CDU-Stadtverbandsvorsitzender Wolfgang Ax (rechts) schilderte den Abgeordneten Markus Koob (links) und Andreas Hofmeister das Zugangsproblem am Bahnhof Kerkerbach.
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CDU-Stadtverbandsvorsitzender Wolfgang Ax (rechts) schilderte den Abgeordneten Markus Koob (links) und Andreas Hofmeister das Zugangsproblem am Bahnhof Kerkerbach.

Ortsbesichtigung am Bahnhof

Barrierefreier Bahn-Zugang in Kerkerbach gefordert

  • VonRobin Klöppel
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Runkel: Ortsbesichtigung mit den CDU-Abgeordneten Markus Koob und Andreas Hofmeister

Steeden -Der heimische Bundestagsabgeordnete Markus Koob und Landtagsabgeordneter Andreas Hofmeister (beide CDU) möchten sich bei der Deutsche Bahn AG dafür einsetzen, dass der Bahnhof Kerkerbach im Rahmen des geplanten Umbaus einen barrierefreien Zugang erhält. Bisher müssen die Fahrgäste eine steile Treppe hoch und wieder runter laufen, was für alte und gehbehinderte Menschen, aber auch Personen mit Kinderwagen oder Fahrrädern ein großes Problem darstellt. Auf diese unbefriedigende Situation machte der Runkeler CDU-Stadtverbandsvorsitzende Wolfgang Ax seine Parteifreunde bei einem Ortstermin aufmerksam.

Ax wies darauf hin, dass der Kerkerbacher Bahnhof seiner Einschätzung nach sogar noch stärker als der Runkeler frequentiert wird. Viele Schadecker, die Runkeler Bewohner aus dem Bereich Heerstraße sowie die Steedener würden ihn nutzen. Auch das Gewerbegebiet Kerkerbach brauche, so Ax, einen attraktiven Bahnhof. "Wenn wir wollen, dass mehr Menschen auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) umsteigen, dann müssen wir auch etwas dafür tun", sagte der CDU-Vorsitzende.

Vor allem Senioren haben es schwer

Gerade viele ältere Menschen, die ein Seniorenticket der Bahn haben, hätten Probleme, in Kerkerbach zuzusteigen, monierte Ax. Dass diese Einschätzung nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigte das Beispiel einer ältere Frau, die es während der Ortsbesichtigung nur sehr langsam und unter Mühen schaffte, die Brücke über die Gleise zu überqueren. Ax bedauerte, dass die Bahn bei der letzten Besprechung im Januar mitgeteilt habe, dass ihr eine barrierefreie Lösung für den Bahnhof Kerkerbach mit Über- oder Unterführung zu teuer sei. Danach sei nichts mehr von der Bahn zu hören gewesen. Der CDU-Politiker sagte, dass auch eine Aufzugslösung in Frage komme. Dies sei aber, wie das Beispiel Limburger ICE-Bahnhof Süd zeige, eine störungsanfällige Variante.

Nicht zulässig ist hingegen, dass die Bahnfahrer so wie vor Jahrzehnten einfach über die Gleise auf die andere Seite gehen. Auch von der Seite der Firma ElringKlinger kann kein offizieller Fußgängerzugang zum Bahnhof geschaffen werden, da das dortige Gelände der Firma gehört.

ÖPNV soll gestärkt werden

Markus Koob fragte, ob die Passagiere nicht einfach auf der Seite des Gewerbegebietes einsteigen könnten und dort der neue Bahnsteig gebaut werden könne. Doch hier befinden sich, wie Ax erläuterte, Privatgleise von Schaefer Kalk. Und das Unternehmen wolle künftig eher mehr Material über die Schiene abtransportieren als weniger.

Andreas Hofmeister kündigte an, den Regionalbeauftragten der Bahn in dieser Sache zu kontaktieren, denn die Bahn bekomme ja Fördermittel vom Bund. Und es sei politisches Ziel, den ÖPNV zu stärken. Der CDU-Kreisvorsitzende war der Meinung, dass das angesprochene Problem für ein Ingenieurbüro nicht unlösbar sei. Hofmeister bewertet es als positives Zeichen, dass die Bahn sich bisher noch nicht wieder gemeldet habe. Denn das spreche dafür, dass es noch keine endgültige Planung gebe. Es sei auch im Interesse der Bahn, kleinere Strecken attraktiver zu machen. In Runkel sei das auch Tourismusförderung.

Wolfgang Ax sagte, dass die heutige Überführung aus Stahl die früher vorhandene Holzbrücke bereits in den 1980er Jahren ersetzt habe. Daher müsse man auch der Frage nach dem Zustand der Stahlbrücke nachgehen. Möglicherweise müsse das Bauwerk in naher Zukunft nicht mit hohen Kosten saniert werden. Dies müsse in die Gesamtbetrachtung einfließen, sagte Ax. Er bezeichnete es als einen Schildbürgerstreich, dass die Bahn einen neuen, höhergelegten und somit barrierefreien Bahnsteig schaffen will, der dann aber nicht barrierefrei zugänglich sein soll. Für Ax käme als Alternative auch eine Rampenlösung für Kinderwagen und Fahrräder und ein Treppenlift für Rollstuhlfahrer in Frage. Er würde sich außerdem wünschen, dass es künftig auf dem Bahnsteig Sitzgelegenheiten für die Fahrgäste gibt.

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