Die JBW-Jugendreferentinnen Cara Basquitt und Pia Stöckl sowie Villmars Jugendpflegerin Cornelia Döring und ihre Runkeler Kollegin Solveig Richard (von links) managen das Theaterprojekt "Lebens(t)räume."
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Die JBW-Jugendreferentinnen Cara Basquitt und Pia Stöckl sowie Villmars Jugendpflegerin Cornelia Döring und ihre Runkeler Kollegin Solveig Richard (von links) managen das Theaterprojekt "Lebens(t)räume."

Etwas Besonderes anbieten

"Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt"

Theaterprojekt der Jugendpflegen Villmar und Runkel sowie des Jugendbildungswerks Limburg-Weilburg macht Kinderträume wahr

Runkel -Kurz vor den Sommerferien startet das Jugendbildungswerk Limburg-Weilburg (JBW) in Kooperation mit den Jugendpflegen Runkel und Villmar ein Theaterprojekt mit sechs Workshops in den Räumlichkeiten und auf dem Gelände der Johann-Christian-Senckenberg-Schule in Runkel. Es trägt den Titel "Lebens(t)räume - Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt". Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche von zehn bis 15 Jahren, die zu je einem Drittel aus Runkel, Villmar und dem restlichen Kreisgebiet kommen können.

"Kinder wollen wieder Freizeit erleben, sie brauchen dringend Normalität", sagt Pia Stöckl, Leiterin des JBW. Und die Jugendpflegerinnen Cornelia Döring, Villmar, und Solveig Richard, Runkel, sind froh, ihren Jugendlichen, die sie seit Monaten löchern, endlich etwas Besonderes bieten zu können: Endlich mal wieder weg vom Homeschooling und den vielfältigen Erwartungen von Eltern und Schule. Gemeinsam mit der Theaterpädagogin und Bildungsreferentin des JBW, Cara Basquitt, planen sie schon seit Herbst 2020 das Theaterprojekt, stellen einen Antrag an das Förderprogramm "Kulturkoffer" des Landes Hessen, fragen Profis an, die die weiteren Workshops leiten werden: Es stehen bereit für die Gruppe "Bühnenbild" das Gießener Graffiti-Künstlerpaar Scid und Harti, für "Technik" der Toningenieur Michael Naefe aus Taunusstein, für "Lettering und Aquarell" Diplomdesignerin Liv Matthiessen aus Runkel-Eschenau, für "Film" Medienpädagogin Corinna Schaffranek aus Koblenz, für "Kostüme und Requisiten" Cornelia Döring und Solveig Richard. Seit 14 Tagen liegt die wichtigste Förderzusage vor, erste Anmeldungen sind spätestens ab Anfang Juni möglich.

Das Projekt wird hauptsächlich finanziert aus dem "Kulturkoffer" beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, koordiniert von der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen. Weitere Sponsoren sind angefragt. Seit Jahren schafft es das Kulturkoffer-Programm, mit vielfältigen Kunst- und Kulturangeboten insbesondere für den ländlichen Raum die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Besonders das Theaterspiel und was dazu gehört, betont das Leitungsteam, "fördert nachhaltig Kreativität, Teamgeist, Anstrengung und Stolz auf das Erreichte." So bieten die verschiedenen Workshops auch den unterschiedlichen Interessen Raum zur Entfaltung. Alle Teilnehmer lernen dabei die verschiedenen Gewerke des Theaters kennen und erfahren, dass es eine gute Zusammenarbeit benötigt, um ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen.

Die eigentliche Projektphase liegt in der zweiten Ferienwoche, aber die Teilnehmer, die sich für die Workshops Theater, Handlettering und Aquarell entschieden haben, starten in zwei vorbereitenden Workshops am Samstag, 3. Juli, und Sonntag, 4. Juli, jeweils von 10 bis 16 Uhr. Dann werden die ersten Ideen für ihr Theaterstück und die Gestaltung von Plakaten und Flyer für die Theateraufführung entwickelt. Dafür erhalten die jungen Künstler Unterstützung von der Theaterpädagogin. Es gibt kein vorher festgelegtes Skript. Die Kinder und Jugendlichen haben dadurch die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen, Träume, Hoffnungen und Wünsche, die sie für ihr Leben haben, in Gestaltungsphantasien Wirklichkeit werden zu lassen. "Das wird spannend", sagt Cara Basquitt, die Kinder und Jugendlichen haben das Wort. Wir wissen nicht, was passiert. Aber davon lebt die theaterpädagogische Arbeit: Vertrau dem Prozess!"

Hoffnung auf eine

öffentliche Vorstellung

Die Ergebnisse der beiden vorbereitenden Workshops werden dann zu Beginn der Projektwoche am 26. Juli den Teilnehmern aller Workshops vorgestellt, damit sie an den bereits entwickelten Ideen in ihrer Gruppe bis zur Generalprobe am 30. Juli weiterarbeiten können. Dann werden die Ergebnisse der einzelnen Workshops für die Aufführung zusammengeführt. Die Generalprobe am Freitag, 30. Juli, ist für 16 Uhr vorgesehen. Die Veranstalter hoffen nun, dass die Aufführung am Samstag, 31. Juli, um 19 Uhr in der Turnhalle der Johann-Christian-Senckenberg-Schule in Runkel stattfinden kann, bei schönem Wetter ist auch eine Vorstellung draußen denkbar.

Letztlich hängt alles von den aktuellen Corona-Regeln ab, die Ende Juli gelten. Sollte das Theaterstück gar nicht vor Publikum aufgeführt werden können, wird die Aufführung aufgenommen und den Eltern digital zur Verfügung gestellt.

Ehrenamtliche Helfer

sind willkommen

Interessierte können sich vorab auch telefonisch informieren beim Jugendbildungswerk unter (0 64 31) 29 61 18 oder per E-Mail an jbw@limburg-weilburg.de. Über die Homepage des Jugendbildungswerks (www.das-jbw.de) und alle gängigen Social-Media-Kanäle der Jugendpflegerinnen werden rechtzeitig Links zu den Anmeldemodalitäten bekannt gemacht. Die Kosten betragen 25 Euro für die Projektwoche und zehn Euro für die Teilnehmer der beiden Vorbereitungs-Workshops, Verpflegung inklusive. Ehrenamtliche zur Mithilfe an den Projekttagen sind willkommen, "ein Runkeler Küchenteam steht bereits", sagt Solveig Richard. Alle hoffen jetzt, dass wenigstens für 75 Kinder und Jugendliche die Sommerferien wieder unbeschwert "Lebens(t)räume" wahr werden lassen. Jürgen Weil

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