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Ziehen Abfallbehälter unnötig Müll an?

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Die CDU will mit zusätzlichen Abfallbehältern Umweltschutz und Naherholung in der Stadt Runkel stärken. Die SPD zeigt sich skeptisch und befürchtet ein erhöhtes Müllaufkommen.

Zur "Steigerung der Naherholung und auch des Umweltschutzes" hat die Runkeler CDU das "Aufstellen von Abfallbehältern an geeigneten Orten in den Feldgemarkungen der Stadt Runkel" beantragt, so der Fraktionsvorsitzende Armin Naß in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend. Insbesondere die SPD mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Lothar Hautzel sah dies allerdings kritisch; weitere Prüfungen im Fachausschuss sollen daher folgen.

Der steten Entwicklung weiterer Naherholungsbereiche auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen solle Rechnung getragen werden - zahlreiche Ruhebänke oftmals auch in Kombination mit Tischen seien auch in privater Initiative aufgestellt worden. Nun soll an diesen Oasen zum Verweilen Erholungssuchender die Müllentsorgung sichergestellt werden, so die Vertreter der Runkeler CDU. Mit ihrem Antrag wollen sie auch den Umweltschutz in der Stadt fördern, da eine wilde Müllentsorgung vermieden würde. Geeignete Stellen für die Müllbehälter sollen in Abstimmung mit den jeweiligen Ortsbeiräten ausgewählt werden.

Sachstandsbericht Bauhof angemahnt

Für die SPD ist dies der "komplett falsche Ansatz", da das Aufstellen von Behältnissen zur Müllentsorgung deutlich mehr Müll anziehe, als durch rastende Spaziergänger und Wanderer vor Ort produziert würde, meinte Fraktionschef Hautzel. Schnell würde ein Abfallbehälter für die Entsorgung absichtlich mitgebrachten Mülls genutzt, oft auch neben den Behältnissen abgelegt, da man nun von einer Verpflichtung der Stadt Runkel zur Müllbeseitigung ausgehe. Aktuell habe der Bauhof der Stadt bereits mehr als 400 Müllbehälter regelmäßig zu leeren. Weitere derartige Boxen würden erheblich Arbeitskraft und Zeit der städtischen Mitarbeiter binden, die dann andernorts fehlen würde. Zudem könne man von Spaziergängen und Wanderern erwarten, dass diese ihren überwiegend mitgebrachten Verpackungsmüll zu Hause oder an bereits eingerichteten Behältnissen entsorgen. Dem Antrag der SPD zur Verweisung des CDU-Antrags in den Bau- und Umweltausschuss schloss sich die Bürgerliste mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Christian Fürstenfelder an. Der Empfehlung der Genossen wurde einstimmig stattgegeben.

Ein weiteres Thema war der geplante Neubau eines Bauhofs. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Ax kritisierte Bürgermeister Michel Kremer (parteilos) wegen fehlender Informationen. "Aus Sicht der Verwaltung ist es peinlich, wenn die Bürgerliste Informationen einfordern muss", wetterte Ax. Die Bürgerliste hatte einen Sachstandsbericht zum Planungs- und Umsetzungsstand des Bauhof-Neubaus beantragt, den auch Patrick Schäfer (SPD) begrüßte. Entsprechend wurde dem Antrag einstimmig stattgegeben. Der angemahnte Sachstandsbericht soll der Stadtverordnetenversammlung im Juli 2022 vorgelegt werden.

Bereits im September 2021 war der Bauhof-Neubau in Kerkerbach beschlossen worden. Knapp die Hälfte des 5300 Quadratmeter großen Areals am neuen Standort in der Herrnwiese sollte an ein Steedener Unternehmen verkauft werden, was aber nicht zustande kam, so dass nun eine neue Situation entstanden ist. Im nun vorgelegten Antrag wird die Stadtverwaltung aufgefordert, notwendige Planungs- und Umsetzungsschritte auch unter Mitwirkung des Bau- und Umweltausschusses zügig voranzutreiben, um weitere Zeitverzögerungen und Kostenerhöhungen zu vermeiden oder zu minimieren. Bernd Volz

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