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Kein Rechenfehler: Aus 750 werden 1200 Jahre

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Der Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins (von links): Markus Kilb, Joachim Bullmann, Hans-Karl Trog und Hans-Jürgen Eck, dessen Recherchen dazu geführt hatten, dass Steeden das 1200-jährige Bestehen feiern konnte.
Der Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins (von links): Markus Kilb, Joachim Bullmann, Hans-Karl Trog und Hans-Jürgen Eck, dessen Recherchen dazu geführt hatten, dass Steeden das 1200-jährige Bestehen feiern konnte. © Peter Schäfer

Runkeler Stadtteil feiert nach 2008 den nächsten runden Geburtstag mit einem Fest entlang der Hauptstraße.

Runkel -Ein Großteil des Steedener Lebens hat sich am Wochenende auf der Hauptstraße abgespielt. Der Grund waren die Feierlichkeiten zum 1200-jährigen Bestehen des Runkeler Stadtteils, das wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr ausfallen musste.

2008 wurde in Steeden das 750-jährige Ortsjubiläum gefeiert, nun das 1200-jährige Bestehen. Wie konnte es dazu kommen? Seit 2015 hat das Hessische Staatsarchiv viele Urkunden und historische Unterlagen für jedermann zugänglich ins Internet gestellt. Das hatte Hans-Jürgen Eck, Vorstandsmitglied des Heimat- und Geschichtsvereins Steeden, dazu bewogen, nach dem Ortsnamen Steeden in verschiedenen historischen Varianten zu suchen. Und er wurde tatsächlich fündig, was ihn und die Steedener Hobbyhistoriker ins Erstaunen versetzte, tauchte doch eine Urkunde aus dem Jahre 821 auf, in dem von „Stetim“ die Rede ist. Somit war Steeden innerhalb weniger Jahre sozusagen um 450 „gealtert“.

Unter Mitwirkung nahezu aller Steedener Vereine, Kirchengemeinden und auch des Kindergartens und der Grundschule gab es am Samstag und Sonntag ein abwechslungsreiches Programm. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum wurden am Samstag auf dem Gelände vor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde mit einem Gottesdienst unter Mitwirkung des Posaunenchores der Zionsgemeinde eröffnet.

Danach öffneten alle teilnehmenden Veranstalter ihre Pforten entlang der Steedener Hauptstraße, die an beiden Tagen für den Autoverkehr gesperrt war. Zum Auftakt des zweiten Jubiläumsfeier-Tags wurde ein ökumenischer Dankgottesdienst auf dem Gelände vor dem Friedhof gefeiert. Die musikalische Gestaltung hatte auch hier der Posaunenchor übernommen.

Danach bestand erneut die Gelegenheit, alle Aktivitäten der Vereine kennen zu lernen. Mit dabei war auch die Steedener Feuerwehr mit einem Infostand sowie der Präsentation des Feuerwehrfahrzeugs auf dem Mathesplatz. Für die jüngeren Besucher gab es ein vielfältiges Angebot: der Verein MSC Crazy Horses hatte auf dem Mathesplatz ein Festzelt aufgebaut. Dort, wie auch an vielen weiteren Orten im Dorf, gab es für die Besucher Getränke verschiedenster Art und leckere Speisen wie Gegrilltes, Flammkuchen und eine dicke Suppe. Den Samstagabend nutzten viele Gäste, um bis tief in die Nacht bei Livemusik auf dem Mathesplatz in den Höfen und an anderen Orten das Jubiläum zu genießen. Die evangelische Kirchengemeinde präsentierte sich mit einem Stand in der Steedener Hauptstraße direkt gegenüber der lutherischen Kirche.

Der TSV Jahn und der Handballförderverein stellten sich entlang der Steedener Hauptstraße mit allen Abteilungen vor. Zudem gab es Sportvorführungen der Vereinsmitglieder und die Abteilungen Handball, Fußball, Tennis und Mountainbike boten am Samstag eine besondere Aktion an: Mit einer Laufkarte absolvierten die Kinder verschiedene Stationen und sicherten sich so ein tolles Geschenk als Erinnerung an das Dorfjubiläum. Der Kleintierzuchtverein Steeden lud in der Steedener Hauptstraße ebenfalls zu einem Besuch ein.

Jede Menge Programm für Groß und Klein

Der Heimat- und Geschichtsverein war auf dem Gelände vor dem Heimatmuseum zu finden, das an beiden Tagen besichtigt werden konnte, wovon viele Festbesucher Gebrauch machten. Der Verein verkaufte auch die Jubiläumsurkunde, die die bisher bekannte erstmalige Erwähnung Steedens, festhält. Die evangelisch-lutherische Zionsgemeinde hatte am Sonntagnachmittag zum Jubiläumscafé in ihr Gemeindehaus eingeladen. Für die Kinder stand auf dem Außengelände eine Hüpfburg

Die Kita Konfetti bot am Samstagnachmittag im Gemeindehaus der Zionsgemeinde Spiel, Spaß und ein buntes Programm für die jüngeren Besucher an. Am Sonntag erfreuten die Kinder der Schule „Am Sonnenhang“ mit einem Liedbeitrag auf dem Gelände vor dem Mammutplatz die Gäste. Dort präsentierte sich auch der Steedener Nothelfer-Verein.

Zur Eröffnung war auch Landrat Michael Köberle (CDU) nach Steeden gekommen, der dem Runkeler Stadtteil zum Jubiläum gratulierte genauso wie Runkels Bürgermeister Michel Kremer (parteilos). Ortsvorsteher Hans-Karl Trog (SPD) und die weiteren Ortsbeiratsmitglieder zeigten sich erfreut über den Verlauf der Feierlichkeiten. „Schön, dass unser Dorf so was Tolles auf die Beine gestellt hat“, stellte Trog zufrieden fest und dankte allen, die sich an der Vorbereitung und Durchführung des Jubiläums beteiligt hatten. Zum 1200-Jahr-Fest waren viele Häuser mit der Steedener Fahne beflaggt. Wer Interesse an einer Steeden-Fahne hat, kann sich bei Ortsvorsteher Hans-Karl Trog, 01 71/6 90 25 29, melden.

Hanne Kirchberg war begeistert von dem Jubiläumsfest. „Meine beiden Kinder hatten sehr viel Spaß, gab es doch ein großes Angebot für die Kleinen.“ Josef Beul freute sich, „dass das Programm zum Dorfjubiläum so gut angenommen wurde. Super waren die vielen Stände und das abwechslungsreiche Programm entlang der Hauptstraße für jung und alt.“ Und Martina Beul war begeistert „vom vielfältigen Essensangebot. Es lohnte sich wegen aller Angeboten, an beiden Tagen raus zu gehen und alles zu genießen.“ Karin Herber hatte viel Spaß am Samstagabend auf dem Mathesplatz: „Die Livemusik und die Atmosphäre und die Gespräche und das Feiern mit vielen anderen Leuten waren einfach großartig.“ Peter Schäfer

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