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Die Grenze des Klosters wurde von diesem Außenposten überwacht.

Fantasy-Epos

Ritterkämpfe an der Burg

Wenn auf Burg Waldmannshausen Ritterheere aufeinandertreffen, und Mönche Geheimaufträge verrichten, dann findet dort wohl gerade ein Live-Rollenspiel statt. Ein Besuch auf dem Schlachtfeld.

Kampflärm dringt durch das alte Gemäuer. Grüngewandete hacken mit Schwertern und Hellebarden auf Rotgewandete ein, die schlagen zurück. Hin und her geht das Kampfglück. Erst als einige weise Mönche auftauchen, wendet sich das Blatt.

Wir befinden uns im „Nebeltal“ auf dem Kontinent „Eltunai“, man könnte auch Burg Waldmannshausen sagen, und rund 100 Teilnehmer sind gerade mitten in der vierten Episode ihres Fantasy-Epos angelangt. Sie sind sogenannte LARPer, auf deutsch Live-Rollenspieler. Das heißt, sie kleiden sich der Welt gemäß, in der ihr Abenteuer spielt – und stürzen sich dann hinein.

Organisiert haben die Veranstaltung die Mitglieder der LARP-Gruppe „Libertas-Mentis“ aus Kassel. „Wir haben den Teilnehmern, die sich vorher übers Internet angemeldet haben, den Zwist zwischen verfeindeten Grafschaften im „Nebeltal“ als Thema vorgegeben“, sagt Spielleiter Christian Reiter aus Würzburg. „Den Rest machen die Teilnehmer.“

Burg Waldmannshausen dient dabei als spätmittelalterliches Kloster, das von den „Michaeliter“-Mönchen geleitet wird. Sie spielen die Diplomaten, durch die die Geschichte am Laufen gehalten wird. „Komm wir müssen mal unter vier Augen sprechen“ sagt gerade einer der „Brüder“ zu einem anderen Mönch. „Unter vier Augen“ heißt in diesem Fall, dass der Angesprochene entweder eine neue Aufgabe erhält, die für den Fortgang der Geschichte wichtig ist. Oder dass er ganz aus dem Geschehen verschwindet, weil er nicht mehr gebraucht wird.

Damit ist für diesen Spielteilnehmer das Abenteuer aber noch nicht das Ende. Ein Besuch im riesigen Fundus – und kurze Zeit später ist aus dem nicht mehr gebrauchten Mönch ein Ritter aus einer der verfeindeten Gruppen geworden, der sich sofort ins Getümmel stürzt.

Wie die Geschichte ausgeht, weiß auch Christian Reiter nicht. „Wir geben nur eine grobe Idee vor, wo wir hinwollen. Das kann sich am Ende aber auch noch spontan ändern.“ Denn im „Nebeltal“ auf dem Kontinent „Eltunai“ kann in Zukunft noch viel passieren. kdh

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