Nicht ganz ungefährlich, aber Alexander Wach und Sohn Jonathan wollen sicher zu den "Brunnenzwergen". Doris Stern fordert den Fußgängerüberweg seit 17 Jahren.
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Nicht ganz ungefährlich, aber Alexander Wach und Sohn Jonathan wollen sicher zu den "Brunnenzwergen". Doris Stern fordert den Fußgängerüberweg seit 17 Jahren.

Aufatmen in Niederselters

Nach 17 Jahren: Fußgängerüberweg kommt

  • vonRobin Klöppel
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Gespräche mit dem Kreis laufen - Die Kosten sind aber noch nicht geklärt

Niederselters -Die Mühlen der Politik mahlen oft langsam. Als Doris und Reinhard Stern, Anwohner der Bahnhofstraße in Niederselters, aber jetzt in der Wahlwerbung der freien Wählergemeinschaft UWE und der SPD lasen, dass diese Gruppierungen sich für einen Fußgängerüberweg am Bahnhof einsetzen würden, da platzte den beiden die sprichwörtliche Hutschnur. "Alle fünf Jahre wird das Thema kurz vor der Wahl aus der Schublade geholt und danach auch schnell wieder vergessen", sagt Doris Stern sauer. Sie zeigt einen alten Zeitungsartikel aus der NNP von 2004, als sie und ihr Mann mit an der Spitze eine Niederselterser Bürgerinitiative standen, die im Bereich Brunnen-/Bahnhofstraße komplett für Tempo 30 sowie einen Fußgängerüberweg zwischen neuem und altem Bahnhof war. 200 Bürgerunterschriften seien damals an die Gemeinde Selters übergeben worden.

Viele Autos schneller

als Tempo 50

Da es sich aber um eine Kreisstraße handele und der Kreis laut Stern den Fußgängerüberweg damals mit der Begründung abgelehnt habe, dass die Straße zu wenig Autos dafür befahren würden, sei nichts geschehen. Doris und Reinhard Stern hingegen sehen nach wie vor eine Gefährdung beispielsweise für die Kinder der Krippe "Brunnenzwerge" und Bewohner des Seniorenparks "Carpe Diem", die die Kreisstraße überqueren müssten. Denn viele Fahrzeuge würden in der Ortsdurchfahrt schneller als die erlaubten Tempo 50 fahren. Denn nach dem Bahnhof vor der Brücke Richtung Oberselters sehe die Straße im ersten Monat so aus, als würde man aus dem Ort herausfahren, so dass dort viele Fahrzeugführer beschleunigten.

Getan werden müsse da auf jeden Fall was, so Doris Stern. Denn die letzten Jahre sei die Zahl der Fußgänger noch größer geworden, durch die zahlreichen Nutzer des Park & Ride-Platzes neben dem Bahnhof sowie des inzwischen bebauten Neubaugebietes am Brunnen. Für sie ist der Weg über die Kreisstraße die einzige Möglichkeit, zu Fuß den Rewe- und Penny-Markt sowie den Sportplatz und das Freibad über die "Obere Wiesenau" zu erreichen.

Reinhard Stern ist zudem noch für Tempo 30 durchgehend in Brunnen- und Bahnhofstraße, weil es dort sehr gefährlich sei, wenn beide Fahrbahnseiten zugeparkt seien und sich dann Busse und Laster dort zügig entgegenkämen. Teilweise kämen die Fahrzeuge vor seinem Haus derart um die Ecke geschossen, dass er Angst habe, sie würden bei ihm im Garten landen. "Von daher ist es ärgerlich, wenn Kommunalpolitiker sich dann alle fünf Jahre hinstellen würden und so tun, als wäre in der Sache wirklich alles in trockenen Tüchern", ergänzt seine Frau. Von Anfang an habe nur die damalige Bürger Liste Niederselters das Anliegen unterstützt, deren Nachfolger Freie Wähler Selters das Ehepaar Stern unterstützt.

Wir fragten UWE-Fraktionsvorsitzenden Schorsch Horz, ob das mit dem Fußgängerüberweg für Niederselters im Wahlkampf wirklich nur heiße Luft war. Horz entgegnete entschieden, dass ihm die Gemeinde erklärt habe, dass die Sache laufe und der Fußgängerüberweg komme. Bauamtsleiter Benjamin Zabel bestätigte auf Nachfrage, dass es bereits Abstimmungsgespräche mit dem Kreis sowie der Polizei gegeben habe. Er plane den Überweg nahe der Park- & Ride-Ausfahrt.

Wie viel er kosten werde und wie die Kostenaufteilung mit dem Kreis laufe, könne er noch nicht sagen. Und natürlich müsse die Gemeindevertretung in Selters dann die Mittel noch zur Verfügung stellen. Hundertprozentig sicher ist alles also noch nicht, doch Bürgermeister Bernd Hartmann (parteilos) erklärte im Gespräch mit der NNP, dass das Projekt, wenn alles optimal laufe, 2022 endlich umgesetzt werden könne. Der Kreis habe nichts dagegen. Die Planung werde dieses Jahr noch unter Dach und Fach sein.

Unterführung

auch ein Problem

Alexander Wach, Vorstandsvertreter des VdK Selters, würde den Überweg auch begrüßen, da viele Seniorinnen und Senioren alleine über diese Straße zum Einkaufen gehen müssten. Ein weiteres Problem sei, dass die Bahnhofsunterführung für Gehbehinderte aufgrund ihres Gefälles schlecht zu laufen sei. Folglich würden viele ältere Menschen vom Seniorenpark über die Autobrücke ohne Bürgersteig gehen, was sehr gefährlich sei. Von daher müsse die Gemeinde hier auch einmal dringend überlegen, wie hier für Abhilfe gesorgt werden könne.

robin klöppel

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