Wilfried und Manuela Orth benötigen dringend Hilfe in ihrem Lädchen "Runkeler Einkaufskorb".
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Wilfried und Manuela Orth benötigen dringend Hilfe in ihrem Lädchen "Runkeler Einkaufskorb".

Laden für Bedürftige droht das Aus

Runkeler Einkaufskorb sucht Nachfolger

Die Eheleute Orth kommen wegen der vielen Arbeit gesundheitlich an ihre Grenzen

Dehrn -"Ich hatte das Gefühl, von Gott den Auftrag bekommen zu haben, etwas für Bedürftige zu tun." So beschreibt Manuela Orth (66), warum sie und ihr Mann Wilfried (73) im Herbst 2014 den Runkeler Einkaufskorb ins Leben riefen. Rentner, Geringverdiener, Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger können sich hier für kleines Geld versorgen. Inzwischen stößt das Paar jedoch an die Grenzen seiner Kraft. Sollte es nicht bald gelingen, die Verantwortung in jüngere Hände zu legen, droht das Aus.

War die Arbeit für die Eheleute im ersten Jahr noch "ganz easy", wie es die Gründerin des kleinen Ladens ausdrückt, wurde es mit der Zeit immer mehr. So fährt Wilfried Orth an fünf Tagen pro Woche Geschäfte in der Region ab, um unverkäufliche Lebensmittel einzusammeln.

Mit durchschnittlich 35 Wochenstunden ist das quasi ein Vollzeitjob, der zudem mächtig auf die Knochen geht. Mit dem Fahren allein ist es ja nicht getan. Die Obst- und Gemüsekisten müssen schließlich auch in den Transporter ein- und wieder ausgeladen werden.

Sind die Lebensmittel in Dehrn angekommen, beginnt das Putzen und Aussortieren. Zwar wird Manuela Orth dabei von ehrenamtlichen Helferinnen unterstützt, doch steht auch sie täglich an den Sortiertischen. Von Spendengeldern besorgt sie außerdem für die Kundschaft haltbare Nährmittel und Drogerieartikel. Zählt man die Zeit hinter der Ladentheke und in der Buchhaltung hinzu, so arbeitet sie fast genauso viel wie ihr Mann.

"Wir halten das gesundheitlich einfach nicht mehr durch", bedauert die Chefin des Lädchens. Ihr größter Wunsch ist, bald ein christlich denkendes Ehepaar zu finden, das in ihre Fußstapfen tritt. Jetzt brauche es aber erstmal dringend Leute, die Wilfried Orth beim Fahren und Schleppen unterstützen. Das könnten Studenten, Kurzarbeiter oder fitte Rentner sein. Mehr als einen Gotteslohn dürfen sie allerdings nicht erwarten.

Kaum Einnahmen wegen Lockdown

Auch an den Sortiertischen wären weitere Helfer gerngesehen. Das gleiche gilt für den Service im Second-Hand-Laden, einer Abteilung des Runkeler Einkaufskorbs mit Kleidung, Spielzeug und Haushaltwaren für jedermann. Eine Bedingung gibt es allerdings: "Die Erfahrung hat gezeigt, dass keine Bedürftigen im ehrenamtlichen Team mitarbeiten sollten", betont Manuela Orth.

Durch den Lockdown fehlen dem Lädchen seit Monaten die Einnahmen aus dem Verkauf der Kleidung. Normalerweise ist die 80 Quadratmeter große Verkaufsfläche zweimal wöchentlich für je drei Stunden geöffnet und wird dann auch gut frequentiert. Nun allerdings darf sich immer nur eine Person oder ein Paar zwischen den Regalen und Kleiderständern aufhalten. Da die meisten Kleidungsstücke nur einen Euro kosten, kommt beim abendlichen Kassensturz natürlich nicht viel zusammen.

Um kostendeckend arbeiten zu können, braucht der Runkeler Einkaufskorb adäquate Einnahmen sowohl aus der Lebensmittel- wie auch der Kleiderabteilung. Anders als bei den sogenannten "Fairteilern", zahlen die Kunden des Runkeler Einkaufskorbs einen kleinen Obolus für die Lebensmittel. Dafür ist aber beispielsweise sichergestellt, dass die Kühlkette eingehalten wird.

Damit der Runkeler Einkaufskorb weiterhin Miete, Nebenkosten, Energie, Versicherungen und das Fahrzeug finanzieren kann, möchte Manuela Orth Multiplikatoren mit ins Boot holen. "Ganz wunderbar wäre, wenn Vereine, Kitas oder christliche Organisationen im Sinne unseres Projektes Lebensmittel- oder Geldsammlungen organisieren", wünscht sie sich.

Kontakt und Spendenkonto

Wer dem Runkeler Einkaufskorb helfen möchte, erreicht die Eheleute Orth unter (0 64 82) 91 99 09. Spendenkonto: IBAN DE50 5115 1919 0141 2254 25. Bedürftige, die sich als solche ausweisen, können bei Wilfried und Manuela Orth wie in einem ganz normalen Laden einkaufen.

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