Udo Rau (CDU) präsentierte sich vor der Spielbank in Bad Ems als Landratskandidat.
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Udo Rau (CDU) präsentierte sich vor der Spielbank in Bad Ems als Landratskandidat.

Landratskandidat vorgestellt

Rhein-Lahn: Udo Rau will neuer Landrat werden

  • Rolf Goeckel
    VonRolf Goeckel
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Ehemaliger Verbandsgemeinde-Bürgermeister tritt gegen Jörg Denninghoff (SPD) an

Rhein-Lahn/Nassau -Der frühere Bürgermeister der mittlerweile fusionierten Verbandsgemeinde Nassau, Udo Rau (CDU), kandidiert am 13. März als Landrat des Rhein-Lahn-Kreises. Am Donnerstag wurde der 53-Jährige in Bad Ems von der CDU Rhein-Lahn und den Freien Wählern als zweiter Bewerber nach dem Landtagsabgeordneten Jörg Denninghoff (SPD) präsentiert. Rau zeigte sich zuversichtlich, dass er am 13. März die Zeit der SPD-Landräte nach 40 Jahren beenden kann. CDU und Freie Wähler wollen Rau in einer gemeinsamen Mitgliederversammlung am 21. Januar in Miehlen zu ihrem Landratskandidaten wählen.

"Unverhofft kommt oft", sagte der Politiker gestern bei seiner Vorstellung vor der Bad Emser Spielbank und spielte damit auf den überraschenden Rückzug des noch amtierenden Landrats Frank Puchtler (SPD) kurz vor Weihnachten an.

Nach der Fusion der Verbandsgemeinden Nassau und Bad Ems vor drei Jahren habe er eigentlich einen anderen Lebensansatz gewählt, sagte Rau, der 2018 freiwillig in den Ruhestand getreten war und sich bei der Wahl 2020 um ein Landtagsmandat beworben hatte. Sein Verzicht auf eine Kandidatur als Verbandsbürgermeister der neuen VG Bad Ems-Nassau sei seinerzeit richtig gewesen, sagte Rau, "weil ein Neuanfang auch einen neuen Kopf an der Spitze benötigt". Er habe in den vergangenen drei Jahren "viel Kraft gesammelt", um die Herausforderungen, vor denen der Rhein-Lahn-Kreis stehe, anzupacken,

Dazu zählte der frühere Verwaltungschef an erster Stelle die Sanierung der Kreisfinanzen, die sich in den nächsten Jahren aller Voraussicht nach "dramatisch verschlechtern werden". Wenn jetzt nicht dagegen gesteuert werde, werde der Landkreis in fünf oder sechs Jahren eine Unterdeckung von mehr als 100 Millionen Euro haben, blickte Rau in eine düstere Zukunft. Er wolle als Landrat "gegen diesen Trend arbeiten, damit dieses Horrorszenario nicht eintritt".

Dass er für diese Aufgabe der richtige Mann sei, davon zeigten sich sowohl der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Matthias Lammert als auch der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Sebastian Seifert, überzeugt. "Wir wollen einen Verwaltungsexperten, der Verwaltung von der Pike auf gelernt hat", sagte Lammert mit Blick auf 600 Mitarbeiter in der Kreisverwaltung, die es kompetent zu leiten gelte. "Udo Rau kennt den Rhein-Lahn-Kreis und hat die dafür nötige Erfahrung", sagte der CDU-Kreischef. Für die Union wie auch die Freien Wähler sei klar gewesen, dass sie nach dem Rückzug von Frank Puchtler eine Alternative zu dem SPD-Kandidaten Denninghoff präsentieren wollen.

Seifert: Noch nie ein negatives Wort gehört

Seifert betonte, dass es bei den Freien Wählern bisher nicht eine Gegenstimme gegen eine Kandidatur von Rau gegeben habe, der über die Parteigrenzen hinweg sehr beliebt sei. "Ich habe über Udo Rau noch nie ein negatives Wort gehört", sagte Seifert, "und ich bin sicher, dass er unser nächster Landrat wird."

Udo Rau wuchs in Dahlheim auf und ging in Lahnstein zur Schule, bevor er eine Ausbildung zum Beamten im mittleren Verwaltungsdienst machte: Die absolvierte er in St. Goarshausen bei der Verbandsgemeinde Loreley, für die er 15 Jahre arbeitete. Berufsbegleitend legte er die Fachhochschulreife ab, der sich ein Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung anschloss. Der Diplom-Verwaltungswirt (FH) lernte also, wie er sagte, "das Handwerk der Kommunalverwaltung von der Pike auf". Seine Ausbilder waren übrigens die späteren Landräte Kurt Schmidt und Günter Kern (beide SPD).

Nach knapp zwei Jahren in einer Leitungsfunktion bei der Stadtverwaltung Sinzig, der Heimat von Ehefrau Elisabeth, wurde Udo Rau 2002 zum Bürgermeister der VG Nassau gewählt. Das Amt bekleidete der CDU-Politiker, der mit Frau und drei erwachsenen Kindern in Nassau wohnt, 16 Jahre lang und war danach ein Jahr beauftragte Person.

Auch im selbst gewählten Ruhestand ging der 53-Jährige seiner Leidenschaft, der Politik, nach: Seit vielen Jahren ist er Mitglied des Kreistags und gestaltet die Entwicklung des Landkreises im Kreisausschuss mit. "Ich freue mich sehr über das große Vertrauen, das mir die CDU und die Freien Wähler entgegenbringen", betonte Rau. In der Geschichte des Rhein-Lahn-Kreises sei es immerhin bisher einmalig, dass ein Bewerber gleich von zwei Parteien für dieses Amt vorgeschlagen werde.

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