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"Wir sind mittlerweile eine große Familie"

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Von: Tobias Ketter

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Esther Heindrich (von links), Elias Schulte und Lilly Kunze genießen die Zeit im Runkeler Zeltlager.
Esther Heindrich (von links), Elias Schulte und Lilly Kunze genießen die Zeit im Runkeler Zeltlager. © Tobias Ketter

Spiel, Spaß und Sport: Beim Zeltlager in Runkel unter dem Motto "Wilder Westen" wird allerhand geboten

Runkel -Normalerweise debattieren in der Runkeler Stadthalle regelmäßig Lokalpolitiker über die wichtigen Dinge innerhalb der Kommune. Doch dieser Tage ist das Gebäude fest in der Hand der jüngsten Generation. Denn an Ort und Stelle nehmen derzeit 125 Mädchen und Jungen zwischen 8 und 16 Jahren am Zeltlager des TV Runkel teil. Unter dem Motto "Wilder Westen" wird über acht Tage hinweg allerhand geboten. In der Halle kann nach Herzenslust getobt werden, und nur wenige Meter weiter haben die Verantwortlichen eine "Zelt-Stadt" errichtet.

"Wir haben ein buntes Programm in der Stadthalle, in der Schulturnhalle und auf dem Zeltplatz auf die Beine gestellt", sagt Thilo Gebhardt, der gemeinsam mit Monika Neuheuser und seinem Bruder Volker Gebhardt sowie rund 50 weiteren Helfern für die Betreuung zuständig ist. Die teilnehmenden Kinder und Helfer kommen übrigens nicht nur aus Runkel. Vielmehr handelt es sich bei dem Zeltlager um eine Kooperation des TV Runkel mit der TSG Oberbrechen, dem TV Kubach sowie dem Spiel- und Turnverein Drommershausen.

Pünktlich zum Start der Sommerferien zogen am vergangenen Samstag die Heranwachsenden in ihre Zelte ein. Durch verschiedene Kennenlernenspiele wurde anschließend die Stimmung aufgelockert und es wurden neue Bekanntschaften geknüpft. Am Sonntag standen die Lager-Meisterschaften auf dem Programm. Die Kids zeigten ihr Können beim Ballwerfen, Weitsprung, Sprint und 800 Meter-Lauf. "Wir haben alle Daten aufgenommen, und die Leistungen werden zum Erwerb des Sportabzeichens genutzt", erklärt Gebhardt.

Neben der Leichtathletik hat das Zeltlager aber noch viel mehr zu bieten. Tag für Tag finden verschiedene Kurse statt. Dabei lernen die Mädchen und Jungen beispielsweise Jonglieren und Stepptanz. Außerdem gibt es eine Line-Dance-Gruppe und es wird Einrad gefahren. Darüber hinaus steht ein großer "Menschenkicker" in der Stadthalle, und auch das Turnen kommt nicht zu kurz. Besonders beliebt ist auch der Pool nahe der Zelt-Stadt. Und im "Chill-Bereich" können sich die Kinder erholen.

In den Abendstunden wird gemeinsam am Lagerfeuer gesungen. "Wir kreieren sogar zusammen mit den Kids einen eigenen Lager-Song", berichtet Gebhardt. Dieser sei an das Lied "Ring On Fire" von Johnny Cash angelehnt. Der dazugehörige Text entstehe im Laufe der Woche. Am vergangenen Dienstag sorgte außerdem ein Disco-Abend für ausgelassene Stimmung. "Die Kinder bereiten in den Kursen auch einige Vorführungen für den bunten Abend vor, der am Freitag stattfindet", sagt Gebhardt, der bereits seit rund zehn Jahren das Zeltlager leitet. Während der Veranstaltung werden dann auch die Sportabzeichen-Urkunden verliehen.

Und wie läuft so ein Lager-Tag eigentlich genau ab? "Für alle Programmpunkte gibt es feste Zeiten", teilt die Leitung mit. Gegen 7.30 Uhr werden die Heranwachsenden geweckt. Nach dem Frühstück beginnen dann die Aktivitäten, bevor pünktlich um 12.30 Uhr das Mittagessen in der Stadthalle bereitsteht. Ein fünfköpfiges Küchenteam, bestehend aus Monica Müller, Anja Gapp, Simone und Heino Nocker sowie Rolf Schlösser, sorgt dafür, dass die Kinder gestärkt zu den Nachmittagsaktivitäten gehen können. Die Nachtruhe beginnt gegen 22 Uhr. "Die erste Nacht war doch recht unruhig, aber mittlerweile gibt es keine Probleme mehr", sagt Gebhardt.

Esther Heindrich, Lilly Kunze und Elias Schulte genießen die Zeit im Zeltlager sichtlich. "Es gibt immer etwas zu tun und man kommt einfach mal weg vom Alltag", sagt der 13-jährige Elias aus Runkel. Die zwölfjährige Esther ergänzt: "Es ist schön, dass nach zweijähriger Corona-Pause nun wieder ein Zeltlager stattfindet." Man treffe ehemalige Klassenkameraden wieder und lerne viele neue Leute kennen. Esther freut sich besonders auf den bunten Abend und die Nachtwanderung.

Wettbewerb

um den Haus-Pokal

Lilly Kunze macht derzeit bei den Tanz-, Stepp- und Turn-Kursen mit. Die 13-Jährige möchte in diesem Jahr auch gerne den sogenannten Haus-Pokal gewinnen. In Anlehnung an die Harry-Potter-Filme sind die Zelte für diesen Wettkampf in vier Gruppen eingeteilt worden. Diese Gruppen können im Laufe der Woche Punkte sammeln. "Wer letztlich die meisten Punkte erreicht, gewinnt den Pokal", erklärt das Trio. Unter anderem erhält man Punkte, wenn die Zelte besonders ordentlich aussehen. Und auch die Hilfe bei Aktivitäten und anstehenden Arbeiten werden honoriert. Darüber hinaus gibt es zum Ende der Woche noch einen Abend mit verschiedenen Spielen, die in die Wertung eingehen. "Es werden aber auch Minuspunkte verteilt, wenn beispielsweise die Zelte unordentlich aussehen", erklärt die 13-jährige Lilly.

Nicht nur die Kinder haben während des Zeltlagers jede Menge Spaß. Auch die Betreuer genießen die willkommene Abwechslung. Es sei fantastisch, dass so viele Menschen aus den vier Vereinen zusammenkämen, um eine schöne Zeit miteinander zu verbringen, sagt Maren Loke von der TSG Oberbrechen. Sie ist bereits seit 18 Jahren regelmäßig beim Zeltlager mit dabei. "Wir sind mittlerweile einfach eine große Familie", so die Betreuerin.

Der Enthusiasmus der ehrenamtlichen Helfer wurde besonders am Mittwoch deutlich. Denn die Betreuer hatten sich für diesen Tag jede Menge besondere Workshops ausgedacht. Unter anderem bekamen die Mädchen und Jungen die Gelegenheit, eine Kanu-Tour zu machen und sich beim Bogenschießen auszuprobieren. "Jedes Kind konnte sich für eine Aktivität eintragen", erklärt Gebhardt, der mit dem Verlauf des Zeltlagers rundum zufrieden ist. "Wir sind ein super Team. Alle packen fleißig mit an, so dass es keinerlei Probleme gibt", sagt er.

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