den Linden-Kelchbecherling (Sarcoscypha jurana) handelt. Der nur auf Lindenholz wachsende Kelchbecherling wurde in dem Netzwerk „naturgucker.de“, ein Portal für alle Tier-, Pflanzen- und Pilzbeobachtungen weltweit, bis dahin nur einmal gemeldet. Dies war in Baden-Württemberg. Weiterhin sind im Saarland ein oder zwei Bestände bekannt.

(nnp)

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