Mit moderner Literatur begeisterten die "Cool Räbchen" auch in kleiner Besetzung.
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Mit moderner Literatur begeisterten die "Cool Räbchen" auch in kleiner Besetzung.

Sängerbund Dehrn wagt sich nach draußen

Ein Konzert mit Schlossblick

  • VonRobin Klöppel
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Auch Kirchen- und Jugendchor sowie Blasorchester sind dabei

Unter dem Motto "Dehrn erklingt" haben die kulturtreibenden Gruppen aus dem Runkeler Stadtteil vor dem Bürgerhaus bei einem Open-Air-Konzert drei Stunden lang ein abwechslungsreiches und wahrlich gelungenes Programm geboten. Teilweise klatschen und sangen die Zuschauer am Samstagnachmittag bei Stimmungsliedern begeistert mit. Außer den Gastgebern des Sängerbundes Dehrn gestalteten der Kirchenchor St. Nikolaus, der Jugendchor "Cool Räbchen" sowie das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr das Programm.

Der Spendenerlös wird laut Sängerbund-Vorsitzendem Markus Geis an die Opfer der Flutkatastrophe gehen. Die Idee, ein Konzert mal im schönen Ambiente mit Schlossblick draußen am Bürgerhaus zu veranstalten, gab es schon länger. Trotzdem brauchte es Corona, dass der Mut zur Umsetzung gefasst wurde, da es im Freien schwerer als in der Halle ist, zu singen. Aber es ging ja hier nicht um einen Gesangswettbewerb. Hauptsache, das Publikum hatte Freude.

Bierfest lieber

abgesagt

"Eigentlich wäre heute der Tag für unser Bierfest gewesen", sagte Markus Geis. Doch der Vorstand des Sängerbundes hatte sich dagegen entschieden, dieses auf dem Dorfplatz durchzuziehen, weil es, wie der Vorsitzende meinte, schwer sei, unter Corona-Bedingungen alles im Griff zu behalten, wenn die Besucher schon ein paar Bier getrunken hätten. Bei "Dehrn klingt" duften nur Musikfreunde teilnehmen, die sich vorangemeldet hatten und die 3-G-Regel erfüllten.

Leichtsinnigerweise hatte Geis für die Voranmeldung auch seine Handynummer angegeben, so dass das Telefon im Urlaub ständig klingelte. Aber ein voller Platz mit zufriedenen Menschen belohnte den Sängerbund-Chef für die Unannehmlichkeiten. Wie Markus Geis verriet, hält sich der Sängerbund die Option offen, im Dezember seine traditionelle Adventsgala zu veranstalten, falls es die Pandemievorgaben zulassen.

Alle Aktiven seien froh gewesen, nach 19 Monaten ohne öffentliche Auftritte dieses Konzert geben zu dürfen, so Dirigent Sebastian Kunz. Die Pandemie habe allen Kulturtreibenden einen Dämpfer verpasst. Kunz schilderte das Auf und Ab des Übungsbetriebs der eineinhalb Jahre: dass Sänger aufgrund der Corona-Lage nicht hätten proben wollen; dass Sänger später proben wollten, doch nicht durften. Und wenn sie durften, dann manchmal gar im Regen auf einem Schulhof oder zumindest mit großen Abständen im Saal. Das machte Kunz seine Aufgaben, neue Stücke einzustudieren und den Chor voranzubringen, alles andere als leicht.

Neue Werke

präsentiert

Trotzdem konnten bei "Dehrn erklingt" neue Werke der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Sängerbund fand "Die wahre Liebe", erfreute sich an der Natur in "An den Wald", "Die Dämmerung fällt" und "Im Abendrot". Am Ende gab der leistungsstarke heimische Männerchor noch Internationales wie "The Lion Sleeps Tonight" und "Down By The Riverside" zum Besten.

Der Dehrner Jugendchor "Cool Räbchen" unter der Leitung von Nicole Ebel konnte leider nur in kleiner Besetzung auftreten. Trotzdem machte es viel Freude, den Kindern und Jugendlichen bei ihren modernen Vorträgen zuzuhören. "Nessaja" aus dem Musical Tabaluga, "Halleluja" von Leonard Cohen sowie "Applaus, Applaus" der Sportfreunde Stiller hatten sie mitgebracht.

Beim Kirchenchor St. Nikolaus sprang als Dirigent Dr. Michael Demel ein. Der Dehrner Organist, eigentlich eher klassisch angehaucht, musste sich plötzlich mit Werken wie dem Jürgen-Markus-Schlagerhit "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" auseinandersetzen. "Unser Werk ist besser als das Original", sagte er mit einem Augenzwinkern. Auch wenn Demel aus Zeitmangel schon länger nicht mehr als Dirigent auftritt, hatte er sich gut vorbereitet. "Manche Werke hätte der Chor schon alleine geschafft, aber bei anderen wäre es ohne Hilfe schwer geworden." Der Kirchenchor bewies, dass er auch weltliche Musik kann wie das norddeutsche Liebeslied "Dat du min Leevsten büst", oder Hugo Alfevns "Och jungfrun hon gar i ringen", das man bei uns als "Zum Tanze da geht ein Mädel" kennt.

Als Partykracher erwiesen sich die Blasmusiker der Wehr unter der Leitung von Kai Tobisch. Sie boten unter anderem "Von den blauen Bergen", "Karamba, Karacho, ein Whisky" und ein Udo-Jürgens-Medley. Robin Klöppel

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