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Eckhard Hafner (von links), Friedhelm Bender und Patrick Vollbach freuen sich über die Pumtrackanlage vorne und das Minifußballfeld hinten.

Sportplatz

Flüchtlingsunterkünfte sorgten für Ärger - Zerstörter Sportplatz bald wieder nutzbar

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Über die Nutzung des Sportplatzes Schadeck für Flüchtlingsunterkünfte gab es seinerzeit heftige Diskussionen, weil der Platz nicht mehr bespielbar war. Am Samstag wird er nun neu eröffnet - und bietet eine Besonderheit: eine Radfahrbahn.

Runkel/Schadeck - Der Schadecker Sportplatz ist schon bald wieder nutzbar und bietet dann einen Mini-Fußballplatz und eine Pumptrackbahn für Radfahrer. Die Verantwortlichen der Stadt als Eigentümerin und des Turnvereins Schadeck als Pächter des 6000 Quadratmeter großen Geländes haben sich entschieden, dort keinen Fußballplatz mehr in Punktspielgröße zu errichten. Denn der TV Schadeck gehört mittlerweile zusammen mit dem TSV Hofen-Eschenau einer Spielgemeinschaft mit dem FSV Runkel an, so dass im Nachbarort Runkel der Kunstrasen und in Hofen der Naturrasen genutzt werden kann.

Um Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, direkt in Schadeck Fußball zu spielen, wurde ein Teil der Fläche (60 mal 40 Meter) in ein Minispielfeld auf Naturrasen umgewandelt. Dort können Punktspiele der Runkeler Jugendspielgemeinschaft und Trainings der Alten Herren stattfinden.

TV-Vorsitzender Eckhard Hafner berichtete, dass auch andere Kinder und Jugendliche aus dem Dorf den Platz nutzen dürften. Dies gelte auch für den 20 Meter breiten und 40 Meter langen Pumptrack, ein wellen- und kurvenreicher Rundkurs für alle Radfahrer, der ebenfalls auf dem Gelände errichtet wurde. Wann die Pumptrack-Anlage nutzbar sein wird, hängt davon ab, wann der Rasen angewachsen ist, erläuterte stellvertretender TV-Vorsitzender Patrick Vollbach. Er rechnet für Spätsommer oder Frühherbst damit. Das Kleinfeld soll im Rahmen des Bürgerturniers am 22. Juni eröffnet werden.

Der Pumptrack ist laut Vollbach nicht nur für Mountainbikes geeignet, sondern auch für normale Straßenfahrräder. Ein bisschen Geschick sollte man aber natürlich schon mitbringen, um den Rundkurs fließend und ohne Stürze zu bewältigen. Vollbach hat die Anlage von Fahrern testen lassen, und selbst jüngere Kinder kamen nach seinen Angaben sehr gut drüber.

Auf dem neugestalteten Sportplatzgelände gibt es außerdem einen Sandkasten für die kleineren Kinder. Ein Teil des Geländes soll auch als Außenterrasse für Feierlichkeiten im Haus der Vereine genutzt werden. Eine Teilfläche wird gepflastert, damit für Feiern ein Zelt aufgestellt und zusätzliche Parkplätze geschaffen werden können, so Hafner. Der Sportplatz hatte für große Diskussionen innerhalb der Schadecker Bevölkerung gesorgt. Ende 2015 war dort der alte Fußballplatz 15 Jahre nach der Herrichtung eines Tennenplatzes zerstört worden, um aus dem Gelände eine Flüchtlingsunterkunft für 250 Menschen zu machen. Drei Leichtbauhallen waren bereits errichtet worden, weil der Landkreis mit der weiteren Aufnahme von 1000 zusätzlichen Flüchtlingen rechnen musste, für die in anderen Erstaufnahmeeinrichtungen der Region kein Platz mehr gewesen wäre. Nicht alle Schadecker waren davon begeistert. Nicht nur, weil der Sportplatz weichen musste. Teile der Bevölkerung befürchteten auch, dass die Trainingsstunden und Feierlichkeiten nicht mehr im Haus der Vereine direkt nebenan durchführen könnten, solange das Gelände als Flüchtlingslager benötigt wird.

80 000 Euro Entschädigung

Viele TV-Mitglieder waren verärgert, dass die Einrichtung des Flüchtlingslagers über ihren Kopf hinweg entschieden worden war, obwohl der Turnverein mit der Stadt einen gültigen Pachtvertrag hatte. Doch letztendlich war alle Aufregung umsonst, weil 2016 die Flüchtlingsströme abebbten und kein Lager in Schadeck benötigt wurde. Die Hallen wurden wieder abgebaut, es blieb der zerstörte Fußballplatz, eine Schotterfläche, so dass Turnverein und Stadt zusammen mit der Schadecker Ortsgemeinschaft überlegten, was man mit der Fläche machen wollte.

Vom Land Hessen gab es eine Entschädigung in Höhe von 80 000 Euro für die Beschädigung des Platzes. Der Schotter wurde abgetragen, das Gelände für den Bolzplatz wieder eingeebnet und neuer Rasen gesät. Zum Glück waren Teile der Beregnungsanlage sowie die Flutlichtmasten noch funktionstüchtig, erklärte Hafner. Er dankte den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes dafür, dass sie bei der Errichtung der Pumptrackanlage maßgeblich geholfen hätten. Unter anderem mussten 40 Lasterladungen Schotter transportiert werden. Dann konnte das Gelände wieder mit Rasen eingesät werden.

Bürgermeister Friedhelm Bender (SPD) lobte den Turnverein Schadeck: "Ohne die Ehrenamtlichen wäre es nicht möglich gewesen, eine solche Vorzeigeanlage zu schaffen." Die Landesmittel seien sehr sinnvoll eingesetzt worden. Hier sei ein echter Mehrwert für die Schadecker Bürger entstanden.

VON ROBIN KLÖPPEL

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