Aktuell ist der Schadecker Dorfplatz "Dreispitz" kein besonders schöner Anblick. Auf Kosten der Stadt und mit viel Eigenleistung soll er nun umgestaltet werden.
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Aktuell ist der Schadecker Dorfplatz "Dreispitz" kein besonders schöner Anblick. Auf Kosten der Stadt und mit viel Eigenleistung soll er nun umgestaltet werden.

Runkeler Bürger sollen unterstützen

Dorfplatz soll auch ohne Zuschuss schöner werden

  • VonRobin Klöppel
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Stadtverordnete beschließen Umgestaltung der Schadecker Fläche

Eigentlich sollten vom Dorfentwicklungsprogramm IKEK alle Runkeler Stadtteile profitieren. Doch für Schadeck ist der Landeszuschuss für die Neugestaltung des Dorfplatzes "Dreispitz" laut Bürgermeister Michel Kremer (parteilos) nun Geschichte. Das ist passiert, weil auf zwei Ausschreibungen der Stadt, so Kremer, "keine annehmbaren Angebote eingingen" und der Stadt nun die Zeit davonläuft.

Umgestaltet wird der Dorfplatz nun aber doch, durch von der Stadt eingesetzte 55 000 Euro sowie die Mitwirkung des städtischen Bauhofes und viele Eigenleistungen der Bürger. Das wurde in der Stadtverordneten-Sitzung am Mittwochabend in der Runkeler Stadthalle einstimmig beschlossen. Nur Ulrich Eisenberg (Grüne) erklärte, dem Vorschlag nicht zustimmen zu können und enthielt sich der Stimme.

Die Stadt verliert trotz der wegfallenden Förderung aber kein Geld, wenn man den Worten des Bürgermeisters glaubt. Seinen Aussagen nach hätte die Stadt bei einer 65-prozentigen Förderquote des Landes bei der Neubeantragung eines Zuschusses für 2022 auch nur 55 000 Euro erhalten, wahrscheinlich aber gar nichts. Denn die Teilnahme Runkels am Programm läuft dieses Jahr aus und kann normalerweise nicht verlängert werden, wie der Bürgermeister anmerkte.

Kremer versicherte, dass die Stadt das Projekt nach der erfolglosen ersten Ausschreibung zeitnah ein zweites Mal ausgeschrieben habe, doch erneut ohne positives Ergebnis. Um Zuschüsse zu erhalten, hätte die Stadt nach Kremers Aussagen die Rechnungen für die Dorfplatzgestaltung aber bis 15. Oktober einreichen müssen und das sei nun nicht mehr möglich. Eine einfache Übertragung des Zuschusses auf 2022 sei nicht gestattet, erläuterte der Verwaltungschef. Michel Kremer ist sich aber sicher, dass das Projekt mit der Mithilfe der Bürger trotzdem zu stemmen sein wird. Der Bürgermeister ist persönlich dafür, das Projekt auch ohne Zuschuss durchzuziehen, damit Schadeck in Sachen Dorfentwicklung nicht leer ausgehe. In den im Haushalt vorgesehenen 55 000 Euro sei ein gewisser Puffer drin. Ursprünglich hatte die Stadt als Eigenanteil für den Platz nur 40 000 Euro eingestellt.

Der Sprecher der Bürgerliste (BL), Klaus-Jürgen Wagner, bedauerte es, dass es mit der Ausschreibung nicht geklappt habe. Derzeit sei die Situation in Sachen Bauleistungen eben angespannt. Die Idee, das Projekt mit Bauhof und Bürgern doch noch umzusetzen, sei eine gute.

Ulrich Eisenberg hält es dagegen für "ein Trauerspiel", dass nur fünf Projekte im Zuge der Dorfentwicklung umgesetzt werden konnten und auch nicht in allen Stadtteilen. Der Grünen-Stadtverordnete fragt sich: "Warum läuft in Runkel nichts?" In anderen Kommunen funktioniere es doch auch mit den Bewilligungsbescheiden. "Von daher kann ich den Vorschlag zwar zur Kenntnis nehmen, ihm aber nicht zustimmen", so Eisenberg.

Geplant sind am "Dreispitz" ein Ruhebereich mit Bänken und ein neuer Standplatz für den Kirmesbaum. Die Bürger wünschen sich zudem eine Boulebahn und ein Spielangebot für Kinder. Insgesamt soll die Fläche mit Rasen und seitlichen Zierpflanzen, Sträuchern und Bäumen neu bepflanzt werden.

Bauhof bleibt im Gebiet Kerkerbach

Im weiteren Sitzungsverlauf entschieden die Stadtverordneten einstimmig, den Standort für den Bauhof-Neubau im Kerkerbacher Gewerbegebiet zu belassen. Ein Teil des Grundstückes geht an den Handwerksbetrieb Kiehnel-Saueressig, der sich dort vergrößern will. Der Bauausschussvorsitzende Patrick Schäfer (SPD) ärgert sich, dass die Stadt durch die Standortdiskussionen zwei Jahre Zeit verloren habe. Zudem seien die Baukosten durch die Preissteigerungen mittlerweile von einer Million auf 1,7 Millionen Euro gestiegen. Schäfer erwartet von der Stadt folglich auch realistischere Kostenberechnungen. Der Beschluss müsse nun gefasst werden, damit es baldmöglichst weitergehen könne.

Auch BL-Fraktionschef Wagner meinte, man hätte sich die jahrelangen Diskussionen sparen können, denn die Ausführungen von Heiko Schmidt (CDU) gegen den alternativen Bauhofstandort am Runkeler Friedhof seien überzeugend gewesen. Der hatte angemerkt, dass über das Grundstück bei Starkregen das Wasser abfließe. Außerdem rechnet er im Boden mit Mauerresten des nicht mehr existierenden Dorfes "Wenigvillmar". robin Klöppel

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