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Runkel: "Wir haben unser Herz in Toloha gelassen"

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Von: Tobias Ketter

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Fröhliche Kindergarten-Kinder: Dass es in Toloha einen Ort gibt, an dem die Kleinen betreut werden, ist dem Partnership-Verein zu verdanken.
Fröhliche Kindergarten-Kinder: Dass es in Toloha einen Ort gibt, an dem die Kleinen betreut werden, ist dem Partnership-Verein zu verdanken. © Privat

Der Vorsitzende vom Toloha Partnership Deutschland e.V. berichtet von den Projekten des Vereins in Afrika

Dehrn -"Unser Verein unterstützt die Menschen in der Region um das Dorf Toloha mit vielen verschiedenen Projekten", sagt der Dehrner Klaus Schäfer, Vorsitzender von Toloha Partnership Deutschland. Die Ortschaft liegt im afrikanischen Tansania unweit der Grenze zu Kenia und südlich des Kilimandscharos, der mit 5895 Metern der höchste Berg Afrikas ist. Rund 5000 Frauen, Männer sowie Kinder wohnen in dieser Gegend.

Schäfer lebte von 2010 bis 2013 gemeinsam mit seiner Ehefrau in Afrika. Dort arbeitete er als Entwicklungshelfer in der Distriktverwaltung. "Damals habe ich die Sorgen und Nöte der Menschen in Toloha erlebt", erinnert sich der 66-Jährige. Während seines Aufenthalts in Tansania lernte er dann Daniel Makoko kennen, der aus dem Dorf nahe der kenianischen Grenze stammt und mittlerweile in den USA lebt. "Er hatte die Idee, die Wasserversorgung in seinem Heimatort zu verbessern, nachdem ein entsprechendes Projekt der Regierung nicht abgeschlossen werden konnte", berichtet Schäfer. Der Dehrner habe sich dann dafür entschieden, seinen Freund aus Tansania bei dem Vorhaben zu unterstützen. "Daraufhin gründete ich im Anschluss an meine Rückkehr nach Deutschland im Dezember 2014 den Toloha Partnership-Verein", sagt der Rentner. Mittlerweile seien rund 20 Menschen aus der Region und auch aus anderen Gegenden Teil der Gruppe.

"Unser Wasserversorgungsprojekt wurde 2016 erfolgreich abgeschlossen", berichtet Schäfer mit einem Lächeln. Rund acht Kilometer Leitungen seien verlegt worden. Darüber hinaus habe man einen Wassertank saniert und zwölf sogenannte Wasser-Verteilungspunkte errichten lassen. "Das Projekt hat knapp 100 000 Dollar gekostet", sagt der Vorsitzende. Sein Verein habe sich mit etwa 5000 Euro beteiligt. "Die übrigen Gelder kamen von dem Partnership-Verein in den USA, und auch die Distriktverwaltung hat sich beteiligt", so Schäfer weiter.

Außerdem hat der 66-Jährige gemeinsam mit seinen Mitstreitern dafür gesorgt, dass in Toloha ein Kindergarten gebaut wurde. "Dieser wird von einer Dorfbewohnerin geleitet und rund 50 Mädchen, und Jungen nutzen ihn derzeit", sagt Schäfer. Die finanziellen Mittel seien nahezu komplett in Deutschland gesammelt worden. Rund 30 000 Euro habe das Projekt gekostet.

Lebensmittel nach Extremwetter

Damit sich die Bedingungen für die Heranwachsenden in Toloha noch weiter verbessern, wurden darüber hinaus übrigens auch die Sanitäranlagen in der Grundschule saniert. "All diese Projekte haben wir durch Spenden von Vereinsmitgliedern und Unternehmen finanziert", berichtet der Vorsitzende. Des Weiteren helfe auch immer wieder die Dietrich-Schmitz-Stiftung, der Rotary Club und eine Kirchengemeinde aus Frankfurt mit großzügigen Spenden bei der Umsetzung der Vorhaben.

Der Toloha Partnership-Verein hat sogar noch weit mehr für die Dorfbewohner getan. "Wir lieferten den Menschen schon mehrfach nach Überschwemmungen und Trockenphasen Lebensmittel, da durch die Extremwetterereignisse die Ernte teilweise zerstört wurde", sagt Schäfer. Rund 3000 bis 4000 Euro seien dafür jeweils investiert worden. Des Weiteren habe man dafür gesorgt, dass auch eine nahe dem Dorf lebende Massai-Gemeinde an die Wasserversorgung angeschlossen wurde.

Und Tanja Schmitt-Kupcik, Zweite Vorsitzende des Vereins, die genau wie Klaus Schäfer in den vergangenen Jahren mehrfach in Toloha zu Gast war, sei es gelungen, einige Nähmaschinen für die Frauen in dem Ort zu besorgen.

Derzeit wird den Angaben von Schäfer zufolge eine Schulungszentrum gebaut. "Dort sollen die ortsansässigen Farmer lernen, wie sie mit den geänderten klimatischen Bedingungen besser zurecht kommen", sagt der Dehrner. Der Rohbau sei mittlerweile fast fertig und der deutsche Verein habe etwa 10 000 für das Projekt zur Verfügung gestellt.

Auch in Zukunft möchten sich Klaus Schäfer und die weiteren Vereinsmitglieder für die Bürger in Toloha einsetzen. "Das Dorf liegt in der Nähe von einigen Nationalparks, die sich aber hauptsächlich auf der kenianischer Seite befinden", erklärt der 66-Jährige. Es sei durchaus sinnvoll, einen offiziellen Grenzübergang errichten zu lassen, um so den Tourismus in der Region um Toloha zu stärken. "Das würde Arbeitsplätze schaffen, und dadurch bleiben dann vielleicht mehr junge Frauen und Männer in dem Dorf, anstatt in größere Städte zu ziehen", sagt Schäfer. Ein solches Projekt sei aber nur mit der Hilfe von Daniel Makoko und dessen guten Beziehung zu den lokalen Politikern umsetzbar.

Schäfer und Makoko haben sich für die kommenden Jahre das Ziel gesetzt, Toloha insgesamt noch stärker weiterzuentwickeln. Dabei solle es den Angaben des 66-Jährigen zufolge auch weiterhin primär um die Bildung sowie um die Krankenversorgung gehen. Man wolle einfach noch mehr tun. "Wir haben unser Herz nämlich in Toloha gelassen", betont Klaus Schäfer.

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