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Runkel: Nothelfer übergeben Spenden in Tschechien

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Von: Tobias Ketter

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Die Nothelfer aus Steeden hatten Extra-Pakete für die Flüchtlingskinder gepackt, die sie ihnen selbst überreichten. Die Freude darüber war groß.
Die Nothelfer aus Steeden hatten Extra-Pakete für die Flüchtlingskinder gepackt, die sie ihnen selbst überreichten. Die Freude darüber war groß. © Privat

Ukrainische Flüchtlinge zeigen große Dankbarkeit

Steeden -Mehr als 600 Kartons, alle randvoll mit Spenden gefüllt, hat der Nothelfer-Verein aus Steeden persönlich nach Karlsbad gebracht. In der tschechischen Stadt befindet sich nämlich eine Sammelstelle, wo Kleidung, Lebensmittel und Hygieneartikel sortiert und anschließend an Flüchtlinge aus der Ukraine verteilt werden. Die Fahrt nach Tschechien war ein besonderes Erlebnis für die Mitglieder der Gruppierung. Der Vereinsvorsitzende Patrik Skoumal berichtet von seinen Erlebnissen.

"Bis zum 16. März haben wir Spenden von Menschen aus der Region angenommen", sagt Skoumal. Hauptsächlich seien Kleidungsstücke für Erwachsene und Kinder abgegeben worden. Aber auch jede Menge Schlafsäcke, Decken sowie Hunde- und Katzenfutter, Lebensmittel, Wasser, Babynahrung und Hygieneartikel habe der Verein erhalten. Skoumal bewertet die Spendenaktion als vollen Erfolg. "Ich danke allen Unterstützern. Sie haben es möglich gemacht, dass nun viele Flüchtlinge warme Kleidung und weitere lebensnotwendige Dinge bekommen", so der Vorsitzende.

Am Freitag, 18. März, brachen insgesamt sieben Vereinsmitglieder mit drei Fahrzeugen und zwei Anhängern auf, um die Spenden in Karlsbad zu übergeben. "Ich bin zuvor über die Zeitung auf die Sammelstelle aufmerksam geworden und dann habe ich mich direkt mit der Einsatzleitung in Karlsbad in Verbindung gesetzt", berichtet Skoumal. An Ort und Stelle habe die Gruppe aus Steeden einen großen Raum vorgefunden, der bereits halbvoll mit Spenden gewesen sei.

Überraschung für Kinder

"Die Organisation dort ist sehr gut. Alles wird gesichtet sowie sortiert und wir können uns sicher sein, dass die Spenden auch wirklich in tschechischen Notunterkünften ankommen", sagt der Vorsitzende. Es handele sich um die größte Sammelstelle in dem deutschen Nachbarland.

Neben den 600 Kartons haben die Nothelfer vor der Abreise zusätzlich noch sieben Extra-Pakete für Kinder gepackt. Darin enthalten waren allerhand Kleinigkeiten und auch lebensnotwendige Dinge, die den Heranwachsenden zumindest kurzfristig ein Lächeln auf die Lippen zaubern sollten. Diese Pakete wollten die Vereinsmitglieder unbedingt persönlich an Flüchtlinge in Tschechien übergeben. "Ich habe dann bei der Einsatzabteilung um Erlaubnis gefragt, die letztlich erteilt wurde, so dass wir zu einer acht Kilometer von Karlsbad entfernten Notunterkunft fahren durften, um dort einige Kinder zu überraschen", sagt Skoumal. In der gut ausgestatten Notunterkunft seien die Steedener herzlich empfangen worden. Da der Vorsitzende der Nothelfer selbst Tschechisch spricht und auch einige der anwesenden Ukrainer der Sprache mächtig sind, konnten sich die Beteiligten gut verständigen.

Die Dankbarkeit der Geflüchteten sei überwältigend gewesen. "Es gab viele Umarmungen und eine Frau hatte sogar Tränen in den Augen", sagt Skoumal. Eigentlich wollten die Nothelfer nach der Übergabe den Weg zu ihrer Unterkunft antreten, doch die Ukrainerinnen und Ukrainer hatten andere Pläne. "Sie boten uns Tee, geschmierte Brote, Obst und Schokolade an, so dass wir noch eine ganze Weile in der Notunterkunft geblieben sind", erzählt Skoumal.

Die Flüchtlinge berichteten während des gemeinsamen Essens über die schreckliche Situation in ihrem Heimatland. "Sie haben ihre Trauer und ihr Entsetzen zum Ausdruck gebracht. Vieles was sie sich in der Ukraine über mehrere Jahre hinweg aufgebaut haben, ist nun zerstört", so der Vereinsvorsitzende, der mit seinen Mitstreitern dann in einer Wohnung seines in Tschechien lebenden Großvaters übernachtete, bevor man einen Tag später die Heimreise antrat.

Zusätzlich zu der Spendenübergabe in Tschechien haben die Nothelfer übrigens weitere Kartons mit lebensnotwendigen Dingen an ein Busunternehmen aus Limburg übergeben. Diese Sachen seien von dem Betrieb an die polnisch-ukrainische Grenze gebracht worden. In den kommenden Wochen und Monaten möchte der Steedener Verein besonders Flüchtlinge unterstützen, die derzeit im Landkreis Limburg-Weilburg leben. "Wir können beim Aufbau von Unterkünften und bei der Verpflegung sowie bei der Betreuung helfen", sagt der Vorsitzende.

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