Krimi

Gerd Fischer stellt seinen „Ebbelwoijunkie“ vor

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„In Runkel sind alle Eintracht-Fans“. Davon ging Moderatorin Daniella Baumeister von HR2 einfach mal aus, als sie den Autoren Gerd Fischer im Rahmen des Runkeler Kultursommers in der Zehntscheune vorstellte.

Der Wahl-Frankfurter Gerd Fischer hat sich auf Lokalkrimis spezialisiert, in denen Kommissar Andreas Rauscher auf Mörderjagd geht. Der neue Fall „Einzige Liebe“ ist auch für Fans von Eintracht Frankfurt interessant, weil er im Umfeld des Clubs spielt. Ein treuer Eintracht-Fan wird ermordet aufgefunden. Von seinem Umfeld wird Björn Schlicht gar als Eintracht-Besessener beschrieben. Da Rauscher die Leidenschaft zum Frankfurter Bundesligisten teilt, ist es sein Herzensanliegen, den Fall schnell zu lösen.

Der Autor verriet in Runkel, dass er ebenfalls Eintracht-Fan ist und nur wenige Häuser neben Ex-Bundesligastar „Manni“ Binz wohnt. Ein Fan sei mal auf ihn zugekommen und habe gefragt, ob er nicht mal eines seiner Bücher im Eintracht-Milieu spielen lassen wolle, erzählte Fischer. Die Idee gefiel ihm, und so machte er sich motiviert ans Werk.

Fischer freut sich, dass die Eintracht-Führung dem Eintracht-Krimi positiv gegenübersteht und er das Werk schon in der Commerzbank-Arena und im Eintracht-Museum vorstellen durfte. Auch alle anderen Rauscher-Krimis behandeln lokale Frankfurter Themen. In „Ebbelwoijunkie“ wird der EU-Politiker Hans-Georg Schumann getötet, der fordert, den täglichen Apfelweinkonsum jedes Menschen aus gesundheitlichen Gründen auf 200 Milliliter zu begrenzen. Da in einem „Gerippten“ schon 300 Milliliter „Ebbelwei“ passen, ist das natürlich für jeden echten Frankfurter undenkbar.

Daniella Baumeister wurde auf Fischer aufmerksam, als sie bei ihrem Stammfriseur in Frankfurt saß, wo der Autor sein erstes Buch ausgelegt hatte. Der Schriftsteller, in seinem früheren Leben Marketing-Profi, hatte das Buch in allen Geschäften in seinem Stadtteil Bockenheim ausgelegt. Im Gespräch mit der HR-Moderatorin sagt Fischer aber, dass er Themen für seine Krimis nicht nach der bestmöglichen Vermarktbarkeit auswählt. „Das würde mir die Lust am Schreiben nehmen“, merkt er an. Denn er könne nicht drei Monate fürs Recherchieren und weitere drei Monate für das Niederschreiben eines Buches investieren, wenn der Inhalt einer Story ihn nicht interessiere.

In den Büchern geht es zum einen um die Weiterentwicklung der Hauptfigur Kommissar Rauscher. Nach zwölf Jahren an seiner Seite wisse er, wie der Kommissar denke und fühle, so der Autor. Der zweite Aspekt ist die Wahl des Milieus, in dem der Mord passiert. Mal geht es um Fluglärm, mal um die Marathonszene.

Gerd Fischer hat es nicht bereut, sein

Hobby zum Beruf gemacht

zu haben und Verleger geworden zu sein. Doch müsse er nun unternehmerisch denken, da er 40 weitere Autoren in seinem Verlag herausbringe. Mit den Verkaufszahlen sei er aber zufrieden. Lokalkrimis liefen gut, und viele Leser warteten immer schon auf das nächste Frankfurter Abenteuer von Kommissar Rauscher. Zudem absolviere er etwa 30 Lesungen pro Jahr. „In Frankfurt liegen die Themen auf der Straße“, weiß Fischer. Er habe mehr davon in der Hinterhand, als er jemals schreiben könne.

Auf das Thema „Ebbelwei“ kam er, als es in der Europäischen Union eine Initiative gab, dem Apfelwein den Weinstatus abzuerkennen. Den Ebbelwei schätzt Gerd Fischer, seitdem er als junger Mann drei Nachbarn hatte, die „Stöffche“ gekeltert haben.

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