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Der Vorstand der Dehrner Krebsnothilfe im Jubiläumsjahr und noch vor den Kontaktbeschränkungen: (von links vorne) Michelle Martun (Schriftführerin), Christin Löffert, Jasmin Werle, Margret Hähner, Gaby Sauer (2. Vorsitzende), Klaus Linn (Organisationsleiter) und Martin Burggraf sowie (hinten) Burghard Sehr (Kassierer), Gabi Vitt (Vorsitzende), Dr. Heike Fröhlich, Claudia Heine, Shirley Theissen und Andreas Alfa. Es fehlt Rebecca Will.

Unbürokratische Hilfe

Runkel: Am Anfang der Vereinsgründung stand ein tragischer Tod

Die Krebsnothilfe gibt es seit 25 Jahren - 400 Mitglieder aus der ganzen Region

Dehrn -Vor 25 Jahren, am 11. November 1995 wurde die Dehrner Krebsnothilfe gegründet. Ein Jubiläum, das aufgrund der aktuellen Situation ausfallen musste. Dennoch blickt der Verein auf eine erfolgreiche Geschichte zurück.

Der Anlass den Verein im November 1995 zu gründen war der tragische Krebstod von David Menne aus Dehrn im Alter von nur 27 Jahren. Auf Initiative von Davids Eltern, besonders auf die seines Vaters Heribert Menne, traten spontan 70 Personen in den Verein ein, der mittlerweile mehr als 400 Mitglieder zählt. Ziel ist bis heute die Unterstützung krebskranker Menschen und ihrer Angehörigen, um im Sinne von David die Folgen der Krankheit Krebs zu mildern und den Betroffenen zu helfen.

Der erste Vorsitzende Heribert Menne erlag nach einem Jahr engagierter Aufbauarbeit des Vereins einem Herzinfarkt. Doch seine Nachfolger und Mitstreiter führten das Anliegen des Vereins mit großem Engagement weiter. "Das Ziel des Vereins muss es sein, sich selbst wieder aufzulösen, weil man nicht mehr gebraucht wird", sagte einst Hans-Joachim Kiefer, der erste Nicht-Dehrner Vorsitzende des Vereins (2001 - 2008). Davon ist der Verein aber noch weit entfernt.

Die Vereinsarbeit ruht auf vier Säulen: Zum einen unterhält die Krebsnothilfe seit 2004 in der Limburger Altstadt, eine Kontakt- und Informationsstelle. Nach einigen Umzügen findet man, in der Kleine Rütsche 3, jeden Dienstag und Samstag von 11 bis 13 Uhr sowie nach voriger Terminabsprache ehrenamtlich tätige, geschulte Ansprechpartner für die jeweiligen Anliegen, die natürlich vertraulich behandelt werden. Dabei ist, nach Aussagen von Margret Hähner, der "guten Seele" der Kontaktstelle, festzustellen, dass die Nachfragen nach Unterstützung im Umgang mit Behörden, Kostenträgern, bei Schriftverkehr, beim Ausfüllen von Formularen und vielem mehr deutlich zugenommen haben.

Angeregt durch die Aussage von Dr. Ebo Rau: "Ein Kranker braucht nicht nur körperliche Hilfe, sondern vor allem seelische und geistige Unterstützung" gelang der Aufbau eines Kompetenzteams aus erfahrenen Psychologen und Therapeuten aus der Region, die bei Bedarf im Auftrag des Vereins tätig werden. Der ehemalige Vorsitzende Ottmar Wagner (2008 - 2011) hat dies zutreffend beschrieben: "Unsere Unterstützungen zielen darauf ab, Belastungen abzubauen, den Lebenswillen und die Hoffnung zu stärken, Kraft zu schöpfen, Gedankenstopp zu lernen, Depressionen zu überwinden, sich entspannen zu lernen, das neue Körperbild anzunehmen, selbstsicherer mit Reaktionen des Umfeldes umzugehen und bewusster zu leben." Die Einbeziehung der Angehörigen, die ebenso belastet sind, gehört zum Standard der psychologischen Unterstützung.

Sehr wichtig geworden sind die unbürokratischen Hilfestellungen bei finanziellen Engpässen Betroffener oder ihrer Angehörigen. Außerdem engagieren sich die Ehrenamtlichen im Bereich Aufklärung und Früherkennung von Krebserkrankungen. Fast 64 000 Menschen erkranken jährlich neu an Darmkrebs, etwa 26 000 sterben daran. Diese Krankheit ist jedoch, früh erkannt, gut heilbar. Auch hier leisten die Verantwortlichen der DKNH Präventionsarbeit durch Informationsveranstaltungen.

Wirkungskreis hat sich deutlich vergrößert

In Zusammenarbeit mit Pro Familia Limburg wird eine von der DKNH finanzierte Schulung zur Selbstuntersuchung nach dem MammaCare-Programm angeboten, der bis heute weltweit einzigen wissenschaftlich überprüften Methode zur Schulung der Brustselbstuntersuchung.

Hat sich die Arbeit des Vereins anfangs überwiegend auf Dehrn konzentriert, so ist der Wirkungskreis im Laufe der Zeit immer größer geworden und umfasst heute den gesamten Kreis Limburg-Weilburg mit den angrenzenden Regionen im Rhein-Lahn-Kreis, im Lahn-Dill-Kreis sowie dem Westerwaldkreis. Die vielfältigen Aktivitäten und Unterstützungsmaßnahmen des Vereins für Krebsbetroffene und ihre Angehörigen in den vergangenen 25 Jahren haben Zeit, Einsatzbereitschaft und Geld gekostet. Der Einsatz des Vorstandes und aller Aktiven ist absolut ehrenamtlich.

Um auch materiell helfen zu können, braucht der Verein eine finanzielle Basis. Die Mittel kommen hauptsächlich zusammen durch Mitgliederbeiträge, Spenden und den alljährlich stattfindenden Weihnachtsbaumverkauf. Auch nach 25 Jahren erfolgreicher Arbeit gibt es für die Dehrner Krebsnothilfe noch viel zu tun. Die Krankheit "Krebs" ist immer noch nicht besiegt, zu viele Menschen verlieren noch den Kampf gegen diese "Geisel der Menschheit". Ein Fazit des ehemaligen Vorsitzenden Andreas Kessler (2014 - 2019) lautete einst: "Wir leisten weiterhin unbürokratische Hilfe von Mensch zu Mensch, sind einfach da, wenn man uns braucht."

Diese Grundeinstellung war es auch, die der jetzigen Vorsitzenden Gabi Vitt, die aus dem Gesundheitswesen kommt, sofort zugesagt hat. Sie erklärte: "Mir fiel direkt auf, mit welcher Empathie hier Krebsbetroffenen und ihren Angehörigen geholfen wird und ihre körperlichen, seelischen und sozialen Bedürfnisse berücksichtigt werden." Ziel des Vereins ist es, dies auch in der Zukunft aufrecht zu erhalten. oho

David Menne

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