Eberhard Bremser (links hinten) und Patrick Schäfer pflanzten am Runkeler Lahnufer einen Amberbaum.
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Eberhard Bremser (links hinten) und Patrick Schäfer pflanzten am Runkeler Lahnufer einen Amberbaum.

Begrünung des Ortsbildes

Runkel: Ein Amberbaum zum Nachahmen

  • vonRobin Klöppel
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Stadt will 1000 Bäume pflanzen und hofft auf weitere Initiativen von Bürgern und Gruppen

Runkel -Die Stadt Runkel möchte in den kommenden Jahren 1000 Bäume pflanzen. Es geht um die Begrünung des Ortsbildes, aber auch, die durch Trockenheit und Borkenkäferbefall freien Flächen im Wald wieder aufzuforsten. Bürgermeister Michel Kremer (parteilos) würde sich freuen, wenn möglichst viele Gruppen und Bürger den einen oder anderen Baum stiften oder Patenschaften für Grünflächen übernehmen würden.

Der SPD-Ortsverein Runkel machte am Sonntag, dem "Tag des Baumes", einen guten Anfang und spendete für den Julius-Wagner-Platz am Lahnufer einen Amberbaum, den der frühere Ortsvorsteher Eberhard Bremser und Stadtverordneter Patrick Schäfer zusammen pflanzten. Auf dem Julius-Wagner-Platz war durch einen kaputten Baum eine Lücke entstanden.

Stadt verschönern und Klima schützen

SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Hautzel würde es begrüßen, wenn daraus in Runkel in einer Kooperation der Bürger, Vereine, Naturschützer, Verwaltung und Forst eine Bewegung entstehen würde. Jeder Baum zusätzlich kann seiner Meinung nach helfen, Runkel zu verschönern und etwas für den Klimaschutz zu tun.

Denn wie Bürgermeister Kremer anführte, kann die Stadt durch die Ausgleichszahlung des Landes von 100 000 Euro für den entstandenen Waldschaden keineswegs alle Kahlflächen beseitigen. Es gehe ja immerhin um zehn Prozent der Runkeler Waldflächen. Es seien, so Hautzel, im städtischen Wald alleine 90 Prozent der Fichten kaputtgegangen.

Kremer sagte, dass Runkel die kommenden zehn Jahre wohl insgesamt werde eine Million Euro in den Wald stecken müssen. Da das Plus im Forst in der jüngsten Vergangenheit meist um die 100 000 Euro pro Jahr betragen habe, ist er aber optimistisch, dass das Ganze dann halbwegs null auf null aufgehe.

Mit Gewinnen im Forst könne man während dieser Zeit aber erst einmal nicht mehr rechnen, ist der Runkeler Verwaltungschef überzeugt. Denn es gehe ja nicht nur um den Kauf neuer Setzlinge. Diese müssten ja auch gepflegt und vor Wildschäden geschützt werden. 2020 sei nur noch einmal ein Plus im Forstbereich erzielt worden, weil sehr viele Bäume aufgrund der Schäden hätten gefällt werden müssen.

Michel Kremer weiß, dass es dem Wald gerade nicht gut geht und die Stadt hier die kommenden Jahre mehr als üblich tun muss. Er könnte sich eine Pflanzaktion mit dem Förster zusammen vorstellen - oder einen Arbeitseinsatz, bei dem der den Jungbaumwuchs hemmende Beerenwuchs am Boden entfernt werde. Denkbar hält es Kremer auch, in der Stadt mal einen Baumschneidekurs f anzubieten. Denn der schönste neugepflanzte Obstbaum bringe nicht lange Freude, wenn er nicht richtig geschnitten werde.

Baumpaten gesucht

Derzeit sei es aber schon ein großes Problem, auf dem Markt genügend Setzlinge zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Denn die meisten Kommunen hätten ähnliche Probleme mit Waldschäden. Kremer würde sich auch wünschen, dass sich Baumpaten finden für in den Runkeler Ortskernen klaffende Baumlücken fänden. "Überall gibt es diese in den Stadtteilen, weil der eine oder andere Baum nicht richtig angewachsen ist", erklärte Kremer. Wenn dann jemand wie die SPD komme und sage, er stifte der Stadt den einen oder anderen Baum, dann sage die Verwaltung natürlich nicht "Nein".

Hautzel berichtete, dass auf Initiative der SPD ja die ursprüngliche Überlegung fallen gelassen worden sei, dass die örtlichen Sportvereine künftig von der Stadt die Pflege- und Bewässerungskosten der örtlichen Sportplätze übernehmen sollten. Vielleicht könnten die betroffenen Vereine als Ausgleich für die Unterstützung der Stadt auf freiwilliger Basis Bäume stiften. Bremser würde es nett finden, wenn auch neu Zugezogene sagen würden, sie spenden ihrer neuen Wohnstadt einen Baum. So ein Amberbaum beispielsweise koste derzeit 170 Euro. Bremser meinte, aus gespendeten Bäumen könne vielleicht in Runkel eine ganze Allee angelegt werden.

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