Ein Stimmzettel zur Bundestagswahl aus dem Wahlkreis Rheingau-Taunus-Limburg im Wahlamt im Limburger Rathaus.
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Ein Stimmzettel zur Bundestagswahl aus dem Wahlkreis Rheingau-Taunus-Limburg im Wahlamt im Limburger Rathaus.

Rekordverdächtige Zahl im Kreis Limburg-Weilburg

Schon jetzt mehr als 40 Prozent Briefwähler

Kommunen reagieren darauf und stocken die Zahl der Wahlhelfer auf

Briefwahl boomt, das zeigt eine Umfrage unter mehreren Kommunen im Landkreis Limburg-Weilburg. Eine Woche vor der Bundestagswahl haben deutlich mehr Menschen ihren Willen bekundet, ihre Stimme schon vor dem Wahlsonntag am 26. September abzugeben als im Vergleich zur Bundestagswahl 2017.

In Limburg haben bis zum Wochenende knapp 41 Prozent aller Wahlberechtigten Briefwahl beantragt, wie Sabine Weilemann von der Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt. Das entspricht 10 140 Personen. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren haben in Limburg insgesamt 5402 Wähler ihre Stimme per Brief abgegeben.

"Wie viele Wähler tatsächlich schon gewählt haben, kann erst am Wahlsonntag (nach der Auszählung) beziffert werden", teilt Sabine Weilemann weiter Stadtverwaltung mit.

Und die Zahl der Briefwähler dürften noch weiter steigen, denn Briefwahl kann im Wahlamt in Limburg bis Freitag, 24. September, 18 Uhr, beantragt werden - online ist die Beantragung nur noch bis zum morgigen Mittwoch, 11 Uhr, möglich.

Weniger Wahllokale in Limburg als noch 2017

Auch die Stadt Runkel verzeichnet erheblich mehr Briefwähler als vor vier Jahren. Wie in Limburg beträgt der Anteil der Briefwahlanträge bereits fast 41 Prozent. Und knapp 24 Prozent aller Wahlberechtigten haben in Runkel ihre Stimme abgegeben, teilt Claudia Janevski vom Einwohnermeldeamt mit. Zum Vergleich: 2017 gab es in Runkel insgesamt 26,8 Prozent Briefwähler.

Wie alle anderen Briefwahlstimmen werden auch diese erst am kommenden Sonntag von 18 Uhr an gezählt. Wer Briefwahl beantragt hat, kann am Wahlsonntag im Wahllokal nicht mehr wählen gehen.

In Bad Camberg haben sich ebenfalls deutlich mehr Bürger als im Jahr 2017 dazu entschlossen, ihre Stimmen per Briefwahl abzugeben. Laut Ordnungsamtsmitarbeiterin Heike Niehörster wurden bis vergangenen Freitag 4543 Wahlscheine ausgestellt, davon sind 2748 Briefe zur Auszählung bislang wieder bei der Kurstadt eingegangen. Während der Bundestagswahl vor vier Jahren wurden "nur" 2513 Briefwahlscheine ausgestellt, von denen 2425 zurückkamen.

Aufgrund der gestiegen Briefwähler-Anzahl hat sich die Stadtverwaltung dazu entschlossen, mehr Wahlhelfer für die Auszählung der Stimmen einzusetzen. In 2017 waren 16 Helfer für die beiden Briefwahlbezirke der Kurstadt verantwortlich. Diesmal sind 24 Wahlhelfer im Einsatz. In Runkel sind zur Auszählung in einem zentralen Briefwahlbezirk 14 Wahlhelfer im Einsatz, deren Zahl jedoch, falls notwendig, aufgestockt werden kann.

Welch enormen Stellenwert die Briefwahl inzwischen hat, kann man auch mit folgenden Zahlen deutlich machen: Wie auch bei den Kommunalwahlen im März gibt es in Limburg bei der Bundestagswahl 14 Wahllokale und genau so viele Briefwahlbezirke. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2017 waren es in Limburg noch 22 Wahllokale und nur sechs Briefwahlbezirke. Insgesamt sind in Limburg 191 Wahlhelfer im Einsatz, davon allein 93 in den Briefwahlvorständen.

In der Gemeinde Brechen sind bis zum Wochenende 2232 Briefwahlscheine ausgestellt - das sind rund 44 Prozent mehr als vor vier Jahren. Damals stimmten insgesamt 1197 Bürger per Brief ab. "Bisher sind in diesem Jahr 1239 Briefe zu uns zurückgekommen", sagt Hauptamtsleiter Gerhard Stillger. Das entspricht etwa 55 Prozent der ausgestellten Wahlscheine. Während der Bundestagswahlen in 2013 und 2017 kümmerten sich jeweils neun Wahlhelfer um die Auszählung der Stimmen, die per Brief abgegeben wurden. In diesem Jahr wurde die Helferanzahl auf 20 aufgestockt.

Auch Wäller geben ihre Stimme vorzeitig ab

Neben den Wahllokalen gibt es in der Stadt Hadamar drei Briefwahlbezirke: Hadamar, Niederhadamar und Faulbach sind zu einem Bezirk zusammengefasst, Nieder- und Oberzeuzheim zu einem zweiten, und Nieder- und Oberweyer mit Steinbach bilden den dritten Briefwahlbezirk, sagt Amtsleiter Rainer Schmidt. Daran habe sich im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren nichts geändert. Am Wahlverhalten der 8847 wahlberechtigten Hadamarer allerdings schon. Denn lag der Anteil der Briefwähler im Jahr 2017 bei knapp 28 Prozent, so haben bis Ende vergangener Woche bereits rund 40 Prozent der Wähler ihre Stimmen schriftlich abgegeben.

Ähnlich ist der Trend in der Westerwaldgemeinde Waldbrunn mit rund 4300 Wahlberechtigten, bestätigt der zuständige Sachbearbeiter Oliver Wilhelm. Dort entschieden sich vor vier Jahren 1030 Bürger und Bürgerinnen für die Briefwahl. In diesem Jahr waren es am vergangenen Wochenende bereits 1764, die ihre Wahlscheine vor dem 26. September abgeben wollen. abv/dick/tob

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