Kreistierschau

Lasar und Sandy sind die schönsten Rinder im Kreis

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1300 Kilogramm bringt Bulle Lasar auf die Waage, eine prächtige Erscheinung bei der 65. Kreistierschau gestern in Runkel. Lasar wurde denn auch als „züchterisch stärkster Bulle“ ausgezeichnet. Und auch Kuh Sandy wurde prämiert. Sie war mit 14 Jahren die „Seniorin“ der Schau.

Die Kreistierschau am Montag ist alljährlich einer der Höhepunkte der Runkeler Kirmes. Züchter aus ganz Hessen und darüber hinaus stellen ihre schönsten Rinder aus; gestern zeigten 18 Aussteller insgesamt 53 Rinder. Eine Zahl, mit der Bürgermeister Friedhelm Bender (SPD) „sehr zufrieden“ war. Zumal auch die Resonanz beim Publikum kaum zu wünschen übrig ließ: Mehrere Hundert Zuschauer zeigten schon am frühen Vormittag Interesse an der landwirtschaftlichen Schau, die mit zehn verschiedenen Rassen „so vielfältig wie nie“ war, wie Eckhard Mascus vom Fachdienst Landwirtschaft in Limburg bei der Siegerehrung sagte.

Früher, so Mascus, war die Kreistierschau eine reine „Fleckviehschau“, also eine Ausstellung von Milchrindern. Wegen des hohen Aufwandes, die Tiere aus der Produktion herauszuholen, würden seit Jahren aber zunehmend Fleischrinder präsentiert. Egal wie: Wichtig ist aus seiner Sicht vor allem, dass mit der Kreistierschau in Runkel der Bezug zur heimischen Landwirtschaft erhalten bleibe.

Mascus wie auch Zuchtleiter Jost Grünhaupt vom Landesbetrieb Landwirtschaft in Kassel unterstrichen außerdem die Bedeutung der Rinderhaltung für die Landschaftspflege. Rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Hessen sei Grünland, sagte der Zuchtleiter. Für die Erhaltung dieses Landschaftstyps sei besonders in der gebirgigen Region Mittelhessens die Nutztierhaltung unverzichtbar. Dabei hätten es die Tierhalter in diesem trockenen Sommer nicht leicht gehabt: Viele Weiden seien derart vertrocknet, dass die Rinder dort kaum noch Futter gefunden hätten. Und der Kauf von zusätzlichem Futter sei teuer.

Die in Runkel ausgestellten Tiere machten dennoch eine prächtige Figur: Nach dem Auftrieb am frühen Morgen wurden sie von ihren Haltern aus den Boxen herausgeholt und einzeln zum „Schaulaufen“ geführt. Mit dabei waren auch etliche Tiere aus Zuchtbetrieben im Nassauer Land: von Theresa Bausch vom Hof Birkenheck in Hadamar, Familie Hoelz vom Elkenhof in Weinbach, Thomas Klein aus Arfurt, dem Alsdorfer Hof der Loew GbR aus Bad Camberg und Iris Schwenk aus Niederneisen.

In seiner Bewertung ging Grünhaupt von Rassestandards aus, die von den Siegertieren deutlich übertroffen werden mussten. Der Limousin-Zuchtbulle Lasar von Carsten Watz aus Hüttenberg und Dietmar Winter aus Bad Berleburg gehört mit seinen 1300 Kilo sogar zur nationalen Spitze, so Grünhaupt. Aber nicht allein äußere Merkmale wie Größe und Knochenbau seien entscheidend für eine Prämierung, sondern auch der Charakter sei wichtig. Wobei Lasar auch hier punktete: In der angespannten Ausstellungsatmosphäre behielt der sechsjährige Bulle die Ruhe. Dafür erhielt er die Medaille des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen.

Eine imposante Erscheinung ist auch die mit der Bronzemedaille des Bundesverbands Rind und Schwein prämierte Charolet-Kuh Sandy von Matthias Hofius aus Bad Berleburg. Die bereits 14-jährige Kuh überzeugte Grünhaupt mit ihrem „exzellenten Körperbau in Breite und Tiefe“, vor allem aber auch mit einer enormen Fruchtbarkeit: Nicht weniger als elf Kälber hat sie zur Welt gebracht. Und da Sandy trotz ihres Alters noch immer gut in Form sei, werde sie womöglich noch einige weitere Kälber werfen können, meinte Grünhaupt.

Mit der Siegerehrung der besten Rinder war die Runkeler Kirmes aber noch längst nicht zu Ende. Gegen Mittag war das Festzelt zum Frühschoppen bis auf den letzten Platz gefüllt. Für zünftige Unterhaltung sorgte das Blasorchester des Musikvereins Runkel. Zuvor bereits hatten die Jagdhornbläser des Jagdklubs Limburg die Tierschau musikalisch umrahmt. Bürgermeister Bender dankte auch Manfred Schneider vom Hessischen Betrieb Landwirtschaft und Franz-Theo Löw aus Würges, Vorsitzender des Fleckviehzuchtverbands Lahn.

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