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Bürgermeister Michel Kremer (rechts) und Tobias Groß-Hardt freuen sich über die hohe Anschlussquote in Runkel. Bei dem roten Stab handelt es sich um ein Stück Glasfaserleitung.

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Runkel erhält schnelles Glasfasernetz

  • Rolf Goeckel
    vonRolf Goeckel
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Mehr als 45 Prozent der Haushalte haben Verträge mit Deutsche Glasfaser abgeschlossen

Runkel -Die Stadt Runkel mit ihren neun Stadtteilen erhält schnelles Glasfasernetz. Bürgermeister Michael Kremer (parteilos) und Tobias Groß-Hardt, Projektleiter des ausführenden Unternehmens Deutsche Glasfaser, haben gestern im Rathaus bekanntgegeben, dass die erforderliche Anschlussquote von mindestens 40 Prozent aller Haushalte erreicht und vielerorts sogar deutlich übertroffen wurde.

45 aller Runkeler Haushalte hätten sich für einen Glasfaseranschluss bis in die eigene Wohnung entscheiden, sagte Groß-Hardt. An der Spitze lag Arfurt, wo eine Quote von rund 55 Prozent erreicht worden sei. Aber auch in Eschenau, Wirbelau und Hofen war das Interesse sehr groß. Denn dort sei der technische Zugewinn besonders groß. Die Mindestquote von 40 Prozent wurde laut Groß-Hardt in sämtlichen Stadtteilen erreicht. Kremer schätzt, dass bereits im Jahr 2022 Glasfaser mit einer Geschwindigkeit von bis zu einem Gigabit/Sekunde verfügbar sein könnte.

Letzte Chance für Spätentschlossene

Wer sich in den zurückliegenden zwölf Wochen für Glasfaser entschieden hatte, muss für den Anschluss nichts bezahlen, stellte Groß-Hardt noch einmal klar. Allerdings mussten sich alle Interessenten verpflichten, ihren Telefon- und Internetanschluss für zwei Jahre von der Deutschen Glasfaser zu beziehen. Wer sich in Zukunft für einen Glasfaseranschluss entscheidet, muss mindestens 750 Euro Baukosten aus eigener Tasche zahlen, wahrscheinlich sogar deutlich mehr.

Für Spätentschlossene gibt es aber eine letzte Chance für einen kostenlosen Glasfaseranschluss: Sie können am Donnerstag, 12., und Freitag, 13. November, jeweils von 10 bis 19 Uhr im Servicepunkt in Runkel, Burgstraße 23, einen Vertrag abschließen.

Bürgermeister Kremer zeigte sich erfreut, dass die Nachfragebündelung in Runkel - anders als beispielsweise in der Nachbarstadt Limburg - in Runkel gut funktioniert habe. "Die Stadt Runkel reiht sich damit in die Ausbaupläne der Nachbargemeinden ein und schafft die Voraussetzungen, um sich als familienfreundliche, moderne Gemeinde innovativ und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln", so Kremer.

Corona als Beschleuniger

Zeitweise habe er zwar befürchtet, dass es in den Stadtteilen Dehrn, Schadeck und der Kernstadt noch eng werden könnte, doch gerade in den letzten Wochen habe es einen Schub bei den Vertragsschlüssen gegeben. Als Beschleuniger habe sicherlich auch die Corona-Krise gewirkt, meinte der Verwaltungschef. Denn vielen Bürgern, die in den zurückliegenden Wochen und Monaten im Homeoffice arbeiten mussten, sei offenbar bewusst geworden, wie wichtig ein schneller Internetanschluss ist. Und dass in Zukunft Internetanschlüsse mit sehr hohen Geschwindigkeiten benötigt werden - das steht für den Rathaus-Chef außer Zweifel.

Nicht nur bei vielen Privathaushalten, sondern auch bei Gewerbetreibenden sei das Interesse an Glasfaser groß, sagte Groß-Hardt. Angeschlossen werden laut Kremer außerdem sämtliche Liegenschaften der Stadt Runkel: Hallen, Bürgerhäuser, Feuerwehrhäuser, das Rathaus und sonstige Gebäude der Kommune.

Der Bürgermeister betonte, dass die hohe Anschlussquote auch ein Ergebnis politischer Einigkeit bei diesem Thema in Runkel gewesen sei. Hätte nur eine der größeren Parlamentsfraktionen sich gegen das Projekt gestemmt, wäre es womöglich nicht zustande gekommen. Groß-Hardt lobte außerdem die starke Unterstützung von Bürgermeister, Verwaltung und Multiplikatoren. "Das ist nicht selbstverständlich", sagte der Firmenvertreter.

In den nächsten Wochen wird in Runkel nach einem Standort für ein Technikgebäude gesucht, von dem aus die Glasfaserleitungen wie ein Spinnennetz in die Ortsteile verlegt werden. Das städtische Bauamt habe bereits nach einem geeigneten Standort Ausschau gehalten, sagte Kremer. Dabei sei zu berücksichtigen, dass sowohl die Lahn als auch die Bahnlinie zu unterqueren seien. Auch die hohen Lahnsteilhänge seien eine Herausforderung. Die Glasfaserleitungen werden laut Groß-Hardt in der Regel unter den Gehwegen und von dort aus mit einer "Erdlanze" pneumatisch an die Häuser verlegt.

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