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Die Bestände an Schwarzwild müssen massiv reduziert werden: Die Afrikanische Schweinepest droht.

Krankheit nahe Deutschland

Im Rhein-Lahn-Kreis geht die Angst vor der Schweinepest um

Mit einem 15 Punkte-Plan will die Jägerschaft im Rhein-Lahn-Kreis die Afrikanische Schweinepest bekämpfen. Die Krankheit ist nur noch wenige Kilometer von Deutschland entfernt.

Bevor in der Kreistagssitzung über die Senkung der Jagdsteuer auf der Tagesordnung stand, haben sich Vertreter der CDU-Fraktion mit der Vorsitzenden der Kreisgruppe der Jägerschaft, Angela Warkentin, in Singhofen getroffen. Sie informierte gemeinsam mit ihrem Kollegen Bernd Weber über die Aufgaben und Herausforderungen der Jägerschaft im Rhein-Lahn-Kreis. „Unser Kreisverband hat etwa 850 Mitglieder, acht Hegeringe, fünf Bläsergruppen und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Bild der Jäger in der Öffentlichkeit positiv darzustellen“, so Angela Warkentin, die einen 15 Punkte-Plan für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorstellte.

ASP: Mastbetriebe in Deutschland von der Afrikanischen Schweinepest bedroht

Die ASP ist – so Weber – nur noch wenige Kilometer von Deutschland entfernt und somit besteht eine große Gefahr, dass sich die tödliche Krankheit in Kürze in Deutschland verbreitet. „Um die Gefahr der ASP zu minimieren, müssen die Bestände an Schwarzwild massiv reduziert werden. Für diesen Prozess ist es aus unserer Sicht wichtig, Anreize zu setzen“, sagt Weber.

In Belgien wurde die Schweinepest bereits im September nachgewiesen

Auch wenn die Schwarzkittel nur ein Faktor seien, die zur Verbreitung der Seuche beitragen können, so waren sich die Gesprächsteilnehmer dennoch einig, dass ein Ausbruch der ASP in Deutschland mit aller Kraft vermieden werden muss. Ein Ausbruch würde nicht nur die Wildschweine massiv dezimieren, sondern er hätte deutschlandweit auch gravierende Folgen für alle Schweinemäster. Jeder Verbraucher wäre von den Auswirkungen spürbar betroffen.

Christdemokraten und Jäger (von links): Udo Rau, Matthias Lammert, Angela Warkentin, Klaus Brand, Franz Lehlmer, Günter Groß, Klaus Bingel, Bernd Weber und Marcel Willig.

Der stellvertretende CDU Fraktionsvorsitzende Udo Rau erläuterte, dass es bislang keine Impfmöglichkeit gegen die ASP gibt und das Wild nach Ausbruch der Krankheit definitiv verenden muss; allerdings hat sich der hochansteckende Virus bis zu diesem Zeitpunkt bereits auf die Bestände weiter übertragen. Aus dieser Infektionswelle gibt es keinen Ausweg.

Jagdsteuer im Rhein-Lahn-Kreis halbiert

Immerhin gab es auf der anschließenden Kreistagssitzung eine erfreuliche Nachricht für die Jäger: Die aktuelle Jagdsteuer wurde halbiert. „Ich begrüße es, dass der Kreistag den Jägerinnen und Jägern entgegengekommen ist und die aktuelle Jagdsteuer halbiert werden konnte. Die Jäger übernehmen zahlreiche und wesentliche Aufgaben des Naturschutzes und leisten wichtige Beiträge zur Vermeidung von Schäden in Land- und Forstwirtschaft“, so Matthias Lammert, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der CDU Kreistagsfraktion.

Zum Hintergrund: Die Festsetzung der Jagdsteuer liegt im Ermessen jedes Landkreises. In einigen Landkreisen wurde die Jagdsteuer bereits ersatzlos aufgehoben. Nur die wenigsten rheinland-pfälzischen Landkreise erheben noch den maximalen Steuersatz von 20 Prozent auf die Jagdpacht. Hierzu gehörte bislang auch der Rhein-Lahn-Kreis.

Kaum finanzielle Einbußen für den Rhein-Lahn-Kreis durch die Halbierung der Jagdsteuer

Während die jetzt vorgenommene Halbierung der Steuer für die Jäger ein deutliches Zeichen der Anerkennung ihrer Arbeit darstellt, sind die finanziellen Einbußen für den Rhein-Lahn-Kreis überschaubar. Die jährlichen Gesamteinnahmen der Jagdsteuer machten bislang weniger als 0,1 Prozent der Gesamteinnahmen des Kreises aus. Bereits vor Jahren hatten sich die Kreisgremien mit dieser Steuer befasst, Während man damals schon keine sachlichen Gründe mehr ausmachen konnte, die für die fortgesetzte Erhebung sprachen, waren es vornehmlich wirtschaftliche Gründe, die zur Beibehaltung führten. Zwischenzeitlich bestehen aber endlich wieder finanzielle Gestaltungsmöglichkeiten. (red)

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