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Erstmals mit einem Schlitten am Start bei einem Schlittenhunderennen war Marcel Ferrand aus Dornburg-Wilsenroth.

Schlittenhunderennen in Liebenscheid

Schnee unter die Kufen gezaubert

Zwar musste witterungsbedingt de zweite Renntag abgesagt werden, doch hatten Teilnehmer und Zuschauer des Westerwälder Schlittenhunderennens ihre Freude an dem Schauspiel.

Es hätten so schöne Schlittenhunderennen werden können, wenn nicht das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Traumhafter Schnee in den vergangenen Tagen hatte die Herzen der Verantwortlichen der 35. Auflage des Schlittenhunderennens in Liebenscheid höher schlagen lassen, waren doch die letzten drei Rennen in den vergangenen Jahren nicht von Schnee verwöhnt gewesen und hatten mit Trainingswagen durchgeführt werden müssen. Nun hatte es in der vergangenen Woche zwar geschneit, doch eben nur bis Freitag. Am Samstag, dem ersten Renntag, setzte Tauwetter ein und erschwerte die Durchführung der Rennen zusätzlich. Und dies wurde noch getoppt mit der Absage des zweiten Renntages an dem nur noch ein Schaulaufen durchgeführt wurde.

Trotzdem kamen 60 Musher mit fast 70 Gespannen in den Westerwald, die auch dem tags zuvor einsetzenden Eisregen trotzten. Sie bauten für zwei Tage ihr Lager am Ortsrand auf und wurden anschließend vom Organisationsteam des Veranstalters, der Freiwilligen Feuerwehr Liebenscheid, bestens versorgt. Die Gespannfahrer (Musher) fanden trotz des einsetzenden Tauwetters beste Voraussetzungen vor. Den vielen freiwilligen Helfer der Feuerwehr gelang es, rund um die bis zu zwölf Kilometer lange Strecke den Mushern „genug Schnee unter die Kufen“ zu zaubern.

Da der niederländische Tierschutz Hunderennen in Holland verbietet, nutzen viele Holländer das Rennen in Liebenscheid und gaben dem Rennen wie immer wieder einen internationalen Charakter. Die Beliebtheit des drittältesten Schlittenhunderennens in Deutschland, nach den Rennen in Todtmoos und Langenlonsheim, lässt sich auch daran ablesen, dass nicht nur erfahrene Musher den Weg in den Westerwald finden. Mit dabei waren auch Neulinge, die sich erstmals mit einem Schlitten hinter den Hunden auf die Strecke wagten. So wie Marcel Ferrand aus Wilsenroth, der erst im vergangenen Jahr seine Prüfung für die Teilnahme an Rennen bestand. Er fuhr erstmals mit den beiden Sibirian Huskys „Luna“ und „Yuka“ Rennen mit einem Schlitten. „Es war hart und anstrengend“ wusste er, noch atemlos, am Ende der sechs Kilometer langen Strecke zu berichten. Es sei trotz allem eine sehr schöne Strecke gewesen. Er belegte am Ende unter acht Teilnehmern nach 41 Minuten Rennzeit Rang sechs.

Am Ende des ersten Tages zeigte sich Alfred Zepter, einer der Männer der ersten Stunde in Liebenscheid, trotz allem zufrieden auch wenn er für den zweiten Tag keine Alternativen sah. Wurden die Rennen am Samstag noch bei einigermaßen guten Voraussetzungen durchgeführt, ließ sich das Tauwetter bis zum Sonntag nicht aufhalten. Ein Wechsel von Schlitten auf Trainingswagen war seiner Meinung nach durch den tiefen Boden daher unmöglich und hatte schon am Samstag eine Absage für den Sonntag in Aussicht gestellt. Wichtig war es, dass das Kinderrennen am Samstag am Ende des Renntages stattfand. Hier starteten die Kinder der Musher-Familien, um deren Einstieg in den Schlittenhundesport zu fördern.

Neben den Rennen wurde den über 500 Besuchern aus nah und fern ein buntes Rahmenprogramm zusammen gestellt. Dazu gehörten wieder am ersten Renntag die Vorführungen der Rettungshundestaffel am Rothaarsteig, die mit ihren Hunden einen Einblick in die Arbeit der Rettungshundestaffel gab. Sehr gut besucht war am Ende des ersten Tags auch der legendäre Musherball in der Mehrzweckhalle, zu dem die Gruppe „Cadi Country Rock“ aufspielte. kdh

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