Günther (links) und Manfred Seip stellten ihre Pläne für den Kapellenvorplatz vor.
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Günther (links) und Manfred Seip stellten ihre Pläne für den Kapellenvorplatz vor.

Stadt kann nur moralisch helfen

Runkel: Platz vor der Nikolauskapelle soll schöner werden

  • vonRobin Klöppel
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Bündnis Ortsmittelpunkt Dehrn sucht weitere Spender, um die Neugestaltung optimieren zu können.

Runkel -Der mit Schlaglöchern übersäte Platz vor der Dehrner Nikolauskapelle ist den seit vielen Jahren engagierten Brüdern Günther und Manfred Seip vom Bündnis Ortsmittelpunkt Dehrn (BOD) schon lange ein Dorn im Auge. Doch den Boden bis zur Apotheke mit Natursteinpflastersteinen, zur Historie passenden Laternen, Ruhebänken, einer Infostele zur Kapelle sowie einem Blumenbeet zu verschönern, würde insgesamt 70 000 Euro kosten. Ebenfalls in dem Preis enthalten sind mit Rosen bepflanzte Basaltsäulen an der historischen Mauer.

Jetzt haben die Seips endlich eine Lösung gefunden, die Mittel zusammenzubekommen. Diese wurde Manfred Seip, der bereits die Planung für den Platz erstellt hat, bei einem Gespräch mit Landrat Michael Köberle (CDU) deutlich. Zum einen wird Seip die Maßnahme für das Programm Regionalbudget des Landkreises anmelden. Zum anderen werde das Projekt für den Zukunftsinfrastrukturfonds angemeldet, wo ein weiterer Zuschuss zu erwarten sei.

30.000 Euro aus eigenen Mitteln

30 000 Euro blieben dann übrig, die das BOD finanzieren müsse und könne. Manfred Seip sagt, dass die Dehrner Ortsvereine vor dem Rabenfest 2018 spontan entschieden hätten, dass der komplette Erlös für die Neugestaltung des Platzes verwendet werden solle. Sein Bruder Günther ergänzt, dass das eine spontane und sehr lobenswerte Geste der Vereine gewesen sei. So etwas sei nicht überall möglich. In anderen Orten hätten Vereine, wie Günther Seip glaubt, das Geld sicher für sich beansprucht, nachdem sie mit dem Fest eine Menge Arbeit gehabt hätten. Immerhin seien 180 Dehrner ehrenamtlich für das Fest im Einsatz gewesen.

Mit weiteren Eigenmitteln habe das Bündnis Ortsmittelpunkt Dehrn die notwendigen Mittel auf der hohen Kante, die für die Maßnahme Kapellenvorplatz eingesetzt werden können, wie Manfred Seip erläutert. Nachdem der Dorf- und der Festplatz sowie der Spielplatz am Feuerwehr- und Vereinshaus bereits neugestaltet seien, sei es einhellige Meinung der Vereinsvertreter und auch des Ortsbeirates gewesen, als nächsten Schritt den Platz vor der Nikolauskapelle neu zu gestalten.

Eigentlich wäre, da es sich um eine städtische Straße handelt, die Stadt Runkel für die Unterhaltung verantwortlich. Doch wie Günther Seip sagt, habe Bürgermeister Michel Kremer (parteilos) schon abgewunken, da die Stadt aktuell in einer finanziell schlechten Situation sei und Straßenerneuerungen strikt nach einer Prioritätenliste abarbeite. Und der Bereich an der Nikolauskapelle sei, weil dort außer wenigen Anwohnern niemand hineinfahre, in der Liste weit hinten.

Zumindest habe der Bürgermeister, so Seip, zugesagt, dass die Stadt das BOD zumindest ideell nach besten Kräften unterstützen werde. Die nächste Idee der Seips war, die Finanzierung über das Dorfentwicklungsprogramm IKEK zu stemmen. Dort sei eine Beteiligung, wie Günther Seip berichtet, aber abgelehnt worden, weil es geheißen habe, das Dorfentwicklungsprogramm sei nicht dazu da, städtische Straßen zu sanieren.

Seip findet dies schade, denn es gehe dabei nicht in erster Linie um eine Straßensanierung, sondern darum, einen Platz auf Vordermann zu bringen, der ein multifunktionaler Treffpunkt für das ganze Dorf sei. Dort würden der Weihnachtsmarkt und weitere Feste sowie die Fronleichnamsprozession stattfinden. Und die Kapelle nutzten nicht nur die Katholiken, sondern viele Menschen bei kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten. "Niemand in Dehrn empfindet den Bereich als Straße", sagt Günther Seip.

Ein einmaliges Ensemble

Er findet bei einer historisch wertvollen Kapelle aus dem 12. Jahrhundert sowie einer historische Pfalz mit Wehrmauer und Torbogen müsse auch das Umfeld stimmen. Es sei schließlich ein für den Ort einmaliges Ensemble mit dem Schloss als Blickfang dahinter. Günther Seip bedauerte deshalb, dass das derzeit vorhandene Geld nur für eine Pflasterung bis zum Poller, nicht aber, wie gewünscht, bis zur Ortsdurchfahrt reicht. Er würde sich freuen, wenn vielleicht durch weitere Spenden noch mehr Geld in die Kasse kommt, um die optimale Lösung doch noch verwirklichen zu können. So ist auch noch der Bau einer öffentlichen Toilettenanlage für Veranstaltungen im Gespräch

Wenn es nach den Brüdern Seip geht, soll die Neugestaltung des Platzes bereits im kommenden Jahr starten. Beantragt werden sollen die Zuschüsse noch 2020. "Ein weiteres Rumgeschustere können wir dem Platz nicht antun", betont Manfred Seip. Da es eine Maßnahme für alle Dehrner sei, werde es für die Bürger und Vereine zu dem Punkt noch eine Informationsveranstaltung geben, kündigt Manfred Seip an.

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