Der Kreisvorstand der CDA: (vorne, von links) Michael Baldus, Helmut Sterzenbach, der geehrte Raphael Grohganz, (hinten von links) Günter Foth und Albrecht Kauschat.
+
Der Kreisvorstand der CDA: (vorne, von links) Michael Baldus, Helmut Sterzenbach, der geehrte Raphael Grohganz, (hinten von links) Günter Foth und Albrecht Kauschat.

Versammlung des Arbeitnehmerflügels

Scharfe Kritik am Zustand der CDU

  • VonRobin Klöppel
    schließen

CDA-Vorsitzender im Kreis Limburg-Weilburg für zwei Jahre bestätigt: "Den Blick aufs Soziale richten"

Limburg-Weilburg -Helmut Sterzenbach bleibt für weitere zwei Jahre Kreisvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) der CDU. Der Limburger wurde in der Jahreshauptversammlung in der Erich-Valeske-Halle in Mensfelden bei neun Ja-Stimmen und zwei Gegenstimmen in geheimer Wahl wiedergewählt. Sein Stellvertreter bleibt Michael Baldus (Bad Camberg), der einstimmig wiedergewählt wurde.

Sterzenbach übte scharfe Kritik am aktuellen Zustand der CDU. Wer nur 24,1 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinige, der solle sich in Demut wiegen und seinen eigenen Laden aufräumen. Aber auch die selbst ernannten Wahlsieger der Ampel seien alles andere als Wahlsieger. "Wir als Union sollten die Füße stillhalten, die Zeit nutzen und dann bereit sein, wenn die Koalitionäre der Ampel versagen", so Sterzenbach. Die CDU-Sozialausschüsse sollten sich starkmachen für ordentliche Löhne und Renten, von denen die Menschen auch leben könnten. Kinderarmut und Altersarmut müssten bekämpft werden. Pflege müsse weiter ausgebaut werden.

"Wir brauchen eine Wertschätzung und hohe Anerkennung für sozialrelevante Berufe", fordert der CDA-Kreischef. Sterzenbach hat während seiner langen Krankenhauszeit gesehen, dass das Pflegepersonal völlig überfordert werde. Zu dem Stress käme ein extrem hohes Anspruchsdenken der Patienten, denen nichts schnell genug gehen könne. Das gelte genauso für Altenheime.

Angst um

die Rente

Der CDA-Vorsitzende denkt, dass es Menschen, die in soziale Berufe gehen, weniger um die Höhe der Bezahlung als um Anerkennung ihres Engagements gehe. Dennoch könne es nicht sein, dass Betroffene Angst haben müssten, später nicht von ihrer Rente leben zu können. "Wir brauchen auch wieder ein Gehör für die Sorgen und Nöte der Bürger. Der Mensch muss wieder im Mittelpunkt stehen", fordert er. Helmut Sterzenbach glaubt: "Wir müssen wieder einen größeren Blick auf das Soziale in unserer Gesellschaft richten, die einzelnen Leistungsträger in unserer Gesellschaft gerecht zusammenführen". Nur so könnten wieder Wahlen aus der Mitte der Gesellschaft heraus gewonnen werden. Ein Zurück in die 1980er-Jahre könne es nicht geben. "Wer immer nur nach rechts blinkt verliert", so Sterzenbach. Die Probleme in der CDU seien hausgemacht. Günter Foth erklärte, dass man nicht alles schlechtreden solle. Zu Zeiten Jens Spahns als Gesundheitsminister sei einiges getan worden, wenn es auch mehr hätte sein können. Foth gab zu bedenken, dass zu starke Lohnerhöhungen dazu führen könnten, dass ein Gesundheitssystem schnell nicht mehr finanzierbar sei. Man könne auch nicht alle Krankenhäuser über einen Kamm scheren. Auch in Limburg gebe es gute Abteilungen.

Foth gab zu, sich im Bundestagswahlkampf über die CDA geärgert zu haben, denn trotz unterschiedlicher Strömungen in der CDU sei das immer noch eine Partei. Daher kritisierte Foth den Aufruf aus Reihen der CDA, den thüringischen Bundestagskandidaten Hans-Georg Maaßen nicht zu wählen und stattdessen für seinen SPD-Mitbewerber zu stimmen. Alfred Rompel sagte, seit Spahn sich um das Thema Pflege kümmere, habe sich einiges getan, auch in Sachen Bezahlung. Die Zukunft der Arbeitnehmer sei auch mit dem von der SPD propagierten Mindestlohn nicht gerettet, denn 800 Euro Monatsrente seien auch nicht viel.

Albrecht Kauschat bedauerte, dass die Stationen in Einrichtungen oft unterbesetzt seien. Raphael Grohganz meinte: "Pflege ist ein zentrales Thema der Politik der CDA. Das müssen wir noch mehr in den Mittelpunkt stellen". Sterzenbach berichtete, dass sich der Kreisverband im vergangenen Jahr auch mit den Themen Nahverkehr, freier Sonntag, Altersversorgung und bezahlbarer Wohnraum befasst habe.

Der Hadamarer Grohganz wurde noch für 25-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Zu Beisitzern gewählt wurden Günter Foth (Hünfelden), Nils Hofmann (Waldbrunn), Albrecht Kauschat (Limburg) und Matthias Schmidt (Elz).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare