MIttelstraße

Im Stadtgebiet sind Straßennamen doppelt vergeben

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Dehrn hat sie, Schadeck aber auch: Die Schloßstraße und die Mittelstraße gibt es im Runkeler Stadtgebiet gleich zwei Mal. Ebenso wie die Brunnenstraße, die in Dehrn und in Wirbelau zu finden ist. Ein Zustand, der nicht nur nach Meinung von Petra Weber-Lassmann aus Dehrn nicht länger haltbar ist. Aber der Reihe nach.

Petra Weber-Laßmann wohnt in der Mittelstraße 24 im Runkeler Stadtteil Dehrn. Das Problem: Dieselbe Adresse existiert ein paar Kilometer weiter noch einmal – im Stadtteil Schadeck. So kommt es immer wieder vor, dass Weber-Laßmann mit Töpfen und sonstigem Küchenzubehör beliefert wird, das sie gar nicht bestellt hat. Die Erklärung ist ganz einfach: In der Mittelstraße in Schadeck befindet sich ein asiatisches Restaurant. Für Weber-Laßmann ist diese Situation ärgerlich, denn immer wieder muss sie fehlgeleitete Warenlieferungen an die richtige Adresse umleiten.

Dies allein wäre sicherlich noch zu verschmerzen, meint die Dehrnerin. Viel ernster wäre es, wenn ein Rettungsfahrzeug aus Versehen die falsche Adresse ansteuert und dadurch wertvolle Minuten verloren gehen. Zeit, die womöglich über Tod oder Leben entscheiden könnten, fürchtet Weber Laßmann. „Ich möchte nicht der erste Fall sein, in dem der Notarzt zu spät kommt“, sagt sie. „Muss denn erst etwas passieren, bevor hier gehandelt wird?“

Verantwortlich für die Straßennamen ist die Stadt Runkel, die sich des Problems der doppelten Benennungen sehr wohl bewusst ist, so Bürgermeister Friedhelm Bender (SPD). Er kennt die betroffenen Straßennamen schon in- und auswendig, weil sich der Magistrat schon verschiedentlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Das Ergebnis: Die Kosten für eine Umbenennung wären sehr hoch. Schätzungen hätten ergeben, dass jeder Runkeler Haushalt rein rechnerisch 300 Euro beisteuern müsste.

Seit ihrer Gründung 1974 besteht die Situation, dass innerhalb der Stadt Runkel mehrere Straßennamen doppelt vergeben sind. Während andere Kommunen konsequent für Umbenennungen gesorgt haben, ist Runkel diesen Weg nicht gegangen. Wohl auch, um Ärger mit der betroffenen Bevölkerung zu vermeiden. Bender: „Straßennamen sind mit Historie verbunden. Da kommt schnell die Frage auf, welcher Straßenname älter ist.“ Er halte es daher für unwahrscheinlich, dass eines der beteiligten Dörfer freiwillig auf einen Straßennamen verzichten würde. Diskutiert worden sei auch über den Vorschlag, die doppelten Straßennamen nach Hausnummern aufzuteilen. Dies wäre wohl kaum praktikabel, meint der Bürgermeister.

Bender verspricht allerdings, das Thema aufgreifen zu wollen. „Wir sind an dem Problem dran“, versicherte. Ausschlaggebend seien seiner Meinung nach weniger die gelegentlichen Irrläufer von Post- und Paketdiensten als vielmehr die mögliche Gefährdung von Menschenleben, weil Notarzt oder Rettungsdienst die korrekte Adresse nicht finden. Er wolle deshalb in Kürze mit der Rettungsdienstleitstelle in Limburg beraten, wie weiter verfahren werden soll.

Eine

Lösungsmöglichkeit

sieht Bender darin, vor den betroffenen Straßennamen den jeweiligen Stadtteil vorzuschalten. Dann gäbe es beispielsweise eine „Dehrner Mittelstraße“ und eine „Schadecker Mittelstraße“, eine „Dehrner Brunnenstraße“ und eine „Wirbelauer Brunnenstraße“. Das Thema will Bender in Kürze im Magistrat der Stadt Runkel auf die Tagesordnung setzen, um es abschließend im Stadtparlament zu beraten. „Wir werden einen Weg finden“, ist sich der Verwaltungschef sicher.

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