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Auf das freie Grundstück in der "Oberau" neben "Rescuetec" würde die Ennericher Feuerwehr gerne ziehen.

Vorzeitiges Verlassen der Stadtverordnetenversammlung

Scheidender Bürgermeister Bender verzichtet auf Abschied

Friedhelm Bender hat seine letzte Stadtverordnetenversammlung als Bürgermeister vorzeitig verlassen. Zuvor bezog er Stellung zu Entscheidungen, für die er im Wahlkampf Kritik hatte einstecken müssen. Auch einen Fehler räumte er ein.

Runkel - Es wird keine offizielle Verabschiedung nach zwölf Jahren als Bürgermeister geben. Der Amtsträger selbst, Friedhelm Bender (SPD), möchte es nach verpasster Wiederwahl so, wie er in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend erklärte. Im August werde er Urlaub nehmen, kündigte Bender außerdem an.

Als begeisterter Fußballfan ging er wie ein verdienter Fußballer nach seinem Abschiedsspiel. Nach seiner persönlichen Erklärung stand Bender noch während der Sitzung auf, winkte den Mandatsträgern und Gästen auf einer Ehrenrunde zu und verließ den Saal.

Bender hatte die Zusammenarbeit mit den anderen Mandatsträgern zuvor "als nicht immer gut" bezeichnet. Trotzdem dankte der SPD-Politiker allen für die langjährige Zusammenarbeit. Er wünschte den städtischen Gremien, dass die Barrieren zwischen den Fraktionen fallen und sich Runkel auf zukunftsorientierte Beschlüsse konzentriere. Bender ging noch einmal auf im Wahlkampf kontrovers diskutierte Themen ein. "Der Öffentlichkeitstermin am Gewerbegebiet ,Auf dem See' war keine Showveranstaltung", stellte er klar. Wie die Firma Egenolf als Investor ihm in einem Telefonat vor der Sitzung mitgeteilt habe, gebe es elf konkrete Interessenten für den Standort. Es habe bereits Vorgespräche mit dem Kreisbauamt gegeben.

Was die umstrittene Anschaffung von Übernachtungsfässern zur Belebung des Tourismus angeht, gab Bender einen Fehler zu. Er habe die Ausschreibung "in dem guten Glauben" getätigt, dafür im Haushalt 30 000 Euro aus dem Bereich Wirtschaft und Tourismus zur Verfügung zu haben. Diese Summe sei eingespart worden, da auf die Schaffung von Wohnmobilstellplätzen verzichtet worden sei. Er habe jedoch übersehen, räumte Bender ein, dass der Campingplatz im Haushalt nicht unter der Kostenstelle Tourismus, sondern unter Natur- und Landschaftspflege laufe. Er wünsche sich, dass sich dies künftig ändert.

Kein finanzieller Schaden

Lahntours wolle als Betreiberin des Campingplatzes für die Aufstellung der Übernachtungsfässer an die Stadt zahlen, so dass sich die Kosten innerhalb von zwei bis drei Jahren amortisiert hätten. Der Verwaltungschef versicherte, dass der Stadt durch das gestoppte Verfahren kein finanzieller Schaden entstanden sei. Auf den vorgesehenen Flächen seien lediglich normale Pflegemaßnahmen vorgenommen worden. Es sei auch noch kein rechtsverbindlicher Kauf der Fässer erfolgt. Bender teilte mit, dass die Übernachtungsfässer inklusive Aufbau 47 759 Euro kosten würden. Vom Kreis sei ein Zuschuss von über 30 000 Euro avisiert. Die Stadt habe bis Mitte Oktober Zeit, das Geld zur Verfügung zu stellen. Darüber solle im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) beraten werden.

Die Information, dass die Fässer noch nicht gekauft seien, ist für Erhard Becker neu, wie der Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste sagte. Seine Fraktion habe den Eindruck gehabt, das Parlament solle übergangen werden. Bisher habe es noch keine Möglichkeit gegeben, über die Fässer zu reden.

Über den zukünftigen Standort des Ennericher Feuerwehrhauses sollen HFA oder Bauausschuss weiter beraten. Der Stadt liegt ein Schreiben des Kreisbrandinspektors Georg Hauch vor. Dieser äußert Bedenken am von der Stadt ins Spiel gebrachten Standort hinter dem Bürgerhaus. Dort befindet sich ein Kindergarten, so dass es zu Konflikten führen könnte, wenn auf der Spielstraße Brandschützer rasch zum Feuerwehrhaus gelangen wollten. Begegnungsverkehr ist dort laut Hauch ebenfalls schwierig. Ein weiteres Problem sei die Hochwassergefahr. Auch die Zufahrt auf die Limburger Straße hält Hauch für unübersichtlich und gefährlich. Die Ennericher Feuerwehrleute sowie Stadtbrandinspektor Andreas Schuld favorisieren einen Standort im Gewerbegebiet "Oberau". Da die Stadt das Grundstück dort aber dann nicht mehr veräußern könnte, würden ihr laut Bender 180 000 Euro verloren gehen. Laut Bender entsteht keine Bauverzögerung, sollte sich die Standortfrage in der August-Sitzung klären.

Robin Klöppel

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