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Runkel: "Viel Lärm um nichts" sorgt für Begeisterung

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Das Schauspieler sorgten in ihren bunten Kostümen für gute Laune im Publikum.
Das Schauspieler sorgten in ihren bunten Kostümen für gute Laune im Publikum. © Peter Schäfer

Die Premiere des Theaterstücks vom Jugendwanderbund Lahngold war ein voller Erfolg

Runkel -Der Verein Jugendwanderbund Lahngold begeht in 2022 sein 100-jähriges Bestehen und feiert dieses Jubiläum mit der Aufführung des Schauspiels "Viel Lärm um nichts" von William Shakespeare. Am vergangenen Freitag war die Premiere, die das Publikum begeisterte.

Nach einem erfolgreichen Feldzug ist der florentinische Edelmann Claudio (gespielt von Tobias Jung) aus dem Gefolge des Don Pedro (Erik Müller), des Prinzen von Aragonien, von Hero (Jana Kaiser), die Tochter von Leonata (Meike Fechner), der Gouverneurin von Messina, so begeistert und verliebt, dass er sie heiraten möchte. Sie erwidert seine Liebe und die Mutter gibt ihre Zustimmung. Doch Don Juan (Torsten Kraemer), Don Pedros Bruder, ist voller Missgunst und inszeniert eine Intrige. Hero wird der Untreue bezichtigt und Claudio verstößt sie daraufhin. Als die schändliche Lüge offenbar wird, bereut dies Claudio zutiefst. Inzwischen haben sich auch Heros schnippische Freundin Beatrice (Juline Oswald), die von Männern eigentlich nichts wissen will, und der edle, aber spottlustige Benedikt (Michel Kremer) ihre Liebe gestanden. Ende gut, alles gut - und so steht am Schluss einer Doppelhochzeit nichts mehr im Weg. Bis es dazu kommen kann, sorgen jedoch viele Szenen auf der Bühne des JWB Lahngold-Geländes für viel Spannung und ausgesprochen großes Vergnügen beim Publikum.

Das vermutlich Ende des 16. Jahrhunderts entstandene Stück gehört zu den am meisten gespielten Werken von Shakespeare. Und auch in Runkel sorgten die verschiedenen Handlungsstränge für große Aufmerksamkeit und Spaß bei den Zuschauerinnen und Zuschauern. Shakespeare zeigt in seiner Komödie eine Gesellschaft voller Doppelmoral, in der die Frau keusch zu sein hat, die Männer sich hingegen mit ihren Abenteuern brüsten. Diesbezüglich hat sich in manchem Kulturkreis über viele Jahrhunderte hinweg nichts geändert.

Proben haben im März begonnen

55 Stücke sind in der Vereinshistorie des Jugendwanderbunds gespielt worden, wie Michel Kremer, Runkels Bürgermeister und der Vereinsvorsitzende - auch dieses Mal sein schauspielerisches Talent offenbarend - in seinen einleitenden Worten zum Stück erläuterte. Und auch dieses Mal bedeutete es für die Laienschauspieler, das Reclam-Heftchen oft in der Nähe liegen zu haben, um sich mit dem Text vertraut zu machen. Schon im März hatten die Proben begonnen und der Aufwand hatte sich sichtlich und hörbar gelohnt. Viele Einzelszenen, unter anderem von den Hauptdarstellern, aber auch zum Beispiel die ausgesprochen gelungenen, tollpatschigen Auftritte der Wachen (Lukas Wagner, Peter Wengel und Leon Fechner) und von Wachtmeister Holzapfel (Heinz Kremer) und dem Unterwachmeister Schlehwein (David Kremer) sorgten für viele spontane Lacher der Besucher der Komödie.

In weiteren Rollen agierten auf der Bühne: Antonio (Jonas Leisegang), Borachio (Marius Weingarth) und Conrad (Maren Kaiser), Margarethe (Lea Bittner), der Mönch Bruder Franziskus (Bianka Müller), Balthasar (Leon Fechner) sowie Silja Heil in einer Doppelrolle als Ursula und als Schreiber. Und schließlich gab es da noch den Jüngsten des 20 Schauspieler umfassenden Teams: Luca Fechner als Bote und Diener.

Erleichterte Regisseurin

Juline Oswald hatte nicht nur eine der Hauptrollen als Beatrice übernommen. Sie war nun auch zum zweiten Mal die Spielleiterin. Oswald ist vor Jahren in die Fußstapfen ihrer Oma Ellen Rompel getreten und demonstriert nicht nur auf der Bühne ihr schauspielerisches Talent, sondern hat auch dieses Mal ihre Aufgabe als Regisseurin bravourös bewältigt. Sichtlich erleichtert über die mehr als gelungene Premiere bekannte sie am Ende der Aufführung: "Ich bin superstolz auf das gesamte Team. Wir hatten bei den Proben sehr viel Spaß und ich bitte um Verzeihung, wenn ich ab und an penetrant und streng war. Ihr seid mit jeder Probe besser geworden."

Eine solche Aufführung kann aber nur gelingen, wenn es auch viele Menschen gibt, die im Hintergrund agieren. Regina Gensinger sorgte für eine gelungene Plakatgestaltung, Ulrich Nowak war für den Bühnenaufbau zuständig, Christine Connors-Kremer für das Bühnenbild. Und um die Technik kümmerte sich Dimax Music. Erfreulich bei der diesjährigen Aufführung war, dass jeder Akteur auf der Bühne über ein eigenes Mikrofon verfügte und somit alle auch sehr gut akustisch zu vernehmen waren. Viele weitere Vereinsmitglieder engagierten sich, um der Aufführung zum Erfolg zu verhelfen. Und schließlich sei noch an eine Person erinnert, die eine wichtige Aufgabe im Verborgenen zu bewältigen hatte: Die Souffleuse Ivonne Oswald, Mutter von Juline Oswald.

Weitere Aufführungen sind am kommenden Freitag, Samstag und Sonntag. Einige Karten gibt es noch an den Vorverkaufsstellen und der Abendkasse. peter schäfer

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