Mehr Sicherheit für Senioren

Polizei und Stadt stellen Kampagne gegen Trickbetrüger vor

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Die Polizei will dafür sorgen, dass Menschen „Sicher im Alter“ sind vor Betrügern und Tricksern. So lautet der Titel einer Kampagne, die am 27. September nach Runkel kommt.

An deutschen Haustüren und Telefonen wird getäuscht, getrickst, gelogen. Sei es der sogenannte Enkeltrick, seien es Schockanrufe, falsche Gewinnversprechen oder falsche Polizeibeamte – der kriminellen Fantasie scheinen keine Grenzen gesetzt. Auch die Beamten der Polizeidirektion Limburg-Weilburg wissen ein Lied davon zu singen. Deshalb wollen sie vor allem ältere Mitbürger darüber aufklären, mit welchen zum Teil dreisten Methoden heutige Betrüger vorgehen, um an das Geld ihrer Opfer zu gelangen.

Nach der sehr gut besuchten Eröffnungsveranstaltung im April im Weilburger Stadtteil Waldhausen wird die insgesamt dreiteilige Veranstaltungsreihe „Sicher im Alter?!“ am Donnerstag, 27. September, 15 Uhr, in der Stadthalle Runkel fortgesetzt. Gezeigt wird zunächst ein kurzer Film, in dem zwei Varianten von Haustürtricks vorgestellt werden. Zum einen der „falsche Handwerker“, der sich nicht nur als Handwerker, sondern auch als Mitarbeiter der Wasserwerke, der Kirche, ja selbst als Polizist ausgibt, um in die Wohnung seines Opfers zu gelangen und dort Geld und Wertsachen zu stehlen. Ein anderer Trick funktioniert so, dass der Täter einer älteren Dame die Einkaufstaschen nach Hause trägt, um in deren Wohnung zu gelangen.

Nach dem Film folgen Interviews mit der Limburger Polizeioberkommissarin Mariana Wüst und einem Kollegen vom Betrugsdezernat. Sie klären über die Vorgehensweise der Täter auf. Zur Sprache kommt die jüngste Masche der Trickbetrüger, die als falsche Polizisten ihre Opfer telefonisch derart geschickt manipulieren, dass diese bereit sind, Geld herauszurücken. Auf Fragen aus dem Publikum stehen die Limburger Polizeibeamten Rede und Antwort. Außerdem werden an diesem Nachmittag, bei dem es Kaffee und Kuchen gibt, zwei Bankmitarbeiterinnen aus Hadamar geehrt, die einen „Enkeltrick“ verhindern konnten.

„Wir freuen uns, dass wir die Veranstaltung ,Sicher im Alter‘ auch in Runkel fortsetzen können“, sagte Kriminaldirektor Frank Göbel, Leiter der Polizeidirektion Limburg-Weilburg, bei der Vorstellung des Programms im Runkeler Rathaus. Dessen Hausherr, Bürgermeister Friedhelm Bender, selbst früher einmal Erster Polizeihauptkommissar, betonte die Bedeutung der Präventionsarbeit bei der Kriminalitätsbekämpfung. Dafür stelle die Stadt Runkel ihre Stadthalle gerne kostenlos zur Verfügung.

Polizeisprecherin Claudia Schäfer-Simrock wies darauf hin, dass die Trickbetrüger mit unglaublicher Raffinesse vorgingen. So werde beim Anruf von falschen Polizisten sogar die Nummer 110 im Display eines Telefons angezeigt. Ein sicheres Zeichen übrigens dafür, dass etwas faul ist. „Die Nummer der Polizei wird niemals angezeigt“, klärte Polizeichef Göbel auf.

Ein Problem bei der seit Jahren anwachsenden Trickbetrügerei sei, dass viele Opfer – aus Scham – nicht zur Polizei gingen, berichtete Mariana Wüst. „Dabei kann es tatsächlich jeden treffen, auch kluge Menschen.“

Initiator der Veranstaltungsreihe ist der pensionierte Polizeibeamte Lothar Hölzgen. Er hatte im vergangenen Jahr einen Vortrag beim Verein „Bürger und Polizei“ in Wiesbaden gehört und diese Idee in den Verein Kriminalprävention Limburg-Weilburg hineingetragen. Dieser finanziert auch die aktuelle Veranstaltungsreihe, einschließlich Informationsmaterial. Aus Hölzgens Sicht ist der Einfallsreichtum der Trickbetrüger erschreckend, so dass die Polizei notgedrungen häufig einen Schritt zurückliege. „Worüber wir heute erfolgreich aufklären, kann morgen schon überholt sein, weil den Tätern immer wieder neue Tricks einfallen.“

Sicher im Alter?!“

beginnt am Donnerstag, 27. September, 15 Uhr, in der Stadthalle. Einlass ist um 14.30 Uhr. Es gibt Kaffee und Kuchen. Gehbehinderte Menschen können kostenlos mit dem „Runkler Buschen“ fahren.

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