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Benno Laßmann hat das Corona-Kreuz entworfen und den Grundkörper geschaffen.

Zeichen setzen

Runkel: Corona-Kreuz als Ort der Hoffnung und Zuversicht

Benno Laßmann hat das Kunstwerk entworfen und zusammen mit dem Metallbauer Michael Zimmermann umgesetzt

Dehrn -Neben der 1854 errichteten Kapelle "Maria am Weg" steht ein neues Kreuz. Es ist von einem Symbol dominiert, das unser Leben seit Beginn des Jahres verändert hat. "Eigentlich sollte das Corona-Kreuz erst aufgestellt werden, wenn die Pandemie besiegt ist", sagt Benno Laßmann. Er hatte die Idee zu diesem Design und fertigte im Frühjahr den Entwurf. Allerdings glaubte er seinerzeit, dass es nur eine Sache von Monaten sein würde, bis Covid 19 im allgemeinen Bewusstsein wieder in den Hintergrund rückt.

"So sollte das Kreuz eigentlich an diese schwierige Zeit erinnern und ein Zeichen des Dankes dafür sein, dass die Dehrner Bevölkerung recht glimpflich davongekommen ist", erklärt Laßmann. Inzwischen ist das Kreuz auch ein Ort der Zuversicht und Ausdruck von Hoffnung, dass auch die zweite Corona-Welle in Dehrn ohne verheerende Folgen verläuft.

Alle Arbeiten am Corona-Kreuz erfolgten ehrenamtlich und alle Materialien wurden von Dehrner Bürgern gestiftet. So sind der Kirchengemeinde für das Corona-Kreuz keine Kosten entstanden.

Passionierter Handwerker

Der pensionierte Bahnbeamte Benno Laßmann ist seit jeher ein leidenschaftlicher Heimwerker. Neben seinen vielen Projekten hat er sich in der Vergangenheit auch immer wieder um sanierungsbedürftige Kreuze gekümmert, wie beispielsweise das auf dem Kirchplatz von Dehrn oder das in der Schloßstraße. Auch das Kreuz an der Kapelle "Maria am Weg" hatte er vor rund 20 Jahren schon einmal aufgearbeitet, doch inzwischen hatte der Zahn der Zeit so stark an den Balken und dem hölzernen Korpus genagt, dass nichts davon zu retten war.

Seit die Außenanlage der Kapelle im Rahmen der 72-Stunden-Aktion 2019 neu gestaltet wurde, blieb der Sockel dieses Kreuzes leer. "Als ich Anfang März darauf angesprochen wurde, hatte ich gleich die Vorstellung eines Corona-Kreuzes vor Augen", erinnert sich der 76-Jährige. Schließlich seien auch nach der Pest an vielen Orten Kreuze zum Zeichen des Dankes und zur Erinnerung errichten worden.

Mit wenigen Bleistiftstrichen skizzierte Laßmann seine Idee. Er verband die Schenkel des Kreuzes mit dem namensgebenden Kronenkranz des Coronavirus und setzte auf die hölzernen Balken ein schlicht verziertes Stahlkreuz. "Der glatte, kalte Stahl hat etwas Steriles an sich. Das finde ich für den Gesamteindruck passender, als wenn dort der Gekreuzigte hängen würde", sagt er.

Das aus Fichtenholz bestehende Kreuz mit einer Höhe von 2,50 Metern fertigte Benno Laßmann in wenigen Tagen. "Holzarbeiten sind meine Leidenschaft", sagt er schmunzelnd. Schwieriger sei es gewesen, Mitstreiter für das Projekt zu finden. Durch einen Tipp aus dem Pfarrgemeinderat kam er mit einem Metallbauer aus dem Westerwald ins Gespräch. "Michael Zimmermann war auf Anhieb bereit, uns zu unterstützen und hat uns sein Können sogar ehrenamtlich zur Verfügung gestellt", freut sich Laßmann.

Positive Reaktionen

Nach einer aus Holz vorbereiteten Form fertigte der Metallbauer per Lasertechnik vier identische Bögen mit der charakteristischen Kronen-Form, die zusammen ein Rund von einem Meter Durchmesser ergeben. Dazu fertigte er das Stahlkreuz für die Mitte. Das Material dafür wurden von Zimmermanns Schwiegereltern, die in Dehrn leben, bezahlt. Drei Stahlkugeln, welche die Schenkel des Holzkreuzes abschließen, fand Laßmann im Internet.

Die Reaktionen auf das Corona-Kreuz sind durchweg positiv. Wenn hoffentlich bald tatsächlich der Zeitpunkt gekommen ist, an dem man sagen kann, dass die Pandemie überwunden ist, soll noch eine Tafel angebracht werden, die auch folgende Generationen an diese schwere Zeit erinnert. Von Kerstin Kaminsky

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