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Bürgermeister Friedhelm Bender (links) übergab Stadtbrandinspektor Andreas Schuld das für Bootseinsätze nötige Zugfahrzeug.Foto: Klöppel

Feuerwehr

Brandbekämpfer verfügen nun über ein Kranfahrzeug für den flexiblen Einsatz auf dem Fluss

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Ein Zugfahrzeug und eine neue Tragkraftspritze sind jetzt der Feuerwehr der Stadt Runkel überreicht worden.

Die Feuerwehr Runkel/Schadeck hat einen gebrauchten Kran als Zugfahrzeug zum Einsetzen des Mehrzweckbootes erhalten. Für die Eschenauer Wehr gab es zudem eine neue Tragkraftspritze. 50 000 Euro hat alleine das Zugfahrzeug gekostet. „Die Stadt Runkel verfügt über insgesamt 8,6 Kilometer Lahn in Arfurt sowie von Runkel bis Dehrn und muss für diesen Bereich die notwendige Ausrüstung und Hilfsfristen sicherstellen“, erklärte Stadtbrandinspektor Andreas Schuld bei der Übergabe des Fahrzeugs.

Die Einsatzabteilung Runkel und Schadeck verfüge zwar über ein Mehrzweckboot, das allerdings bisher nur an einer Stelle oberhalb der Runkeler Schleuse eingesetzt und somit nur bei hohem Wasserstand unterhalb der Schleuse genutzt werden konnte. Der Bereich Dehrn sei bisher vom Mehrzweckboot der Feuerwehr Dietkirchen abgedeckt worden. Es gebe zwar in Runkel und Dehrn noch jeweils ein Schlauchboot. Doch wenn vor einem Einsatz keine genaue Ortsangabe vorliege oder Personen vermisst seien, müsse von der Wasserseite aus gesucht werden, und das sei mit den Schlauchbooten nicht möglich.

Tourismus und Unwetter

Schuld hält es für wichtig, die Einsatzmöglichkeiten des Mehrzweckbootes zu verbessern, weil der Lahn-Tourismus in den letzten Jahren deutlich zugenommen habe. Zudem sei es aufgrund von einer wachsenden Zahl von Unwettern mit Starkregen zu mehreren Einsätzen auf der Lahn gekommen. Alleine fünf Einsätze dieser Art seien laut Schuld in jüngerer Zeit abzuarbeiten gewesen, oftmals unterhalb des Campingplatzes Runkel, wo auch Personen in Gefahr gewesen seien. Wegen des flachem Wassers habe dieser Bereich mit dem Mehrzweckboot nicht angefahren werden können. Eine Suche vom Ufer her sei durch den dichten Bewuchs nur mit großem Zeitaufwand möglich gewesen. Da die Lahn im Bereich der Feuerwehr Runkel/Schadeck über mehrere Untiefen verfüge, hätten eigentlich zwei zusätzliche Einsatzstellen geschaffen werden müssen, und zwar unterhalb des Campingplatzes und zwischen Steeden und Dehrn. Dies hätte laut Schuld zwei Mal 60 000 bis 70 000 Euro gekostet. Zwei neue Einlassstellen über einen Lastarm wie in Weinbach wären nicht günstiger gewesen und hätten jeweils 61 000 Euro gekostet. Folglich habe man sich für den Kauf eines gebrauchten Kranfahrzeuges zum Einsetzen entschieden, um auch flexibel zu sein.

Nach mehreren Besichtigungen haben Dominik Klees, Joachim Schäfer und Andreas Schuld im Saarland einen passenden Unimog gefunden, der wendig genug ist, einen leistungsfähigen Kran hat und in die Fahrzeughalle passt. Der Stadtbrandinspektor und seine Kameraden haben das Fahrzeug in sechs Monaten und zirka 900 Stunden ehrenamtlich komplett entkernt, überarbeitet, repariert und zum Sonderfahrzeug Feuerwehr inklusive Innenausbau für die Beladung umgerüstet. Schuld denkt, dass dieses Fahrzeug des Baujahres 1995 noch mindestens 15 Jahre einsatzfähig sein wird. Durch die Eigenleistung konnten rund 18 000 Euro an Ersatzteilen und 58 000 Euro Lohnkosten, also insgesamt 76 000 Euro eingespart werden. Ein vergleichbares Neufahrzeug hätte 270 000 Euro gekostet. Schuld überreichte Dominik Klees und Joachim Schäfer für ihren herausragenden Einsatz Präsente.

„Unterstützung verdient“

Für die Wehr in Eschenau gab es für 13 000 Euro eine neue Tragkraftspritze und einen Schwimmsaugkorb für die Wasserentnahme aus flachen Gewässern. Die 32 Jahre alte Vorgängerspitze sei, so Schuld, nicht mehr einsatztauglich gewesen. Bei der Anschaffung wurde drauf geachtet, dass sie auch im künftigen gemeinsamen Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser der Einsatzabteilung Hofen und Eschenau genutzt werden kann.

Bürgermeister Friedhelm Bender (SPD) betonte, dass die Wehrführung der Stadt vor Augen geführt habe, dass die von ihr vorgeschlagene Lösung die beste und kostengünstigste sei. Der Verwaltungschef meinte, die Runkeler Aktiven hätten volle Unterstützung verdient. Auch Stadtverordnetenvorsteher Jörg-Peter Heil (CDU) betonte, die Wehren bräuchten eine optimale Ausstattung. Schuld habe die Notwendigkeit der Investitionen sehr gut begründet. Der Vorsitzende des Runkeler Feuerwehrvereins, Jürgen Broghammer, zeigte sich beeindruckt, dass die drei Wagenbauer über Monate aus Tausenden Einzelteilen wieder ein funktionierendes Fahrzeug gemacht haben.

(rok)

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