Spannender Augenblick: Das Team "Schnelle Rakete" bei der ersten Probefahrt.
+
Spannender Augenblick: Das Team "Schnelle Rakete" bei der ersten Probefahrt.

Spannende Ferienspiele

Runkel: Schulhof verwandelt sich in Rennstall

Mädchen und Jungen treten in selbst gebauten Seifenkisten gegeneinander an

Runkel -Der Runkeler JCS-Schulhof verwandelte sich am Mittwoch in einen Rennstall samt Boxengasse. Nachwuchs-Ingenieure schraubten und hämmerten, junge Künstlerinnen gaben den Fahrzeugen das passenden Design, Marketingteams kümmerten sich um Fernseh-Spots für Fans und Sponsoren. Nach fünfstündiger Arbeit war es endlich soweit. Beim Grand Prix von Runkel lieferten sich die schmucken Flitzer sich ein spannendes Rennen.

20 Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren hatten sich für das Bauen von Seifenkisten im Rahmen der Runkel-Villmarer Ferienspiele angemeldet. Sie bildeten drei Teams, die unter fachkundiger Anleitung von Martin Lunz die Seifenkisten aus vorgefertigten Bausätzen zusammensetzten.

Klingt einfacher als es ist. "Das ist eine ganz schöne Fummelarbeit, aber macht auch richtig Spaß", sind sich Silas (13) und Jonah (13) vom Team "Feuer-Phoenix" einig. Bei ihrer Arbeit kommen verschiedene Gabel- oder Ringschlüssel sowie Aufsätze für den Teleskopschraubenzieher. Eine schrittweise Bauanleitung hilft ihnen dabei. Ganz wichtig ist, dass für jede Schraube eine Unterlegscheibe verwendet wird und dass die Schrauben erst nur locker eingedreht werden. Nachgezogen werden sie erst, wenn alle Außenplatten dran sind.

Spezielle Spannschrauben

Wenn die Karosserie komplett ist, kommt Martin Lunz dazu und erklärt, wie die speziellen Spannschrauben für die Lenkung zu handhaben sind. Sie sorgen dafür, dass die lediglich aus Paketschnur bestehende Verbindung zur Vorderachse möglichst wenig Spiel hat. Sind Lenkblock und Lenkseil montiert, kommt der Sitz in das Fahrzeug. Noch fehlt das Wichtigste für ein Auto, nämlich die Räder. Doch auch die Montage der Achsen ist ein Kinderspiel. Allerdings ist Vorsicht beim Befestigen der Räder geboten. "Wenn die Federstecker zurückschnippen, kann das ganz schön schmerzhaft sein", warnt Martin Lunz.

Sobald die jungen Baumeister ihre Arbeit abgeschlossen haben, kommen die Veredler in Spiel. Kreativteams hatten zwischenzeitlich nach Schablonen passende Papierverkleidungen für die Außenflächen der Seifenkisten ausgeschnitten und bemalt. So hat Team "Schnelle Rakete", das durchweg aus Villmarer und Weyerer Kindern besteht, die nach den Ferien zusammen in die 4c der JCS-Schule kommen, das Logo der Nasa auf die Motorhaube ihres Flitzers geklebt und wirbt damit, von der Raumfahrtbehörde gesponsert zu sein.

Fahrer wird ausgelost

Bei Team "Runkler Ninjago" prangen eindrucksvolle Krieger neben einer großen 15 als Glückszahl auf den Seitenwänden. "Wir konnten uns nicht recht einigen, wer der Rennfahrer sein wird", erzählt Paul (11). So entschied ein Abzählspiel, dass er schließlich derjenige sein soll, der beim Grand Prix von Runkel den Wagen lenkt.

Zur Rennstrecke wurde der abschüssige Weg zwischen Schulhof zur Jakob-Hart-Straße umgewandelt. Doch zählte hier nicht nur die Geschwindigkeit, vielmehr waren Feingefühl und Koordinationsfähigkeit gefragt. Die Fahrer und Fahrerinnen mussten nämlich auf einem definierten Streckenabschnitt zum Stehen kommen, ehe sie weiter zur Ziellinie rollen durften.

"Wer gut bremst, hat die besten Chancen auf den Sieg", ermutigte Martin Lunz die Kinder, bevor er über eine Lautsprecherbox den typischen Formel-1-Sound über den Schulhof dröhnen ließ.

Selbstverständlich war der Platz hinter dem Steuer nicht nur den vom Team ausgewählten Fahrern vorbehalten. Am Schluss durfte jeder der wollte, selbst seinen Mut in der Seifenkiste unter Beweis stellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare