Die Alte Schule in Haintchen wird momentan saniert. Die Schäden an der Fassade sollen zeitnah behoben werden.
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Die Alte Schule in Haintchen wird momentan saniert. Die Schäden an der Fassade sollen zeitnah behoben werden.

Landkreis fördert Projekt in Haintchen

Alte Schule wird zum Ort der Begegnung

  • Tobias Ketter
    VonTobias Ketter
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Sanierungsarbeiten sollen im Juni 2022 beendet werden

Noch ist die Alte Schule im Selterser Ortsteil Haintchen eine große Baustelle. An der Außenfassade wurde ein Gerüst aufgebaut, und im Innenbereich sind die Handwerker in nahezu jedem Raum zugange. Doch schon bald soll das Gebäude von vielen Bürgern aus dem kleinen Dorf genutzt werden. Denn an Ort und Stelle entsteht ein "Vereins- und Bürger-Begegnungszentrum". Bauamtsleiter Benjamin Zabel sowie Patrizia D'Addea, Sachbearbeiterin im Bauamt der Kommune, und Mirko Matthäi, Leiter des Bauhofs, berichten, wie die Sanierung abläuft und wie die Alte Schule künftig das Leben der Haintchener bereichern soll.

"Das denkmalgeschützte Haus war früher eine Schule, die sich im Besitz des Landkreises Limburg-Weilburg befand", sagt D'Addea. Im Jahr 2019 sei das Gebäude in den Besitz der Gemeinde Selters übergegangen. Anschließend habe sich die Verwaltung zusammengesetzt und darüber beraten, wie das Bauwerk im Ortskern künftig genutzt werden könne. Die Verantwortlichen kamen dann zu dem Entschluss, etwas für das Allgemeinwohl der Menschen aus dem Dorf zu tun.

Dorfmuseum

und Bücherei

"In der Alten Schule entsteht nun ein zentraler Begegnungspunkt", sagt Zabel. Genügend Platz für das Vorhaben sei vorhanden. "Insgesamt befinden sich in dem Haus drei große Räume", so der Bauamtsleiter weiter. Ein neues Dorfmuseum soll den Bürgern die Historie von Haintchen näher bringen. Darüber hinaus möchte die Gemeinde in dem Gebäude eine Bücherei eröffnen. Außerdem werde die Alte Schule nach der Sanierung von Vereinen, Gremien und Gruppierungen für Sitzungen sowie für Vorträge genutzt. "Die Vereine haben uns vor einiger Zeit signalisiert, dass sie ein solches Begegnungszentrum stark befürworten", sagt Zabel.

Bevor das große Haus, das sich nahe der Kirche befindet, für die Bürger eröffnet wird, ist allerdings noch viel zu tun. "Wir haben Ende 2020 mit den Abbrucharbeiten begonnen", teilt D'Addea mit. Derzeit kümmern sich die Handwerker um die Installation der sanitären Anlagen und der Heizung. Ab der kommenden Woche sind dann die Elektriker zugange. Im weiteren Verlauf der Sanierung wird in den Innenräumen unter anderem noch verputzt sowie Fliesen gelegt. Darüber hinaus soll das Erdgeschoss komplett behindertengerecht umgebaut werden. Auch im Außenbereich muss noch einiges getan werden. "Die Fassade weist Risse auf. Diese Schäden werden behoben", sagt die Mitarbeiterin des Bauamtes. Unterstützt wird die Gemeinde bei der Sanierung übrigens vom Architekturbüro Hamm aus Bad Camberg und vielen Fremdfirmen, die für die Bauarbeiten verantwortlich sind.

Hausschwamm sorgt

für Verzögerung

Das Projekt soll im Juni des kommenden Jahres beendet werden, so dass die Haintchener Vereine voraussichtlich bereits im Sommer 2022 das Gebäude nutzen können. Der Zeitplan sei in den vergangenen Monaten aber etwas "durcheinandergewirbelt" worden", sagt D'Addea. "Der Grund dafür ist ein Hausschwammbefall, der im Erdgeschoss entdeckt wurde." Das Hausschwamm werde nie ganz verschwinden, berichtet Mirko Matthäi. Stattdessen sei er stillgelegt worden, indem man die Feuchtigkeit aus dem Gebäude gezogen habe.

Der Leiter des Bauhofs befürchtet, dass auch künftig nicht alles nach Plan laufen könnte. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass es zu Lieferengpässen wegen der Corona-Pandemie kommt. Dieses Problem tritt derzeit leider bei vielen Bauprojekten in ganz Deutschland auf", sagt Matthäi. Dennoch sind die Verantwortlichen zuversichtlich, dass die Sanierung in rund acht Monaten abgeschlossen werden kann.

Die Nettokosten für das Projekt belaufen sich laut einem Gutachten aus dem Jahr 2018 auf rund 610 000 Euro. Der Landkreis Limburg-Weilburg fördert die Sanierung der Alten Schule mit insgesamt 457 000 Euro. Der Zuschuss stammt aus dem Programm "Maßnahmen zur Förderung einer integrierten ländlichen Regionalentwicklung". "Hinzu kommen noch Kosten von rund 100 000 Euro für einen neuen Rettungsweg mit Fluchttreppe", sagt D'Addea. Der Betrag werde ebenfalls vom Landkreis zur Verfügung gestellt. Die Verantwortlichen sind sich allerdings nicht ganz sicher, ob es bei den aufgeführten Kosten bleiben wird. Aufgrund von Preiserhöhungen in den vergangenen drei Jahren könne das Projekt eventuell noch etwas teurer werden. "Es wird aber im Rahmen bleiben", ist sich D'Addea sicher.

"In allen Dörfern der Gemeinde sollten die Menschen die Möglichkeit haben, sich an einem Ort zu treffen", betont Zabel mit Blick auf das Vereins- und Bürger-Begegnungszentrum. Mirko Matthäi ergänzt: "Das Haus ist ein prägender Bau in der Mitte von Haintchen. Es ist gut, dass die unter Denkmalschutz stehende Alte Schule durch die Sanierung nun erhalten bleiben kann." Künftig werde man den "Ort der Begegnung" auch gemeinsam mit dem gegenüberliegenden "Schulstall" für Veranstaltungen nutzen. Und der nahe gelegene Spielplatz führe dazu, dass Menschen aller Altersgruppen im Dorfkern von Haintchen zusammenkommen werden. tobias ketter

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