Es ist so etwas wie ein Geheimtipp: Auf der Badeinsel in Runkel kann man Sonne und Wasser genießen.
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Es ist so etwas wie ein Geheimtipp: Auf der Badeinsel in Runkel kann man Sonne und Wasser genießen.

In Runkel gibt es Urlaubsfeeling an der Lahn

Fast wie im sonnigen Süden

Auf der Badeinsel gelten ebenfalls die Corona-Regeln - Es gibt aber auch Ärger

Runkel Die Runkeler Badeinsel ist nach Corona-Sperre seit letztem Wochenende wieder für Besucher geöffnet und bei freiem Eintritt ein Geheimtipp für diejenigen, die sich mit herrlichem Blick aufs Wasser und die Runkeler Altstadt mit Freunden sonnen und in der Lahn schwimmen wollen.

Bürgermeister Michel Kremer (parteilos) bittet die Nutzer der Badeinsel jedoch eindringlich, darauf zu achten, dass die Corona-Regeln eingehalten werden. Passiere das nicht, müsse er die Insel wieder absperren - und das wolle sicher niemand. Kremer muss auf die Eigenverantwortlichkeit der Gäste setzen, weil es personell für das Runkeler Ordnungsamt nicht leistbar sei, dort den ganzen Tag über präsent zu sein. An den Wochenenden ist zumindest die DLRG-Rettungsstation besetzt.

Ehrenkreisvorsitzender Wolfgang Dillhöfer, hält es aber für eine komplizierte Frage, ob das Baden in der Lahn erlaubt sei. Die Lahn sei eine Bundeswasserstraße, und da dürfe man nicht in Schleusen oder im Fahrwasser der Boote schwimmen. So genau sei das aber örtlich nicht definiert, so Dillhöfer. Er setzt auf die Vernunft der Lahn-Gäste denn von Limburg bis zum Dehrner Hafen seien ja noch Motorboote unterwegs. Es gebe aber auch Menschen, die zwischen der Berufsschifffahrt auf dem Rhein schwimmen würden.

Bei unserem Besuch Mittwoch gegen Abend war die Liegewiese schon gut gefüllt, aber in Zeiten der Corona-Pandemie zum Glück nicht überfüllt. Als wir den Platz betreten, sieht es aber eine Runkelerin anders und schimpft, dass zu viel los sei und die Jugendlichen einen auslachen würden, wenn man sie bitte, Abstand zu halten. Auch der Zugang zur Badeinsel sei zu eng, um sich aus dem Weg gehen zu können.

Celine Werner hingegen freut sich, die Badeinsel mal wieder besuchen zu können, denn hier könne man ohne Eintritt mal ein paar Stunden Urlaubsflair haben. Ihre Freundin Selina findet es schön, sich mal in der Lahn an einem heißen Sommertag abkühlen zu können, doch sie wünscht sich, dass die Gäste daran denken, das Corona nicht vorbei sei und weiter Abstandsregeln beachteten.

Leon Hambach sieht es lockerer. Denn es gebe aktuell kaum Corona-Fälle in der Region und von daher sei für ihn das kein Thema mehr. Leon liebt es, mit seinen Freunden auf der Lahninsel den Sommer zu genießen, denn solch ein schönes Fleckchen gebe es sonst in der Region kaum noch. Sarah Martin macht die Diskussion Corona-Pandemie auch nichts aus. Dafür ist sie im Sommer viel zu gerne hier, um Freunde zu treffen und entspannt auf der Wiese zu chillen.

Lahn-Wasser für

gut befunden

Martina Ricker ist zum Sonnen nach Runkel ausgewichen, da das Freibad in Bad Camberg diesen Sommer geschlossen bleibe. Ricker hat das Lahn-Wasser zum Schwimmen getestet und für gut befunden. "Ich finde es klasse, dass die Nutzer der Badeinsel sich gut verhalten, was die Einhaltung der Abstandsregeln betrifft", sagt sie. Manfred Hastrich ist für dieses Jahr zum ersten Mal auf der Runkeler Badeinsel. "Es ist ein Geschenk, dass hier wieder offen ist", freut sich der frühere Arfurter Ortsvorsteher. Zum Glück seien gerade nicht zu viele Leute auf der Insel, "aber viel mehr dürfen es jetzt auch nicht werden". Was Hastrich sich wünschen würde, wäre, dass die Toilettenanlage auf der Insel wieder öffnet. Hastrichs Frau Antonia denkt, dass die alten Badeplätze an der Lahn durch die Schließung vieler Freibäder in der Region eine Renaissance erfahren würden. An der Lahn sei es schöner, als in jedem Freibad.

Max und Melina sind zum ersten Mal auf der Runkeler Badeinsel. Sie seien hier, weil alle Freibäder in ihrem Umfeld zu seien. In Schwimmbädern finden sie es atraktiver, "aber besser hier", wie Max meint, "als daheim zu sitzen". Angst vor Corona haben die Zwei nicht: So lange jeder in seiner eigenen Gruppe bleibe, könne ja nicht viel passieren.

Schattig unter

Bäumen liegen

Charlotte Koch und Eberhard Leicht sind rein zufällig an diesem Tag dort gelandet. Das Ehepaar aus Stuttgart verbringt eine Woche in der Region, ist von Braunfels aus an der Lahn entlanggefahren. "Da haben wir zufällig diese Insel entdeckt", sagt Leicht. Am Wasser sei es immer entspannend. Die Insel finde er angenehm, leger und gemütlich. Unter Menschen zu sein, stellt für den Stuttgarter kein Problem dar. "Wir schauen ja, das wir anderen nicht zu nahe zu kommen". Und er habe den Eindruck, dass die Besucher auf der Runkeler Badeinsel rücksichtsvoll anderen gegenüber seien.

Die Steedener Freundinnen Luisa Hoppe und Sarah Fiedes kommen im Sommer her, wenn sie Zeit haben. Sie liegen gerne auf der Wiese, bringen sich was zum Essen und Trinken mit. Familie Klein aus Idstein fährt an schönen Tagen immer wieder mal gerne nach Runkel rüber, weil das vom Wohnort der naheliegendste Platz sei, an dem man in der Natur am Wasser seien könne - und das ohne Eintritt. Das sei doch ein Highlight, endlich mal wieder ohne Corona-Maske hier schattig unter Bäumen zu liegen. Hoffentlich sei der Eissalon gegenüber nach der Renovierung bald wieder auf, denn da könne man sonst schnell mal rüberschwimmen. Robin klöppEL

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