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Tausende Autos täglich - die Hälfte zu schnell

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Die Ortsdurchfahrt Steeden wird täglich von mehreren Tausend Fahrzeugen frequentiert.
Die Ortsdurchfahrt Steeden wird täglich von mehreren Tausend Fahrzeugen frequentiert. © Kerstin Kaminsky

Ortsbeirat Steeden sammelt Unterschriften für Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße

Steeden -Mehrere tausend Fahrzeuge passieren tagtäglich die Steedener Hauptstraße Richtung Runkel oder Dehrn. Seit nunmehr drei Jahren bemüht sich der Ortsbeirat um eine Verkehrsberuhigung insbesondere in den Streckenabschnitten der Durchfahrtsstraße, die noch nicht der Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Kilometer pro Stunde unterliegen.

Zur Untermauerung des Anliegens hat der Ortsbeirat vor einigen Wochen an vier verschiedenen Stellen der Steedener Hauptstraße Tempomessungen veranlasst. Die Messungen wurden in beide Fahrtrichtungen sowohl im der 30er- als auch im 50er-Bereich vorgenommen.

"Das Ergebnis entspricht unserer Wahrnehmung", so Ortsvorsteher Hans-Karl Trog. "Rund 60 Prozent der Fahrzeuge überschreiten die zulässige Geschwindigkeit von 30; knapp 10 Prozent sind es auf der 50er Strecke". Tatsächlich wurde bei einem Fahrzeug Richtung Dehrn sogar Tempo 77 statt der erlaubten 30 gemessen. Im 50er Bereich lag das Extrem bei 108 Kilometer pro Stunde.

Statt der Leuchttafel, die die gemessene Geschwindigkeit mit einem fröhlichen oder traurigen Gesicht quittiert, wünscht sich der Ortsvorsteher, dass die Messung verdeckt durchgeführt würden, um wirklich aussagefähig zu sein. "Es geht uns nicht um Abzocke der Autofahrer", betont er. Vielmehr müsse festgestellt werden, wie das tatsächliche Fahrverhalten auf der Steedener Hauptstraße sei.

Auch Petition

im Internet

Um dem Begehren der Bürger nach einer durchgehenden Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde auf der gesamten Ortsdurchfahrt eine gemeinsame Stimme zu geben, hat der Ortsbeirat eine Unterschriftensammlung initiiert. 150 Personen haben bereits teilgenommen, weitere können bis zum 6. Juli unterzeichnen. Parallel dazu läuft auch eine Online-Petition im Internet.

Man wisse ja, dass das ständig wachsende Verkehrsvolumen mit einer steigenden und gesundheitsschädlichen Lärmentwicklung einhergeht, so Trog. Hinzu komme, dass auch der innerörtliche Verkehr von Lastern, Bussen und Großtraktoren zunimmt. Die dadurch ausgelösten und in die Wohnhäuser hineingetragenen spürbaren Erschütterungen seien zu einer nicht mehr hinnehmbaren Belastung der betroffenen Anwohner geworden.

Der Schwerlastverkehr setzte sich von 6 Uhr morgens bis in den frühen Abend fort und die Menschen seien einfach nicht mehr bereit, das so hinzunehmen. Nicht nur das Vibrieren der Fensterscheiben und das klappernde Geschirr im Schrank seien belastend. "Die permanent erzeugten Erschütterungen lassen ernstzunehmende Schäden an den Wohngebäuden erwarten. Tatsächlich sind sogar schon welche eingetreten", bedauert Trog.

Viele Kinder

auf dem Schulweg

Aus Verkehrssicherungsgründen dürfe auch nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Steedener Hauptstraße als Schulweg genutzt wird. Künftig werde sie sogar von einer Menge Kindern mehr überquert, da "Am Born/Hinter den Gärten" zur Spielstraße werden soll.

Hoffen auf einen

zweiten Blitzer

Nachdem Gespräche mit Mandatsträger von Stadt, Kreis und Land bislang zu keinem erkennbaren Fortschritt geführt hatten, wünscht sich der Ortsbeirat, dass in den nächsten Haushaltsberatungen über einen zweiten Blitzer auf der Steedener Hauptstraße diskutiert wird. Dabei sei man sich jedoch der finanziellen Lage der Kommune durchaus bewusst.

Als kostengünstige Lösung fordert das Gremium, dass auf der gesamten Ortsdurchfahrt die erlaubte Geschwindigkeit auf Tempo 30 gesenkt wird und dass den Rasern mit einer eine mobilen Geschwindigkeitsüberwachung an wechselnden innerörtlichen Messpunkten auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten begegnet wird. kerstin kaminsky

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