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Runkel: Wenn die Laster kommen, klirren die Gläser auf dem Tisch

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Von: Peter Schäfer

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Steedens Ortsvorsteher Hans-Karl Trog (vorne rechts) überreichte Bürgermeister Michel Kremer (links daneben) die Unterschriftenliste im Beisein von Wolfgang Wünsche (Ortsbeirat Steeden, vorne links), Mirco Hochfellner (Ortsbeirat Steeden, hinten, von links), Ralf Dittmann und Georg Noack (beide Anwohner der Steedener Hauptstraße), Larissa Scheiwein (Mitarbeiterin des Ordnungsamtes der Stadt Runkel) sowie Günter Gebhart (Anwohner).
Steedens Ortsvorsteher Hans-Karl Trog (vorne rechts) überreichte Bürgermeister Michel Kremer (links daneben) die Unterschriftenliste im Beisein von Wolfgang Wünsche (Ortsbeirat Steeden, vorne links), Mirco Hochfellner (Ortsbeirat Steeden, hinten, von links), Ralf Dittmann und Georg Noack (beide Anwohner der Steedener Hauptstraße), Larissa Scheiwein (Mitarbeiterin des Ordnungsamtes der Stadt Runkel) sowie Günter Gebhart (Anwohner). © Peter Schäfer

Anwohner fordern Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt - Unterschriftensammlung an Bürgermeister überreicht

Steeden -Fahrzeuge jeglicher Art, die oft mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Runkeler Stadtteil rasen, sind ein vieldiskutiertes Thema im Dorf. Jetzt hat eine kleine Delegation, angeführt von Ortsvorsteher Hans-Karl-Trog (SPD), dem Bürgermeister von Runkel, Michel Kremer (parteilos), eine Unterschriftensammlung überreicht, die 152 Bürger unterzeichnet und für die circa 200 Bürger in einer Online-Petition votiert haben. Ziel ist, aus der gesamten Steedener Ortsdurchfahrt eine Zone zu machen, in der nur Tempo 30 gefahren werden darf.

Überlegungen zur Verbesserung der Verkehrssituation in Steeden werden schon seit vielen Jahren angestellt. Seit dem Jahr 2019 bemüht sich der Ortsbeirat Steeden erneut und verstärkt um eine Verkehrsberuhigung der Steedener Hauptstraße (L 3063), insbesondere um den Streckenabschnitt, der noch nicht der Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 unterliegt.

Eine Unterstützung für diesen Vorschlag gab es auch am 22. Juli durch die Stadtverordnetenversammlung. Deren Mitglieder votierten einstimmig für einen Antrag der CDU-Fraktion, folgendes zu beschießen: "Der Bürgermeister der Stadt Runkel als Straßenverkehrsbehörde wird aufgefordert, auf der L 3063 in der gesamten Ortsdurchfahrt Steeden eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h anzuordnen. Zusätzlich soll in regelmäßigen Abständen die Einhaltung durch eine mobile Geschwindigkeitsüberwachung an wechselnden innerörtlichen Messpunkten überwacht werden, und zwar auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten, um Geschwindigkeitsüberschreitungen zu begegnen. Außerdem sollen die Ortsdurchfahrten aller anderen Ortsteile dahingehend geprüft werden, ob ebenfalls eine Geschwindigkeitsbegrenzung anzuordnen ist."

Spürbare Erschütterungen

Hintergrund ist, dass neben der Zunahme des Verkehrsvolumens und der damit einhergehenden gestiegenen Lärmentwicklung der Umfang des innerörtlichen Schwerlastverkehrs und die hierdurch ausgelösten und bis in die Wohnhäuser hineingetragenen und spürbaren Erschütterungen nach Ansicht des Ortsbeirates und vieler Steedener Bürger zu einer nicht mehr hinnehmbaren Belastung der betroffenen Anwohner der Steedener Hauptstraße führt. "Schon vor 6 Uhr morgens geht das los, und der starke Verkehr dauert oft bis 21.30 Uhr", stellte Günter Gebhart fest. "Und dass viele deutlich schneller, als die erlaubte Geschwindigkeit fahren, ist mit bloßem Auge und auch mit den Ohren wahrzunehmen", fügte er an. Der Lärm auf der Steedener Hauptstraße "reißt einen schon morgens um 6 Uhr aus dem Bett und mittlerweile gibt es ganzjährig viele landwirtschaftliche Fahrzeuge, nicht mehr nur während der Getreide- und Maisernte", so Trog.

Die Delegation machte gegenüber Bürgermeister Michel Kremer unmissverständlich klar, "dass wir nicht mehr bereit sind, die hauptsächlich durch den Schwerlastverkehr erzeugten permanenten Erschütterungen sowie die hierdurch zu erwartenden und - sofern bereits eingetreten - sich weiter entwickelnden Schäden an den Wohngebäuden zu tolerieren", stellte Hans-Karl Trog fest. Es sei echt "alles andere als ein Vergnügen, wenn du zum Beispiel Besuch hast und die Gläser auf dem Tisch vibrieren, wenn ein Lkw mit großer Geschwindigkeit am Haus vorbeifährt", so Ralf Dittmann.

Georg Noack kritisierte, dass der Schwerlastverkehr oft keine Rücksicht nehme: "Wenn sich zwei große Fahrzeuge begegnen, bremst nicht etwa einer von beiden, sondern die brettern aneinander vorbei, was oft dazu führt, dass schlicht eines der Fahrzeuge, um aneinander vorbeizukommen, den Bürgersteig mit in Anspruch nimmt."

"Das gefährdet die Bürger und insbesondere auch die Kinder, die sich auf dem Weg zu Fuß oder auf dem Fahrrad zur Schule am Sonnenhang befinden", monierte Günter Gebhart. Darüber hinaus werde die Steedener Hauptstraße zukünftig von noch mehr Kindern überquert, da "Am Born/Hinter den Gärten" eine Spielstraße geplant sei. Letztendlich könnten auch Kindergartenkinder und ihre Eltern betroffen sein.

Die Sprecher der Petition teilten mit, schon viele Gespräche mit verschiedenen Mandatsträgern (Bürgermeister, Landtagsabgeordnete, Landrat) geführt zu haben, sind aber enttäuscht, dass es bisher zu keinem erkennbaren Fortschritt in der Angelegenheit gekommen sei.

Konkret wird als kostengünstigste Lösung erneut eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h für die gesamte Steedener Hauptstraße (Ortsdurchfahrt) sowie eine mobile Geschwindigkeitsüberwachung an wechselnden innerörtlichen Messpunkten gefordert - und zwar auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten, um den Geschwindigkeitsüberschreitungen zu begegnen.

Ralf Dittmann stellte fest, dass die mobilen Geschwindigkeitskontrollen nicht durchgeführt werden sollten, "um Kasse zu machen oder die Fahrzeugführer zu ärgern, sondern um den Verkehrssündern klar zu machen, dass das für die betroffenen Bürger unzumutbar ist, was sie da tun". Bisherige mobile Geschwindigkeitskontrollen hätten gezeigt, "dass sich danach der Verkehr für eine Zeitlang beruhigt, aber dann wieder munter weiter gebrettert wird". Letztendlich dienten diese Maßnahmen auch dem Umweltschutz durch eine Minderung des Kraftstoffverbrauchs und des Schadstoffausstoßes, so Dittmann.

Zuständig für die Umsetzung dieser Forderung ist der Bürgermeister der Stadt Runkel als Straßenverkehrsbehörde. Michel Kremer versicherte, er stünde voll und ganz hinter dem Ansinnen der Steedener und er versprach der Steedener Delegation, sehr bald "das notwendige Verfahren zu starten". Was den formalen Ablauf betreffe, müssten zur Einführung einer 30er Zone sowohl Hessen Mobil als auch die Polizei angehört werden. Beide müssten dazu auch Stellung nehmen. "Schauen wir mal, was dann daraus wird. Wenn das nicht klappt, gehen wir in die nächste Instanz", so Kremer.

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