Die Straße vom Campingplatz Richtung alte Lahnbrücke soll verkehrsberuhigt werden. Sowohl Campingplatzbetreiber als auch Bürger haben sich nämlich beim Ortsbeirat über Raser beschwert.
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Die Straße vom Campingplatz Richtung alte Lahnbrücke soll verkehrsberuhigt werden. Sowohl Campingplatzbetreiber als auch Bürger haben sich nämlich beim Ortsbeirat über Raser beschwert.

Spaziergänger schützen

Runkel: Ortsbeirat stimmt für verkehrsberuhigte Zone

  • VonRobin Klöppel
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Abschnitt von Campingplatz bis Lahngasse soll für Fußgänger sicherer werden

Runkel -Der Ortsbeirat Runkel hat sich mit 2:1-Stimmen bei zwei Enthaltungen in seiner Sitzung am Dienstagabend im Sitzungssaal des Rathauses dafür ausgesprochen, die Stadt Runkel zu bitten, den Bereich von Campingplatz bis Lahngasse an der Bleiche - falls zulässig - zu einem verkehrsberuhigten Bereich herunterzustufen. Was den Abschnitt zwischen Seniorenzentrum und Campingplatz betrifft, hatte der Campingplatzbetreiber darum gebeten, was die andere Richtung zur alten Lahnbrücke hin betrifft, hatte ein Bürger die Anregung gegeben. Denn hier seien zahlreiche Spaziergänger unterwegs, aber trotzdem viele Autofahrer mit zu hoher Geschwindigkeit.

Richtung Campingplatz sind es offenbar die Nutzer des gut frequentierten Parkplatzes an der neuen Lahnbrücke, die hier nicht immer die gebotene Geschwindigkeit einhalten. Ortsvorsteher René Langrock (SPD) teilte mit, dass er mit Bürgermeister Michel Kremer (parteilos) über das Thema gesprochen habe und dieser erklärt habe, dass es sich um eine städtische Straße handele, für die die Stadt über die Einführung eines verkehrsberuhigten Bereiches selbst entscheiden könne.

Warum Patrick Schäfer (SPD) dagegen stimmte? Er hätte gerne gehabt, dass an dem Abend noch keine endgültige Entscheidung fällt, sondern dass bei einem Ortstermin mit dem städtischen Bauamtsleiter Marcus Kremer alle Alternativen aufgezeigt werden, was die Stadt als Verkehrsbehörde hier zur Verbesserung der Situation tun könne. Schäfer ist sich nämlich aus baulicher Sicht nicht sicher, ob ein verkehrsberuhigter Bereich an dieser Stelle überhaupt zulässig ist.

Derzeit ist der Weg parallel zur Lahn, wie der frühere Ortsvorsteher Eberhard Bremser (SPD) ausführte, eine Tempo-30-Zone. Markus Wengel (Bürgerliste) regte an, den Eingangsbereich zum Seniorenzentrum in den verkehrsberuhigten Bereich zum Schutz der dort gehenden Senioren miteinzubeziehen.

Ein weiteres Ziel des Ortsbeirates ist es, bis Mai 2022 eine Audioführung Historisches Runkel einzuführen. Als Projektleiter wurde Initiator Markus Wengel bestimmt. Ziel ist es, dass Besucher die Stadt über ihr Smartphone alleine erkunden können. Sie bekommen einen einstündigen Rundgang durch den Stadtkern von Runkel angeboten, bei dem sie über ihr Smartphone einiges über die Gebäude und die Historie Runkels erfahren können.

Wengel würde es besser finden, es über Ton und nicht über Videos zu machen, weil Videos die Nutzer von der Stadt ablenken würden. Wengel erläuterte, dass man dieses Projekt dann nach und nach ausbauen könne. Beispielsweise durch Rad- und Wandertouren durchs Runkeler Stadtgebiet. Und natürlich könne man später noch die anderen Runkeler Stadtteile und ihre Sehenswürdigkeiten mit hineinnehmen.

Mehr Parkplätze als vorgeschrieben

Prokurist Benedikt Rohletter und Architekt Kurt Seelbach von der Waldbrunner Penta Projektentwicklung GmbH stellten in der Sitzung des Ortsbeirats ihr Projekt Mehrgeschossbau in der Heerstraße vor. Rohletter erläuterte, dass sich das 1847 Quadratmeter große Grundstück bereits im Besitz des Unternehmens befinde. Dies sei derzeit mit einem Einfamilienhaus bebaut, das sich in keinem guten Zustand mehr befinde. Das soll, wie Seelbach erläuterte, abgerissen werden. Entstehen sollen drei Baukörper mit jeweils drei Wohnungen in einer Größe von 70 bis 115 Quadratmetern Wohnfläche. Diese sollen barrierefrei sein. Die Baukörper umfassen jeweils zwei Vollgeschosse, die mit der Hanglage des Grundstücks spielten und sich harmonisch in die Umgehung einfügten. Der Energieverbrauch der Wohnungen liege 60 Prozent unter dem, was der Gesetzgeber für Energiehäuser vorschreibe. Es werde auch mehr Parkplätze auf dem Grundstück geben, als die Stellplatzordnung der Stadt mit 1,5 pro Wohnung vorschreibe. 90 Prozent der Wohnungen würden, so Seelbach, zwei Stellplätze haben. Zudem gebe es auf dem Gelände E-Ladesäulen.

Rohletter sagte, dass die Gebäude in Familienhand blieben und für 8,50 bis 9 Euro pro Quadratmeter kalt vermietet werden sollten, plus Nebenkosten von höchstens 1,30 Euro. Langrock denkt, die Nachfrage nach Wohnungen in Runkel sei groß, so dass diese schnell vermietet sein würden. Prinzipiell sprach sich der Ortsbeirat für das Projekt aus. Patrick Schäfer sagte aber, dass er trotz persönlicher positiver Einstellung zu dem Projekt nicht glaube, dass die drei Gebäude sich so harmonisch in die Nachbarschaft einfügen würden, wie es auf den Plänen aussehe. Zudem sei zu überprüfen, ob die Feuerwehr im Notfall an die Gebäude herankomme und ob hierfür der Einsatz einer Drehleiter notwendig sei.

Bei der Mittelanmeldung für den städtischen Haushalt 2022 schlug der Ortsbeirat den Umbau der Grünanlage in der Lahngasse vor, die aktuell eine Stolperfalle sei. Patrick Schäfer schlug auch die Aufstellung zusätzlicher E-Ladesäulen zentral in der Stadt sowie die Pflasterung des oft matschigen Stadthallen-Parkplatzes vor. Langrock merkte an, dass vier E-Lademöglichkeiten an der Stadthalle kommen würden.

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