npp_winzer_241020
+
Franz Schaaf ist Hobby-Winzer und nennt 23 Reben in Hahnstätten sein Eigen. Jährlich erzeugt er so 100 Liter für den privaten Verbrauch.

Wein

Rhein-Lahn: Edler Tropfen aus eigenem Anbau

  • vonChristopher Kahl
    schließen

Rentner und Hobby-Winzer Franz Schaaf besitzt 23 Rebstöcke

Hahnstätten -Das Weinanbaugebiet Ahr, mit dem berühmten Ahrwein, kann als Juwel des deutschen Weinanbaus bezeichnet werden. Ahrweine sind ein Begriff, sie stehen für echte deutsche Winzerqualität und kommen aus der Region zwischen Koblenz und Bonn.

Aber schmackhafter Wein gedeiht auch gut in Hahnstätten an der Aar. "Die Qualität ist ebenfalls sehr gut, speziell in diesem Jahr ist der Zuckergehalt und der Ertrag hoch, trotz des Wassermangels im Sommer", berichtet Hobby-Winzer Franz Schaaf, der Wein privat in Hahnstätten an der Aar anbaut und weitere Hobbywinzer rund um Hahnstätten kennt. "Das bestätigt, dass es auch an der Aar tolle Möglichkeiten zum Weinanbau gibt", so der 77-jährige.

Der Rentner nennt 23 Reben sein Eigen und erntet die Trauben für den privaten Verzehr und Gebrauch. Gemeinsam mit seiner Frau pflanzte er vor mehr als drei Jahrzehnten drei Rebenzöglinge an seinem Haus, die ihm von einem Weinbauer aus der Gemeinde Weingarten im nördlichen Landkreis Karlsruhe geschenkt wurden.

Gute Pflege und sonnige Lage

"Ich denke es ist die Rebsorte Müller-Thurgau - auch Rivaner genannt", erläutert Schaaf. Die Pflanzen wuchsen dank guter Pflege und sonniger Lage stetig und so zog Schaaf weitere 20 Reben selbst und pflanzte diese in seinem Hang-Garten auf einer Fläche von rund 20 Quadratmetern unterhalb vom Hahnstätter Heideberg. "Anfangs nur zum Verzehr der Trauben, für Saft oder Federweißer", wie der ehemalige Geschäftsführer einer Firma über sein Hobby weiter berichtet.

In seinem kleinen privaten Weinberg ergibt sich so mittlerweile jährlich eine Traubenmenge von rund 150 Kilogramm. "Wir haben uns daher eigens eine Presse sowie Plastikfässer für den Gärprozess angeschafft. So lassen sich in der Regel mehr als 100 Flaschen Wein für den privaten Verzehr erzeugen", berichtet er stolz. Und das schon länger als 15 Jahre.

Sein Hobby ist teilweise zeitintensiv. In der Reifezeit der Trauben im Spätsommer heißt es fleißig ernten, pressen und danach den Gärprozess überwachen. In der Wachstumsphase schaut Schaaf wöchentlich nach Mehltau oder Pilzbefall - den häufigsten Rebkrankheiten. Dann setzt er zur Not auch ein ökologisches Behandlungsmittel ein. Zudem müssen die Reben im Herbst oder Winter beschnitten und das Blattwerk reduziert werden. "Ansonsten kämpfe ich nur mit den Vögeln oder den Wespen", berichtet er augenzwinkernd. Mit dem Ergebnis für seinen Aufwand ist Schaaf mehr als zufrieden.

"Der Wein ist völlig unbehandelt, vollkommen natürlich, ohne Zusatzstoffe, nicht säure- oder schwefelbehandelt", preist der Hobby-Winzer die Vorzüge seines aromatischen edlen Tropfens. Den Alkoholgehalt beziffert er auf 12,5 Prozent - "voll durchgegärt. Wenn natürlich die Wärme und die Sonne fehlen, reduziert sich der Zuckergehalt der Trauben und die Menge an Saft entsprechend. In der Regel entsteht aber ein edler Tropfen mit goldener Farbe von der Aar, der es mit den Qualitätsweinen von der Ahr aufnehmen kann.

Zum Verkaufsschlager wird der Wein dennoch nicht werden, dafür sorgen EU-Regularien. Nur privat verzehren oder verschenken darf Franz Schaaf seinen Wein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare