Das alte Bauhofgebäude bietet den Mitarbeitern schon länger keine tragbaren Arbeitsbedingungen mehr.
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Das alte Bauhofgebäude bietet den Mitarbeitern schon länger keine tragbaren Arbeitsbedingungen mehr.

Nicht noch mehr Zeit verlieren

Runkel: Ausschuss will Bauhof nun doch wieder in Kerkerbach

  • VonRobin Klöppel
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Handwerksbetrieb Kiehnel-Saueressig soll auf gleichem Gelände ansiedeln

Runkel -Der Runkeler Bauausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung einstimmig, nun doch den neuen Bauhof für die Stadt Runkel im Gewerbegebiet in Kerkerbach zu bauen. Denn eine Überprüfung hat ergeben, dass auf zwei dort noch freien Grundstücken sowohl der Bauhof als auch der eine Betriebsvergrößerung planende heimische Handwerksbetrieb Kiehnel-Saueressig angesiedelt werden könnten. Das für den Bauhof vorgesehene Gelände ist 2897 Quadratmeter groß, das für Kiehnel-Saueressig 2309 Quadratmeter. Wenn sich an den Planungen für den Bauhof nichts mehr ändert, rechnet Ausschussvorsitzender Patrick Schäfer (SPD) auch an diesem Standort mit Baukosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

Das Hauptargument gegen einen Standort am Friedhof ist, dass dort ein neuer Bebauungsplan hätte erstellt werden müssen, was eine weitere Zeitverzögerung von einem Jahr bedeutet hätte. Heiko Schmidt (CDU) wies in der Ausschusssitzung am Mittwochabend in der Runkeler Stadthalle zudem darauf hin, dass über die dortige Fläche auch bei Starkregenereignissen das Wasser aus den Schadecker Feldern abfließen würde. Folglich könne es sein, dass für einen Bauhofbau dort eine teure Pfahlgründung nötig werde. Von daher sei das der falsche Standort.

Nicht zu dicht am Wohngebiet

Trotzdem regte Schmidt an, man solle noch mal überlegen, ob es nicht doch einen besseren Standort als das Gewerbegebiet Kerkerbach gebe. Beim aktuellen Standort in Schadeck sei der Vorteil, dass die Bürger mal schnell vorbeifahren und Bescheid sagen könnten, wenn irgendwo etwas zu machen sei. Antje Mackauer-Brühl (SPD) meinte, dass dies wohl nur für Bürger aus Schadeck zutreffe. Sie jedenfalls würde nie auf die Idee kommen, von Arfurt aus extra zum Bauhof zu fahren.

Patrick Schäfer denkt, dass viele Bürger aufgrund des entstehenden Lärms froh seien, wenn der neue Bauhof nicht zu dicht an der Wohnbebauung sei. Claudia Lampe-Bullmann (Bürgerliste/BL) fragte sich, warum ein Büro bei der Aufstellung einer Kostenschätzung das nicht recherchiere, was den Wasserabfluss von den Schadecker Feldern über das mögliche Bauhofgelände betreffe. Bürgermeister Michel Kremer (parteilos) erklärte, bei einem Standort in Kerkerbach sei, wenn alles in den Gremien zügig laufe, ein Baubeginn im nächsten Jahr drin. Lampe-Bullmann erklärte, entschieden sich die Stadtverordneten für einen Standort oben am Friedhof, seien wieder mehrere Jahre verloren. Da machten sich die Mandatsträger unglaubwürdig. Diese weitere Verzögerung hätten auch die Bauhofmitarbeiter nicht verdient.

Steigende Kosten

Schäfer findet es erschreckend, dass die Baukosten ganz anders seien, als sie im Haushalt stehen würden. Wichtig sei aber, dass der Bauhof gebaut werde. Laut Schäfer sei es schade, dass er nicht schon vor zwei Jahren errichtet worden sei. Kiehnel-Saueressig suche auch bereits seit zwei Jahren in Runkel ein geeignetes Grundstück. Auch dieses Projekt müsse vorwärts gehen. Ulrich Eisenberg (Grüne) erschloss sich auch der Sinn der Diskussion nicht, denn der Bauhof koste überall dasselbe und ein Bebauungsplan koste nur zusätzliche Zeit - und das in Zeiten von steigenden Baukosten. Er erinnerte daran, dass 2014 noch Baukosten im Raum gestanden hätten, die nur halb so hoch wie jetzt gewesen seien. Eisenberg fragte sich auch, warum man um unzuverlässige Zahlen zu erhalten überhaupt für die Beauftragung eines Fremdbüros Geld rausschmeißen müsse, wenn im Runkeler Bauamt viereinhalb Stellen besetzt seien. Eisenberg kritisierte außerdem deutlich, dass über einen Baukörper mit einer Länge zwischen 40 und 50 Metern diskutiert werde. Der Grünen-Stadtverordnete hält alle im Gespräch befindlichen Varianten für viel zu groß. Beispielsweise müssten Weihnachtsmarkthütten nicht beheizt im Trockenen stehen.

Bernd Schäfer (CDU) fordert, dass das Projekt endlich zum Ende kommen müsse. Denn die Arbeitsbedingungen der Bauhofmitarbeiter seien aktuell menschenunwürdig. SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Hautzel meinte, es müsse auch über das Raumprogramm gesprochen werden. Dazu müsse der Bauhofleiter gehört werden. Denn die Bauhofmitarbeiter müssten letztendlich mit dem leben, was hier beschlossen werde.

Auch Lampe-Bullmann findet, dass so schnell wie möglich mit Vertretern von Bauamt und Bauhof eine Arbeitsgruppe gebildet werden müsse. Denn bisher seien die Planungen nicht barrierefrei. Eisenberg stellte auch auf den Prüfstand, ob die Forstarbeiter unbedingt mit im neuen Bauhof untergebracht werden müssten. Die könnten im alten Forsthaus bleiben, wenn man ihnen dort eine sanitäre Einrichtung schaffe. Dann könne der Bauhof kleiner geplant werden.

Bürgermeister Kremer entgegnete, dass am Forsthaus auch einiges investiert werden müsste, wenn die Bauhofmitarbeiter dort ihren Standort behalten sollten. Patrick Schäfer meinte, wenn das Rohkonzept des Planungsbüros stehe, könne weiter über das Raumprogramm diskutiert werden.

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