Für den Schmuck der Laternen auf der alten Lahnbrücke in Runkel ist kein Geld da.
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Für den Schmuck der Laternen auf der alten Lahnbrücke in Runkel ist kein Geld da.

Stadtverordnetenversammlung

Runkel: "Bei der Feuerwehr ist Eile geboten"

  • vonRobin Klöppel
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Parlament diskutiert über Neubau - Auch schlechte wirtschaftliche Situation ist Thema

Der Runkeler Bauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einstimmig empfohlen, den Sperrvermerk für die ersten drei Leistungsphasen für den Bau des neuen Feuerwehrhauses Hofen/Eschenau aufzuheben. Stadtbrandinspektor Andreas Schuld machte deutlich, dass Eile geboten sei. Denn bis Ende des Jahres müsse dem Prüfdienst eine fundierte Vorentwurfsplanung mit den Leistungsphasen 1-3 vorgelegt werden, um Zuschüsse für das Bauvorhaben zu erhalten.

Bürgermeister Michel Kremer (parteilos) erklärte, dass Möglichkeiten einer Kostenersparnis erst erkennbar seien, wenn zwei unterschiedliche Planungen nebeneinander gestellt werden könnten. Claus Kandels (Bürgerliste) merkte an, dass der Bau- und Kostenplan für das Bauvorhaben im Bauausschuss behandelt werden müsse. Kremer entgegnete, dass der Bau- und Kostenplan (Entwurfsplanung, Kostenschätzung plus Teuerung im Bauwesen) für den Haushaltsplan 2020 herangezogen worden sei. Mehr könne derzeit von der Verwaltung nicht vorgelegt werden. Für mehr seien weitere Planungen notwendig.

Rechteckig statt L-förmig

Kandels regte an, das Gebäude in gestreckter Form statt eines L-förmigen Grundrisses zu realisieren. Bei einem Rechteck wäre die Dachform seiner Meinung nach variabler, beispielsweise bei der Ausrichtung für Photovoltaik. Durch eine reduzierte Firsthöhe könnten auch die Heizkosten gesenkt werden. Des Weiteren könne bei einer Rechtecklösung, wie Kandels erklärte, zusätzlicher Parkraum geschaffen werden.

Claudia Lampe-Bullmann (Bürgerliste) regte zudem an, in der dritten Fahrzeugbox eine Werkstatt mit darüberliegender Ebene zu Lagerzwecken einzuplanen. Außerdem solle, wie Lampe-Bullmann ausführte, die Damenumkleide eine zweite Tür erhalten, um die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung zu gewährleisten.

Vonseiten der Stadt wurde zugesichert, dass in die weitere Entwurfsplanung Interessierte aus dem Bauausschuss miteingebunden würden. Nach der Ausführung der Leistungsphasen 1-3 wird der Bau- und Umweltausschuss noch einmal tagen, um den Sperrvermerk für die Leistungsphasen 4-9 aufzuheben.

Unter Punkt Verschiedenes wurde kritisch angemerkt, dass im Bereich Campingplatz-Runkel einige Gärten sowie bebaute, jedoch nicht bewohnte Grundstücke entlang der Campingfläche in einem teilweise katastrophalen Zustand seien. Kremer erläuterte, dass die Stadt hier wenig machen könne und erst eingreifen dürfe, wenn Gefahr im Verzuge sei. Aus dem Ausschuss heraus wurde vorgeschlagen, die Grundstücksbesitzer anzuschreiben und darum zu bitten, ihre Grundstücke zu pflegen. Der Bauhof könne sich um die Flächen zwischen Straße und Grundstücken kümmern.

Kein Geld für Blumenschmuck

Bauausschussvorsitzender Manfred Hastrich (CDU) fragte, ob die ausgedehnten Trampelpfade zum Rewe-Supermarkt in Runkel ausgebaut werden könnten. Hastrich wollte zudem wissen, ob Geld für Blumenschmuck an den Lichtmasten für die historische Brücke in Runkel zur Verfügung gestellt werden könnte. Michel Kremer merkte an, dass aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Stadt selbst Kleinbeträge ins Gewicht fallen würden und deshalb hierfür keine Mittel zur Verfügung gestellt werden könnten.

Die Ausschussmitglieder hatten noch einiges zu kritisieren. Teilweise ausgefahrene Bankette an den Kreisstraßen wie zum Beispiel am Ortseingang Runkel von Niederbrechen kommend und in der Schadecker Straße in der Höhe der Pizzeria Amalfi wurden genannt. Teilweise gebe es auch gravierende Schäden an Kanaldeckeln, wie im Bereich der Firma Burggraf in Dehrn in der Lahnuferstraße und in Runkel oberhalb des Rewe-Marktes.

Ausschussmitglieder kritisierten ebenso, im Umfeld einiger Runkeler Spielplätze sehe es beschämend aus. Hierzu versicherte der Bürgermeister, dass der Bauhof sich um den Rückschnitt des Grüns kümmere. Aufgrund der vielen Stadtteile könne die Bearbeitung aber nicht überall gleichzeitig erfolgen.

Manfred Hastrich berichtete, dass Runkel trotz Teilnahme am Dorfentwicklungsprogramm IKEK ein schlechtes Zeugnis im Bereich Marketing von fachkundigen Bürgern ausgestellt werde. Sabine Hemming-Woitok (Bürgerliste) sagte, dass sich in Runkel ein Marketing-Team gebildet habe, das aber bisher auf rein ehrenamtlicher Basis arbeite. Sie hält es für sinnvoll, für den Ausbau des Stadtmarketings einen Fachmann zu engagieren. Kritisiert wurde auch, dass die Schleuseninsel mit Löchern übersät sei und hier Abhilfe geschaffen werde müsse. Ein Lob für die Stadt gab es aber doch: Hans-Karl Trog findet, dass die Friedhöfe im Stadtgebiet viel gepflegter aussehen würden, seit sich der Bauhof darum kümmere. Robin Klöppel

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