Auf der Strecke in Hofen wurden ständig Angriffe auf die Gegner gefahren.
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Auf der Strecke in Hofen wurden ständig Angriffe auf die Gegner gefahren.

Karambolagerennen ohne Zuschauer

Runkel: Die Fahrer lassen es wieder krachen

  • VonRobin Klöppel
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Erfolgreiches Renn-Wochenende der "Crazy Horses" - In diesem Jahr aber fast ohne Zuschauer

Hofen -Auf dem "Hofenring" war auf einem Feld des Runkeler Stadtteils am Wochenende wieder "Stockcar-Zeit". Die Fahrer haben es nach den massiven Einschränkungen der vergangenen eineinhalb Jahren genossen, mal wieder die alten Kollegen zu treffen und auf der Strecke ihrer Motorsportleidenschaft zu frönen.

Bei den Karambolagerennen galt es, die Gegner zum Überschlag oder zum Drehen zu bringen und somit kräftig für die Gesamtwertung zu punkten. Eins war aber dieses Mal anders: Der gastgebende Motorsport-Club "Crazy Horses" Hofen-Steeden hatte aufgrund der steigenden Corona-Zahlen keine Zuschauer zugelassen.

Dass an der Strecke dann doch nicht wenige Personen saßen oder standen, lag daran, dass jeder Fahrer vier Begleitpersonen mitbringen durfte. "Wir haben hier etwa 750 Leute auf dem Gelände", sagte der Zweite Vorsitzende der "Crazy Horses", Rudi Baumann. 60 davon seien für das Rennen nötige Helfer des Vereins.

Die Zahl der Menschen auf dem Renngelände war aber nicht vergleichbar mit früheren Zeiten, wenn Tausende von Menschen zu den Stock-Car-Rennen in Hofen strömten. Zudem mussten alle am Eingang nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder frisch negativ getestet sind.

Stadionsprecher: "Rot, Rot, Rot, alles ist Rot!"

Ansonsten war aber fast alles wie immer: Rennen in den verschiedenen Fahrzeugklassen, Extrawertungen für Damen, Junioren und die Oldies. Rennleiter Uwe Scheu, der im Mittelkreis wild mit seiner Start-Fahne wedelte. Stadionsprecher Dirg Parhofer, der bei Hindernissen auf der Strecke "Rot, Rot, Rot, alles ist Rot" brüllte. Nebenan das Gewusel im Fahrerlager, wo Rennschäden in wenigen Minuten behoben werden mussten. Wer genau hinschaute, sah aber, dass durch Corona doch einiges anders war. Auf das Essenszelt wurde verzichtet. Bei strahlendem Sonnenschein machte es aber niemandem etwas aus, sein Mittagsmahl an den Tischen im Freien zu verzehren. Und wie Rudi Baumann berichtete, musste ohne Zuschauer auch nicht soviel Geld in die Sicherheit rund um die Strecke investiert werden. "Hier sind ja nur Leute, die sich auskennen und wissen, wo sie stehen können", sagte Baumann. Auch auf die Anwesenheit der Feuerwehr wurde dieses Mal verzichtet. Ausreichend Löschschaum sei aber auf dem Gelände vorhanden, versicherte der Zweite Vorsitzende. Der musste zum Glück nicht zum Einsatz kommen. Mehr zu tun hatten dagegen die Landwirte aus dem Umland mit ihren Traktoren, die liegengebliebene Fahrzeuge aus dem Morast oder defekten Wagen ganz von der Strecke ziehen.

Stolz berichtete Baumann: "Es haben sich für das Wochenende 180 Fahrer angemeldet. Normalerweise haben wir nur 120 bis 130." Der Boom liege daran, dass viele andere Rennen dieses Jahr ausfallen würden und folglich Fahrer in Hofen am Start seien, die man sonst hier nie sehe. Baumann verriet, dass es bei der Genehmigung der Veranstaltung trotz Corona keine Probleme gegeben habe, da es sich ja um eine Freiluftveranstaltung handele. Auch wenn diese wohl mit einer begrenzten Zuschauerzahl möglich gewesen wäre, haben die "Crazy-Horses" bewusst auf Zuschauer verzichtet. Baumann hätte es nämlich unfair gefunden, 1000 Leute reinzulassen und den Rest der Interessenten nicht. Ohne Zuschauereinnahmen habe sein Verein aber an diesem Rennwochenende aber kaum Gewinn.

"Die Fahrer sind aber heiß, mal wieder fahren zu können und die Möglichkeit wollten wir ihnen geben", so der Zweite Vorsitzende. Ein umfangreiches neues Hygienekonzept hätten sie dafür nicht zu entwickeln brauchen, weil noch das vom letzten Jahr vorhanden gewesen sei. 2021 habe es nur wenige Rennen überhaupt gegeben und das meist im Osten. Den Aufwand, dorthin zu fahren, hätten nur wenige heimische Aktive auf sich genommen.

Stefan Rörig, einer der Fahrer des Steedener Brudervereins "Amadeus Racing Team", zollt den Kollegen der "Crazy Horses" hohen Respekt, mit wie viel Leidenschaft sie in Pandemiezeiten dieses Rennen auf die Beine gestellt und dabei alle Regeln eingehalten hätten. Auch die Fahrer würden sich hier alle an die Vorschriften halten, denkt Rörig. Der Fahrer berichtete, dass die Zuschauer ihm schon ein wenig fehlten. "Bei den Rennen schaust du schon mal rüber, genießt die Geräuschkulisse und willst den Leuten was bieten", sagte Rörig. Dennoch genieße er dieses Wochenende. Denn bei seinem Hobby gehe es ihm auch um Geselligkeit und das Schöne sei, hier mal wieder viele Fahrer zu treffen, die teilweise weit weg von Runkel weg wohnen würden. Und das Fahren sei für ihn ein wunderbarer Ausgleich zum Beruf. "Wenn man keine Hobbys mehr haben darf, kann man sich auch gleich auf den Friedhof legen" so Stefan Rörig,

Bei den Stockcar-Rennen holten auch heimische Fahrer mehrere Siege und Treppchenplatzierungen. In der Klasse 1 bis 1500 ccm triumphierte Marvin Lanzel vom Steedener Amadeus Racing Team, der auch Gesamtsieger nach Punkten des kompletten Rennwochenendes unter allen Fahrern war. In der Klasse Kastenwagen siegte Reiner Scheu vom Amadeus Racing Team vor seinem Teamkameraden Michael Wagner. Sieger der Rodeo-Sonderklasse Sonderläufe wurde Florian Scheu vom Amadeus Racing Team. Im Ü 50-Lauf wurde Michael Wagner vom Amadeus-Team hinter Peer Wölk (MC Schwabendorf) Zweiter...

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